Köln - Das erste Drittel der Saison ist gespielt, die ersten Tendenzen haben sich inzwischen zu einer aussagekräftigen Tabelle verfestigt. Der FC Bayern hat den besten Start aller bisherigen Bundesliga-Zeiten hingelegt, spürt aber den Atem seines hartnäckigen Verfolgers Borussia Dortmund.

Hinter den beiden Topteams geht es eng zu. bundesliga.de hat die Topdaten zu allen 18 Bundesligisten zusammengestellt und präsentiert in dieser Woche die Vereine der unteren Tabellenhälfte (zur Tabelle).

Ingolstadt: Defensive ist Trumpf

Der FCI stellt die zweitbeste Defensive der Bundesliga. Einzig der Spitzenreiter FC Bayern kassierte weniger Gegentreffer (vier) als der FCI (neun). Der Ligaschnitt liegt bei 17 Gegentoren.

Maßgeblichen Anteil an dieser Statistik hat natürlich auch Keeper Ramazan Özcan. Die Nummer eins der Schanzer hielt seinen elf Saisonspielen satte sechs Mal die Null und parierte 85 Prozent der Schüsse auf seinen Kasten. Das ist sogar der beste Wert aller Stammkeeper in der Bundesliga. 

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Ein weiterer Grund für den starken Saisonstart ist die Kontinuität im personellen Bereich. Der Stamm des Aufstiegsteams wurde zusammengehalten und punktuell verstärkt. Mit Markus Suttner hat sich nur ein Neuzugang in die erste Elf gespielt. Diese mannschaftliche Geschlossenheit zeigt sich vor allem auswärts. Nur Bayern und Dortmund (13 Punkte) waren in der Fremde erfolgreicher als Ingolstadt (zwölf Punkte).

Hamburg: Hinten enorm verbessert

Der HSV hat die Problemzone der vergangenen Saison endlich in den Griff bekommen. Seit dem missglückten Auftakt beim FC Bayern kassierte man nur elf Gegentore. In fünf Spielen blieb die Weste sogar weiß. In der ersten Hälfte steht die Defensive besonders gut, einzig Ingolstadt kassierte weniger Gegentore vor der Pause (zwei) als Hamburg (vier).

Neben Kapitän Johan Djourou glänzt vor allem Neuzugang Emir Spahic. Der erfahrene Innenverteidiger ist mit satten 64 Prozent gewonnener Duelle der zweikampfstärkste Hamburger.

In der Offensive ist Pierre-Michel Lasogga die zentrale Figur. Der Topscorer des HSV erzielte 45 Prozent der HSV-Treffer (fünf von elf) an den ersten zwölf Spieltagen – ligaweit hat kein anderer Spieler einen so hohen Anteil.

Frankfurt: Auf Meier ist Verlass

Die Frankfurter Eintracht glänzt besonders durch Kaltschnäuzigkeit. Einzig Hannover 96 nutzte seine Großchancen besser (75 Prozent) als die Mannschaft von Coach Armin Veh (71 Prozent). Auch das Umschaltspiel kann sich sehen lassen. Bereits sechs Mal klingelte es nach Kontern – der zweitbeste Wert im Oberhaus.

Wenn man von der erfolgreichen Offensive der Hessen spricht, darf ein Name natürlich nicht fehlen: Alex Meier. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison feierte am 4. Spieltag nach fünf Monaten Verletzungspause ein Traumcomeback und traf gegen Köln drei Mal. Es war nicht nur sein erster Dreierpack in der Bundesliga überhaupt, sondern ligaweit auch der erste der Saison. Mit insgesamt fünf Toren ist er wieder Frankfurts gefährlichster Angreifer.

Darmstadt: Die Abwehr steht

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Der Überraschungs-Aufsteiger aus Darmstadt setzt auf eine defensive Grundordnung und fährt damit beachtlich gut. Die Lilien gestatteten den Gegnern wenige Hundertprozentige, einzig der Sptzenreiter aus München gestattete den Gegnern noch weniger Großchancen (vier) als Darmstadt (zehn). 

In der Offensive sorgt Marcel Heller für Furore. Der flinke Flügelflitzer schoss in dieser Saison schon mehr Bundesliga-Tore (fünf) als in seiner Bundesliga-Karriere zuvor (zwei Treffer in 34 Spielen für Eintracht Frankfurt). Fünf Tore gelangen ihm in einer Saison nie zuvor (Bundesliga, 2. und 3. Liga).

Bremen: Stark bei Standards

Werder liebt den ruhenden Ball und kam nach Standards bereits zu 54 Torschüssen. Nur Schalke (61) kann in dieser Statistik bessere Zahlen aufweisen. Aber auch aus dem Spiel heraus sucht Bremen sein Glück in der Luft – und zwar mit Erfolg. Durchschnittlich führte jede 21. Flanke zu einem Torerfolg (Ligaspitze).

Nutznießer der vielen Flanken ist Anthony Ujah. Der Neuzugang knipste nach hohen Bällen drei Mal. Nur der Führende der Torjägerliste Robert Lewandowski hat in dieser Statistik einen Treffer mehr auf dem Konto. Insgesamt war Ujah an sechs der 13 Bremer Tore direkt beteiligt (fünf Tore, eine Vorlage).

Hannover: Eiskalt vor dem Tor

Die Niedersachsen sind eiskalt vor der Kiste. Kein anderes Team nutzte seine Großchancen so gut wie die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck: Aus 75 Prozent der hundertprozentigen Möglichkeiten resultierte ein Tor.

Der Drahtzieher in der Offensive ist Hiroshi Kiyotake. Obwohl der Japaner aufgrund einer Verletzung erst am 4. Spieltag sein Saisondebüt geben konnte, ist er der Hoffnungsträger bei Hannover. An sieben der letzten acht Tore von Hannover war er direkt beteiligt, dazu schlug er beim 1:0 in Köln die Ecke, die Christian Schulz zu Leon Andreasen verlängerte. Ohne den Spielmacher ging zuletzt nichts in der 96-Offensive.

Stuttgart: Offensive als Aushängeschild

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Die Schwaben waren schwer auszurechnen, nur für Mönchengladbach trafen mehr unterschiedliche Spieler (elf) als für Stuttgart (neun). Zudem erspielte sich die Zorniger Elf die zweimeisten Torschüsse (199) und die drittmeisten Großchancen (23).

Immer mittendrin im Offensivwirbel: Daniel Didavi. Der Mittelfeldmotor war an 73 Torschüssen seiner Farben beteiligt, gab selbst starke 48 Torschüsse ab. An seiner Seite glänzt Eigengewächs Timo Werner. In den letzten sieben Bundesliga-Partien sammelte er fünf Scorer-Punkte (drei Tore, zwei Assists).

Hoffenheim: Konterstark

Die TSG war an den ersten zwölf Spieltagen die erfolgreichste Kontermannschaft der Bundesliga, sieben Mal traf die Elf aus dem Kraichgau nach schnellem Umschaltspiel. Zudem kommen sie extrem gut aus den Startlöchern und erzielten bereits vier Treffer in der Anfangsviertelstunde. Auch das ist Bestwert im Oberhaus.

Der Fixpunkt im Hoffenheimer Spiel ist Kevin Volland. Der Nationalspieler erzielte gegen die Bayern das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte (1:0 nach Sekunden) und war insgesamt an 58 Prozent der Tore seines Teams beteiligt (fünf Treffer und eine Vorlage). Mehr Pech hatte da Neuzugang Eduardo Vargas. Der Chilene traf bereits drei Mal nur Aluminium (Ligaspitze).

Augsburg: Der Kapitän geht voran

Paul Verhaegh ist der absolute Leader bei den Fuggerstädtern und geht auch in dieser schwierigen Phase vorneweg. Nicht nur, dass er als Rechtsverteidiger starke Zweikampfwerte (56 Prozent gewonnen) aufweist, ist er auch noch Topscorer seiner Mannschaft (fünf Tore, eine Vorlage).

Die meiste Torgefahr geht jedoch von der Mitte aus. Nur bei zwei Teams suchten die Mittelfeldspieler häufiger den Abschluss als bei Augsburg (107 Mal). Auch die Standards können sich sehen lassen. 46 Prozent aller Tore fielen nach einem ruhenden Ball.

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