München - Wussten Sie, dass die Portugiesen trotz ihres Weiterkommens die Pechvögel der Gruppenphase sind? Dass die DFB-Elf am wenigsten Fouls verübt? Dass Englands Wayne Rooney eine sensationelle EM-Quote aufweist? Oder dass Spieler des VfL Wolfsburg die torgefährlichsten des Turniers sind? bundesliga.de gibt einen Überblick über die Trends der Vorrunde.

Trend zum körperlosen Spiel

Es werden immer weniger Zweikämpfe und Fouls verübt: Vor vier Jahren gab es im Schnitt noch 218 Zweikämpfe pro Spiel. Das waren schon weniger als bei den drei Turnieren zuvor, jetzt sind es nur noch 172. Bei der Euro 2008 waren es auch noch 34 Fouls pro Spiel - ebenfalls weniger als zuvor. Jetzt sind es nur noch ganze 24, also im Schnitt lediglich zwölf pro Team.

Out ist auch die Abseitsfalle, es gab weniger als vier Abseitsstellungen pro Partie. So wird das Spiel insgesamt viel weniger unterbrochen als früher und die Nettospielzeit steigt.

Deutschland kassierte von allen Mannschaften die wenigsten Gelben Karten - drei in drei Spielen, zwei davon Jerome Boateng. Die DFB-Elf foulte zudem am seltensten. 26 Mal foulten Jogis Jungs, selbst Spanien hat schon 38 Vergehen auf dem Konto.

Defensivtaktik erneut erfolgreich

Tief stehen, knapp gewinnen: England und Griechenland stellten die Gegner noch kein einziges Mal abseits! Da kann sich Deutschland auf einen richtig tief stehenden Gegner einstellen.

Vorne lauern die Griechen auf Fehler der Gegner - sie trafen gegen Polen und Tschechien nach unglücklichen Torwartaktionen und gegen Russland auf "Vorlage" von Abwehrspieler Ignashevich. Griechenland gab von allen Teams die wenigsten Torschüsse ab (22) und steht dennoch unter den letzten Acht.

Zum Thema "Tiqui-taca": Spanien spielte 1983 Kurzpässe, Frankreich kam auf 1415, Deutschland auf 1373, Griechenland gerade einmal auf 692 Kurzpässe.

Bei der EM fielen sieben Tore nach Ecken, drei davon kassierten ausgerechnet die kopfballstarken Iren.

Serien und Kurioses

Für Frankreich ging mit der Niederlage gegen Schweden eine Serie von 23 ungeschlagenen Partien in Folge (16 Siege, sieben Remis) zu Ende. Dennoch wurde nach den Enttäuschungen von 2008 und 2010 das Viertelfinale erreicht.

Tschechien hat das bisher einmalige "Kunststück" geschafft, mit einer negativen Tordifferenz Gruppensieger zu werden: Vier Toren stehen fünf Gegentore gegenüber. Dabei taten sich treffsichere Wolfsburger Torschützen hervor: Die vier Tore der Tschechen schossen mit Petr Jiracek und Vaclav Pilar ein aktueller und ein zukünftiger Wolfsburger.

Portugal traf am häufigsten Pfosten oder Latte. Vier Mal knallten sie das Spielgerät ans Aluminium. Die Portugiesen haben trotzdem als einziges Land zum fünften Mal in Folge das Viertelfinale erreicht - also immer seit Einführung 1996!

Cristiano Ronaldo kann es also doch bei großen Turnieren: Nach jeweils nur einem Tor bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie der EM 2008 und vergebenen Großchancen gegen Dänemark war er mit seinem ersten EM-Doppelpack gegen die Niederlande der Matchwinner. Seine zwölf Torschüsse in diesem Spiel sind Turnier-Rekord. Englands Wayne Rooney erzielte gegen die Ukraine in seinem fünften EM-Spiel sein fünftes Tor - vier davon 2004. Antonio Cassano stieg gegen Irland mit seinem dritten Tor bei einer EM zum italienischen Rekordtorschützen bei Europameisterschaften auf.


Teil I: unbedeutende Auftaktspiele, viele Kopfballtore, hohe Leistungsdichte