Köln - Ganz besonders schaut die Bundesliga an diesem Wochenende auf den Klassiker zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Doch der achte Spieltag hat es auch darüber hinaus in sich: Der SV Darmstadt 98 trifft im hessischen Derby auf den 1. FSV Mainz 05 und Hannover 96 und der VfB Stuttgart wollen sich aus dem Tabellenkeller befreien. Diese 5 Dinge sollten Sie im Hinblick auf den 7. Spieltag wissen.

Duell der Superlative im Klassiker

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Platz eins gegen Platz zwei, Rekorde gegen Rekorde, FC Bayern gegen Borussia Dortmund: Am Sonntag kommt es zur Neuauflage des Klassikers. Ein Spiel, dass die Massen elektrisiert (Alles zum Klassiker). Die Bayern haben die beste Bilanz aller Zeiten nach sieben Spieltagen: 21 Punkte und eine Tordifferenz von Plus 20 gab es nie zuvor. Und auch der BVB ist bärenstark in die Saison gestartet: Erst zum dritten Mal in der Bundesliga-Historie ist Dortmund nach sieben Spieltagen ungeschlagen. Durch die zwei Remis des BVB in den letzten beiden Spielen bleiben die Bayern selbst bei einer Niederlage im Topspiel Tabellenführer, bei einem Auswärtssieg in München würden die Schwarz-gelben allerdings auf einen Punkt ranrücken.

Neben der Brisanz in der Tabelle kommt es auch zum Aufeinandertreffen der beiden Top-Stürmer. Bayerns Offensivmann Robert Lewandowski (zehn Tore) ist auf bestem Weg, den 40-Torerekord von Gerd Müller zu brechen.Trifft der Ex-Borusse so weiter wie bisher, steht er am Saisonende bei 48 Toren. Auf der Gegenseite stürmt der aktuell zweitplatzierte der Torschützenliste. Pierre-Emerick Aubameyang erzilte bislang neun Treffer. Fünf der momentanen sechs Topscorer der Bundesliga stehen am Sonntag auf dem Platz.

Derby in Hessen

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Derby-Time unter Flutlicht: Die Städte Darmstadt und Mainz liegen Luftlinie nur 31 Kilometer voneinander entfernt. Allerdings treffen die beiden Teams erstmals in der Bundesliga aufeinander. Der Aufsteiger aus Darmstadt steht aktuell auf Rang neun – eine bessere Platzierung gab es für die Lilien noch nie in der Bundesliga. Beim überraschenden 2:2 in Dortmund teilten die Lilien im siebten Saisonspiel schon zum vierten Mal die Punkte, kein anderes Team spielte so oft remis. Am Böllenfalltor winkt allerdings ein Rekord: Das letzte Heimspiel gewannen die Lilien mit 2:1 gegen Werder Bremen – mit zwei Heimsiegen in Folge würden die Hessen bereits ihren Rekord in der Bundesliga einstellen.

Der 1. FSV Mainz 05 spielte dagegen in dieser Saison noch keinmal Remis und rangieren momentan auf Platz 12. Erstmals unter Martin Schmidt könnten die Nullfünfer drei Niederlagen in Serie kassieren, das wollen die Mainzer aber verhindern. Besonders spannend könnte es in der zweiten Halbzeit werden: Darmstadt und Mainz kassierten jeweils sieben der neun Gegentore nach der Pause.

Das Aufwärtstrend-Duell

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Der FC Schalke 04 gewann die letzten sechs Pflichtspiele in Folge. In der Bundesliga haben die Königsblauen bereits 16 Punkte nach sieben Spieltagen gesammelt, eine bessere Bilanz zu diesem Zeitpunkt hatte Königsblau nur einmal vor 44 Jahren (umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel). Wie vor einem Jahr ist Schalke sehr heimstark, seit sechs Heimspielen ungeschlagen. Leroy Sane traf drei Spiele in Folge – das hat sein Vater Souleyman insgesamt vier Mal in der Bundesliga geschafft. Vier Spiele in Folge hat der Vater nie getroffen, der Sohnemann kann es nun schaffen.

Und auch der 1. FC Köln ist im Aufwärtstrend. Die Domstädter haben nach sieben Runden fünf Punkte mehr auf dem Konto als vor einem Jahr. Köln gewann letzte Saison beide Spiele gegen Schalke, drei Siege in Folge gegen Königsblau gab es zuletzt Mitte der 80er Jahre. Auf einen Spieler muss S04 besonders ein Auge habe: Anthony Modeste traf bereits dreimal per Kopf und dreimal zum 1:0.

Fohlen treffen auf Wölfe

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Als erster Mönchengladbacher Trainer seit Wolf Werner 1987 gewann Andre Schubert seine ersten zwei Bundesliga-Spiele mit der Borussia. Die ersten drei Bundesliga-Partien gewann allerdings noch nie ein Borussen-Coach. Die Übernahme des vorherigen U23-Trainers gelang mit Erfolg: Seit Andre Schubert Granit Xhaka zum Kapitän machte, traf der Schweizer in jedem Spiel. Deshalb soll es auch gegen den VfL Wolfsburg diesmal besser klappen: Mönchengladbach hat in seiner Bundesliga-Geschichte gegen keinen anderen Verein eine so negative Bilanz wie gegen die Niedersachsen.

Die Wölfe konnten in dieser Saison noch kein Auswärtsspiel gewinnen. Dazu kommt, dass Wolfsburg in Mönchengladbach seit fünf Spielen sieglos ist und daraus nur zwei Punkte holte. Mut macht Stürmer Bas Dost, der in dieser Spielzeit bereits fünfmal einnetzte. Nach den beiden unglücklichen Pleiten unter der Woche in der Champions-Leauge, treffen die Fohlen und Wölfe nun in der Bundeslia aufeinander.

Sehnsucht nach dem Befreiungsschlag

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Hannover 96 muss sich wie in einer Zeitschleife fühlen: Im Mai standen die Niedersachsen auch schon mit dem Rücken zur Wand. Damals holte man am 31. Spieltag überraschend in Wolfsburg einen Punkt nach Rückstand (wie jetzt wieder am letzten Spieltag) und spielte anschließend zu Hause gegen den SV Werder Bremen. Das Heimspiel im Mai endete 1:1. Die zwei Punkte nach sieben Spieltagen sind für Hannover ein neuer Vereinsminusrekord. Erstmals seit neun Jahren belegt Hannover zwei Spieltage hintereinander den 18. Tabellenplatz. Jetzt soll der Befreiungsschlag her.

Auch beim VfB Stuttgart läuft es nicht rund: Sechs der ersten sieben Spiele gingen verloren. Stuttgart gehört zu  den Bundesliga-Teams mit den meisten Torschüssen, die Chancenverwertung der Schwaben ist aber eindeutig ausbaufähig. Tore müssen her! Das betrifft auch die Standardsituationen: Die Schwaben erspielten sich ligaweit die meisten Ecken, aber nach keiner der 56 Hereingaben von der Fahne folgte ein Tor.

Von Patrick Eckholt