Köln - Am vergangenen 21. Spieltag setzte sich ein kurioser Trend fort. Drei von fünf Strafstößen wurden verschossen. Damit wurden in dieser Saison nur 35 von 53 Elfmetern verwandelt. Jeder dritte Schuss landet nicht mehr im Kasten, die Keeper werden immer öfter zu spielentscheidenden Figuren. bundesliga.de hat weitere interessante Fakten zusammengestellt.

Das ultimative Duell zwischen Schützen und Torwart ist offener wie lange nicht mehr. Die Quote der erfolgreich im Tor untergebrachten Elfmeter liegt bei gerade einmal 66 Prozent. Eine schwächere Bilanz wies die Bundesliga zuletzt vor 37 Jahren in der Spielzeit 1979/80 auf (damals 63 Prozent).

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Zum Teil ist das Problem hausgemacht: Jede Mannschaft hat einen besten Schützen, und der muss immer antreten, auch wenn er einmal zwei Versuche in Folge vergibt. Bei Teams mit sehr guter Strafstoß-Bilanz wie dem FC Augsburg oder Mainz 05 gibt es keine Diskussionen am Punkt wie zuletzt beim Hamburger SV. Bei einem Team wie Bayer Leverkusen standen in dieser Saison in allen Wettbewerben dagegen bereits vier verschiedene Spieler am Punkt, bei Borussia Mönchengladbach waren es drei.

Video: Gladbacher Elfmeter-Drama

Drei Teams haben große Probleme vom Punkt

Der FC Ingolstadt und Leverkusen bekamen die meisten Strafstöße zugesprochen (jeweils fünf), einzig Augsburg bekam noch keinen Strafstoß in der laufenden Saison. Mehr als die Hälfte aller Mannschaften haben in der laufenden Saison mindestens einen Strafstoß nicht im Tor unterbringen können, nur Mainz (vier), der SC Freiburg (vier), Werder Bremen (drei), Hertha BSC (drei), 1899 Hoffenheim (zwei), Bayern München (zwei) und dem VfL Wolfsburg (einen) verwandelten immer.

Leverkusen (vier von fünf), Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt (jeweils drei von vier) vergaben die meisten Strafstöße der Saison und sind die einzigen Teams, die weniger als die Hälfte verwandelten.

Torhüter hielten zwölf Mal

Von den 35 vergebenen Elfmetern wurden zwölf vom Keeper gehalten, Ralf Fährmann, Peter Gulacsi und Alexander Schwolow parierten je zwei Strafstöße. Mit zwei gehaltenen Strafstößen ist man noch weit entfernt vom Höchstwert in einer Saison:

Der Bundesliga-Rekord liegt bei sechs gehaltenen Strafstößen in einer Saison. Das Kunststück schaffte Thomas Zander in der Saison 1979/80 im Trikot von 1860 München.

Die aktuellen Bundesliga-Keeper

Von den Spielern, die aktuell in der Bundesliga spielen, hat Jan Rosenthal als einziger eine Quote von 100 Prozent. Er ging als Feldspieler am 7. Dezember 2008 ins Tor von Hannover 96 und hielt den Strafstoß von Edin Dzeko. Es folgen Peter Gulacsi (zwei von drei) und Martin Hansen (einen von zwei) mit 66,7 bzw. 50 Prozent.

Bernd Leno parierte von den aktuellen Bundesliga-Spielern die meisten Strafstöße (neun, davon zwei gegen Hoffenheim), gefolgt von Diego Benaglio (acht, davon je zwei gegen Borussia Dortmund und Schalke 04) sowie Manuel Neuer (sechs, zwei gegen Mainz und einen gegen Ex-Club Schalke) und Rene Adler (sechs, davon zwei gegen Mönchengladbach).

Historische Bestmarken

Rudi Kargus stand bei 76 Bundesliga-Strafstößen gegen sich im Kasten und parierte 23 davon – Bundesliga-Rekord. Die historisch beste Quote bei gehaltenen Strafstößen (mindestens zehn Strafstöße gegen sich) hat Thomas Ernst, er parierte 50 Prozent (fünf von zehn).

Ganz anders ist die Bilanz des Keepers Jörg Butt. Er verwandelte zwischen 1999 und 2001 bemerkenswerte 17 Elfmeter in Serie. Noch besser machten es Spieler des VfL Bochum, die zwischen 1978 und 1982 sogar 24 Mal in Folge erfolgreich waren. Sieben Strafstöße nacheinander vergab Borussia Dortmund in den Jahren 1963 bis 1965. Dem BVB gelang auch das Kunststück, alle fünf Elfer der Saison 2010/11 zu verballern und trotzdem Meister zu werden.

Video: Sehenswerte Elfmeter-Paraden