Ein Terror-Anschlag auf den Bus der togolesischen Nationalmannschaft mit einem Toten und mehreren Verletzten hat zwei Tage vor dem Start des Afrika-Cups in Angola alle Beteiligten in einen Schockzustand versetzt.

Wie der togolesische Verband der französischen Nachrichtenagentur afp bestätigte, sei der Busfahrer bei dem Vorfall an der Grenze zwischen dem Kongo und der angolanischen Provinz Cabinda am Freitagabend im Kugelhagel getötet worden.

Bekennerschreiben von Rebellen

Zudem seien insgesamt neun Mitglieder des Teams verletzt worden, allerdings nicht lebensgefährlich. Ob der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehende Ergänzungsspieler Assimiou Toure zu den Verletzten zählte, war zunächst unklar.

"Ein Fahrer wurde getötet und neun Mitglieder der Delegation einschließlich zweier Spieler wurden verletzt", sagte Verbands-Mitglied Willy Dogbatse der Nachrichtenagentur afp: "Bei den anderen Verletzten handelt es sich um Mitglieder der sportlichen, administrativen und medizinischen Abteilung. Die Verbands-Offiziellen befinden sich zurzeit in einem Meeting. Wir versuchen, schnelle Lösungen zu finden und am Samstag nach Cabinda zu kommen."

Nach Informationen der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa bekannte sich die Rebellen-Organisation "Befreiungsfront für die Unabhängigkeit von Cabinda (FLEC)" zu dem Anschlag. In der Öl-reichen Exklave Cabinda, die im Norden an die Republik Kongo (Brazzaville) und im Süden an die Demokratische Republik Kongo (Kinshasa) grenzt, kämpfen Rebellen seit Jahren um Unabhängigkeit.

Verängstigte Spieler fordern Turnier-Absage

Verängstigte togolesische Spieler forderten eine Absage des Turniers vom 10. bis 31. Januar in Angola, was der Kontinetalverband CAF umgehend ablehnte. "Wenn es möglich ist, sollte man das ganze Turnier boykottieren. Warum nicht gleich alle Spiele absagen. Wir wollen jedenfalls nur zurück nach Hause", sagte Alaixys Romao vom französischen Erstligisten Grenoble Foot.

Togos Auftaktspiel in der Gruppe B in der Provinzhauptstadt Cabinda ist für Montag gegen den deutschen WM-Gruppengegner Ghana angesetzt.

Bayer noch ohne Kontakt zu Toure

Thomas Dossevi vom FC Nantes sagte dem französischen TV-Sender Infosports, dass es sich bei den verletzten Spielern um Torhüter Kodjovi Obidale vom französischen Amateurclub GSI Pontivy und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Club Vaslui handele.

"Einer von ihnen wurde von einer Kugel in den Rücken getroffen, der andere in die Niere", sagte Dossevi der französischen Nachrichtenagentur afp. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Cabinda gebracht und behandelt. Wie es Assimiou Toure geht, war nicht bekannt. Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen versuchten zunächst vergeblich, Informationen aus erster Hand zu bekommen. "Wir haben versucht, Kontakt herzustellen, was uns bis jetzt nicht gelungen ist", sagte Bayers Pressesprecher Dirk Mesch am Freitagabend.

"Wie im Krieg"

Dossevi schilderte den Vorfall. "Wir hatten gerade die Grenze überquert, nachdem wir die Formalitäten hinter uns gebracht hatten. Dann brach Maschinengewehrfeuer aus", sagte der 30-Jährige vom FC Nantes und fügte an: "Die Angreifer waren vermummt und bis an die Zähne bewaffnet. Auf uns wurde wie auf Hunde geschossen. Wir haben für 20 Minuten unter den Sitzen gekauert. Die Polizei feuerte zurück. Es war schrecklich und ein Schock. Ich habe mich gefühlt, als ob Krieg ausgebrochen ist."

Von Seiten der Turnier-Organisatoren kamen zunächst irritierende Reaktionen auf diesen Zwischenfall. afp wurde mitgeteilt, dass lediglich ein Reifen am Bus geplatzt sei. Danach hieß es, dass man von einem Vorfall keinerlei Kenntnis habe. Der angolanische Minister Antonio Bento Bembe, der für die Region Cabinda zuständig ist, verurteilte den Anschlag als "terroristischen Akt".