Köln -So schnell wie am vergangenen Samstag in der Partie zwischen der TSG Hoffenheim und Bayern München rappelte es noch nie zuvor in der Kiste. Kevin Volland traf nach neun Sekunden ins Tor der Bayern und erzielte damit das früheste Tor der Bundesliga-Geschichte. bundesliga.de hat weitere Besonderheiten zu den bislang 48.704 Toren der Bundesliga zusammengestellt.

Teilt man eine Bundesliga-Partie in sechs Viertelstunden, stellt man fest, dass mit zunehmender Spieldauer auch immer mehr Treffer fallen. Das ist auch logisch, da die Profis im Laufe eines Spiels an Konzentration verlieren, Kräfte einbüßen und am Ende müde sind.

In der Anfangsviertelstunde sind bis jetzt 6.143 Tore gefallen, in den letzten 15 Spielminuten zwischen der 76. und 90. Minute dagegen 10.417. Verteilt man die Tore auf 5-Minuten-Intervalle, fallen in der ersten Halbzeit in jedem Intervall mehr Tore als im davorliegenden. Den 1.762 Buden der ersten fünf Minuten folgen 2.167 Treffer zwischen der 6. und 10. Minute und dann wiederum 2.214 Tore zwischen der 11. und 15. Minute. So geht es wieter bis zur Pause, die eine Zäsur darstellt.

In den letzten fünf Minuten fielen 4.176 Tore

Die ersten 20 Minuten nach dem Seitenwechsel liegen noch unter dem Höchstwert der letzten fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff, in denen es zwischen der 41. und 45. Minute 2.887 Treffer hagelte. In den ersten fünf Minuten nach der Halbzeit fielen dagegen "nur" 2.452 Tore.

Auch für die zweiten 45 Minuten gilt dann, dass in jedem 5-Minuten-Intervall mehr Treffer bejubelt werden, als in dem zuvor. Die 4.176 Tore, die in den letzten fünf Spielminuten fallen, ist mit Abstand der höchste Wert für ein 5-Minuten-Intervall. Fast 1.000 Tore mehr als die 3.183 Minuten fielen in der letzten Minuten, zu der allerdings auch die Tore der Nachspielzeit gezählt werden.

Die spätesten Tore

Zwei Mal fiel seit der Saison 1992/93 ein Bundesliga-Tor in der fünften Minute der Nachspielzeit der 1. Halbzeit: Am 24. Oktober 1992 traf Wolfgang Rolff bei einem 3:2-Sieg des KSC in Kaiserslautern zum 2:1 kurz vor dem Pausenpfiff.

Und am 17. Januar 2010 war Mats Hummels für Dortmund beim 1. FC Köln ebenfalls in der fünften Minute der Nachspielzeit der 1. Halbzeit zum 2:0 erfolgreich (Endstand 3:2 für die Borussia).

Einmal seit der Saison 1992/93 fiel ein Bundesliga-Tor in der „96. Minute“: Am 19. September 2014 traf Ronny für Hertha BSC beim SC Freiburg zum 2:2-Endstand.

Die schnellsten Doppel- und Dreierpacks

Sechs Spieler teilen sich den schnellsten Doppelpack in der Bundesliga-Historie. Vedad Ibisevic (Hoffenheim), Hugo Almeide (Bremen), Rainer Schütterle (Karlsrihe), Dirk Zander (St. Pauli), Gerd Müller (FC Bayern) und Lutz Steinert (Hertha) trafen in den ersten vier Spielminuten doppelt. Drei weitere Profis - Frankfurts Albert Streit, Leverkusens Andreas Thom und Wolfsburg Diego Klimowicz - schafften das gleiche Kunststück in den ersten fünf Minuten eines Bundesliga-Spiels.

Für den schnellsten Dreierpark in 52 Jahren Bundesliga kann sich Mönchengladbachs Herbert Laumen feiern lassen, der am 30.9.1967 im Spiel gegen Hannover 96 nach lediglich neun Minuten schon dreimal getroffen hatte. Eine Minute länger brauchte Gerd Müller sieben Monate später gegen RW Oberhausen. Weitere Spieler, die in den ersten 25 Minuten drei Tore erzielten waren u.a. Michael Tönnies, Benny Wendt, Vedad Ibisevic, Klaus Fischer oder Mo Idrissou.

Und dann war da noch der Leverkusener Arne Larsen Ökland, der am 7.3.1981 schon nach 24 Minuten mit seinen drei Treffern einen 3:0-Vorsprung der Werkself gegen Bayern München herausgeschossen hatte. In dieser Partie wollte Schiedsrichter Udo Horeis dem Leverkusener Stürmer sogar noch einen vierten Treffer gutschreiben. Was war passiert? Ein Schuss Öklands hatte die Netzstange hinter dem Tor getroffen, der Ball war dann durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Ökland korrigierte den Unparteiischen, der seine Entscheidung zurücknahm, und erntete viel Lob für seine Fairplay-Geste. Es blieb beim 3:0-Sieg der Rheinländer.

Tobias Gonscherowski