Köln - Schon jetzt ist die Saison 2016/17 eine Spielzeit der späten Tore. 24 der 132 Saisontore wurden nach der 85. Minute erzielt. Das entspricht 18,2 Prozent. Viele Partien wurden erst ganz kurz vor dem Abpfiff entschieden, zuletzt die Spiele in Hamburg, Fankfurt, Bremen und Mainz. bundesliga.de hat die wichtigsten Fakten zum Thema Last-Minute-Treffer zusammengestellt.

In der laufenden Bundesliga-Saison wurden an den ersten fünf Spieltagen 132 Tore erzielt. Seit 1963 fielen an den ersten fünf Spieltagen durchschnittlich 137 Tore. 24 dieser 132 Saisontore fielen erst nach der 85. Spielminute. In keiner Bundesliga-Saison war die absolute Zahl (24) und der prozentuale Anteil (18,2 Prozent) der Tore nach der 85. Minute so hoch, wie in der laufenden Spielzeit. Mit 21 von 141 Treffern (14,9 Prozent) kam nur die Saison 2010/11 an den aktuellen Wert heran.

Viele Teams schossen späte Tore

Elf der 18 Bundesligisten waren bereits nach der 85. Minute erfolgreich, kein Team häufiger als drei Mal (Leverkusen, Dortmund, Mainz und Leipzig). Nur die Bayern, Köln, Leverkusen und Leipzig mussten nach der 85. Minute noch kein Gegentor hinnehmen. Am häufigsten klingelte es im Kasten des Hamburger SV nach der 85. Minute (vier Mal).

Joshua Kimmich, Joel Pohjanpalo und Julian Schieber sind die einzigen Spieler, die mehr als ein Mal nach der 85. Minute erfolgreich waren (je zwei Mal).

14 der 24 Saisontore nach der 85. Minute haben zum Zeitpunkt des Treffers noch den Spielausgang verändert (aus Rückstand ein Remis gemacht, aus Remis eine Führung gemacht) – je zwei von Bremen, Darmstadt, Leipzig, Leverkusen und Mainz. Zehn Mal wurde also nur noch erhöht oder nur Ergebniskosmetik betrieben.

Drei Mal ging es besonders hoch her

© imago / Matthias Koch

Bei der Partie Hertha gegen Freiburg am 1. Spieltag glich zunächst Nicolas Höfler last Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 aus, ehe Julian Schieber kurz drauf doch noch den Siegtreffer erzielte. Die anderen beiden Spiele wurden sogar komplett gedreht, jeweils mit Bremer Beteiligung in der englischen Woche.

Am 4. Spieltag führte Bremen unter dem neuen Trainer Alexander Nouri gegen Mainz bis zur 87. Minute mit 1:0, dann trafen Yunus Malli und Pablo De Blasis für Mainz zum Sieg. Nur drei Tage später machten es die Bremer genau umgekehrt, sie glichen gegen Wolfsburg in der 86. Minute aus und erzielten in der ersten Minute der Nachspielzeit den Treffer zum ersten Saisonsieg. In kürzester Zeit erlebte Nouri in seinen ersten beiden Bundesliga-Spielen als Trainer beide Extreme.