
Tore, VAR und Aluminium-Drama: Das Topspiel hatte einfach alles!
Bayern und Dortmund trennen sich nach einem spektakulären Klassiker 2:2. Während die Münchner mit ihrer Chancenverwertung hadern, feiert der BVB seine Comeback-Qualitäten. Die Reaktionen auf einen Abend voller Emotionen.
Wer am Samstagabend in der ausverkauften Allianz Arena auf ein echtes Fußballfest gehofft hatte, wurde nicht enttäuscht. Der 115. Bundesliga-Klassiker zwischen FC Bayern München und Borussia Dortmund entwickelte sich zu einem Spektakel, das kaum Wünsche offenließ. Tore, Großchancen, strittige Szenen, Aluminiumpech und jede Menge Emotionen prägten die 90 Minuten.
Besonders bemerkenswert: Gleich zweimal gingen die Münchner in Führung, doch die Schwarz-Gelben fanden jedes Mal eine Antwort. Am Ende stand ein 2:2, das für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Zwei Rückstände, zwei Antworten: Dortmund zeigt Moral
Dabei hatte BVB-Trainer Niko Kovač mit einer überraschenden taktischen Umstellung bereits vor dem Anpfiff für Aufsehen gesorgt. Statt der gewohnten Dreierkette setzte der Kroate auf eine Viererabwehr, mit der die Dortmunder die Bayern höher attackieren konnten. "Niko hat einen geilen Schachzug gehabt mit der Viererkette", lobte Torhüter Gregor Kobel seinen Trainer. Auch Nico Schlotterbeck zeigte sich zufrieden: "Wir waren selbstbewusst. Wir hatten zwar Respekt vor dem Gegner, aber keine Ehrfurcht."
"Manchmal war es ein bisschen wild. Es war eigentlich alles drin in diesem Spiel", fasste Felix Nmecha die turbulenten Ereignisse treffend zusammen. Für den Mittelfeldspieler fühlte sich das Unentschieden deshalb eher wie ein gewonnener Punkt an.
Bayern zwischen Chancenwucher und Frust
Auf der Gegenseite herrschte dagegen auch Enttäuschung. Die Bayern hatten genügend Möglichkeiten, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Neben Kanes verschossenem Strafstoß trafen Olise und der Engländer den Pfosten, ehe Lennart Karl in der Nachspielzeit noch an der Latte scheiterte. "Wir hatten genug Chancen, um mehr Tore zu machen", haderte Torschütze Laimer.
Ähnlich sah es Joshua Kimmich, der nach dem Abpfiff deutliche Worte fand. "Das heutige war natürlich sehr unnötig. Gerade wenn man sich den Spielverlauf in der zweiten Halbzeit anschaut, war das aus meiner Sicht kein gerechtes Unentschieden", erklärte der Bayern-Kapitän.
Sportvorstand Max Eberl bemängelte ebenfalls die Chancenverwertung. Hinzu kam das Verletzungspech: Mit Ismael Saibari und Serge Gnabry mussten bereits vor der Pause zwei Offensivspieler ausgewechselt werden, später erwischte es auch Olise.

Ein Klassiker als Vorgeschmack auf das Titelrennen?
Dass dieses Duell weit mehr als nur ein gewöhnliches Spitzenspiel war, zeigte auch ein Blick auf die Tabelle. Beide Mannschaften stehen nach acht Spieltagen mit jeweils 18 Punkten ganz oben. "Es kann sich jedenfalls niemand beklagen, dass die Bundesliga nicht spannend wäre", stellte Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen fest. Auch Schlotterbeck machte deutlich, dass sich Dortmund keineswegs verstecken müsse: "Wir sind gut und wir wissen das."
Vier Tore, drei Aluminiumtreffer, ein verschossener Elfmeter, ein aberkanntes Tor und ein Ausgleich in letzter Minute: Dieser Klassiker lieferte tatsächlich alles, was das Fußballherz begehrt. Und eins dürfte klar sein: Das Rennen um die Meisterschaft verspricht in dieser Saison Spannung pur.