Köln - Wie haben die Neuzugänge an den ersten drei Spieltagen eingeschlagen? bundesliga.de hat acht Toptransfers genauer unter die Lupe genommen und die interessantesten Fakten zusammengestellt.

Douglas Costa (Bayern München)

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Starker Beginn: Die ersten drei Bundesliga-Spiele von Douglas Costa waren sehr vielversprechend: Er war an insgesamt fünf Treffern indirekt beteiligt (in allen Partien an mindestens einem) – dabei gelang ihm ein Tor (das 5:0 gegen den HSV), er gab zwei Torvorlagen und holte gegen Leverkusen den Strafstoß vor dem 3:0 raus.

Zweikampfstarker Flankenautomat: Douglas Costa gewann in der Bundesliga die Hälfte seiner Zweikämpfe, sehr stark für einen Spieler der so oft ins Dribbling geht. Costa schlug beim FC Bayern mit Abstand die meisten Flanken – fast jede Zweite (15 von 31). Douglas Costa ist im Bayern-Trikot alle 13 Minuten an einem Torschuss beteiligt – ganz stark.

Arturo Vidal (Bayern München)

Oft am Ball und mit vielen Zweikämpfen: Arturo Vidal war bei Bayern absolut gesehen am häufigsten am Ball (295 Mal = 98 Mal pro 90 Minuten). Er bestritt beim FC Bayern die meisten Zweikämpfe (97, ligaweit nur Kießling und Leckie mehr), gewann immerhin 54 Prozent davon.

"Der beste Mittelfeldspieler der Welt": Vidal verbindet Abräumerqualitäten mit einer gewissen Torgefährlichkeit. Ein weiteres Plus ist seine Vielseitigkeit: Im Mittelfeld kann er von Sechs bis Zehn alles spielen. Vidal verkörpert den modernen Fußball, er vereint Kampfkraft und Laufstärke mit einer ausgezeichneten Spielübersicht. Er ist ein Arbeitstier und bestreitet viele Zweikämpfe, zerstört die Angriffe des Gegners und schaltet nach Ballgewinnen schnell nach vorne um. Vidal selbst äußerte sich dazu wenig bescheiden: "Im Mittelfeld bin ich eben nun mal der beste Spieler der Welt."

Yoshinori Muto (1. FSV Mainz 05)

Japaner für Japaner: Mainz hat in Yoshinori Muto einen Okazaki-Ersatz gefunden – der neue Stürmer kam vom FC Tokyo und erhielt einen Vertrag bis 2019. In 51 J-League-Spielen erzielte der 23-jährige 23 Tore. Yoshinori Muto wurde im DFB-Pokal in Cottbus und am 1. Spieltag gegen Ingolstadt nur eingewechselt, in Mönchengladbach und gegen Hannover stand er dann in der Startelf.

Japan-Doppelpack-Rekord: Am 3. Spieltag gegen die 96er schnürte Muto einen Doppelpack, als einziger Mainzer traf Muto in dieser Saison schon zwei Mal. Ein Doppelpack im erst dritten Bundesliga-Spiel, so schnell schaffte das vor ihm kein Japaner (Shinji Okazaki gelang das erst in seiner 72. Bundesliga-Partie erstmals). Kein Spieler hatte an den ersten drei Spieltagen mehr Großchancen als Muto (vier; zwei davon nutzte er).

Julian Weigl (Borussia Dortmund)

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Guter Start beim neuen Verein: Julian Weigl kam in den ersten acht Pflichtspielen des BVB in dieser Saison immer zum Einsatz, sechs Mal in der Startelf (Joker im Pokal in Chemnitz und bei Odds BK). In der Bundesliga fehlte er sogar keine Minute. Er zeigte keinerlei Anpassungsprobleme und starke Spiele, vor allem in der Liga: Weigl spielte nur sieben Prozent Fehlpässe, das ist Bestwert im Starensemble des BVB und auch ligaweit einer der besten Werte. Er legte im Schnitt 11,4 km zurück. Damit läuft er beim BVB am meisten.

Jüngster und kürzester Kapitän der Löwen: Julian Weigl ging zwischenzeitlich überraschend als jüngster 1860-Kapitän aller Zeiten in die letzte Saison, da war er noch 18 Jahre alt. Der Sechser kam auf 24 Zweitligaspiele in der gesamten Saison und konnte in den Relegationsspielen gegen Holstein Kiel den Abstieg mit den Löwen verhindern. Die Borussen statteten den 19-Jährigen mit einem Vertrag bis 2019 aus.

Max Kruse (VfL Wolfsburg)

Torvorlage gegen Frankfurt: Max Kruse stand in allen drei Bundesliga-Spielen in Wolfsburgs Startelf. Er bereitete am 1. Spieltag gegen Frankfurt das 1:0 vor. In Runde 2 in Köln blieb er dann aber weitgehend blass, zuletzt gegen Schalke war er in 87 Minuten sogar nur an einem Torschuss beteiligt. Im DFB-Pokal bei den Stuttgarter Kickers war Kruse noch an drei der vier Tore beteiligt.

Topscorer von Mönchengladbach: Max Kruse war in der Bundesliga-Saison 2014/15 Mönchengladbachs Topscorer. Seine elf Treffer wurden bei der Borussia nur von Raffael übertroffen (zwölf). Acht Mal erzielte er das 1:0, das gelang ligaweit keinem anderen Spieler so oft. Auch wenn Kruse von Zeit zu Zeit unter Torflauten leidet, macht er viele wichtige Treffer.

Anthony Modeste (1. FC Köln)

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In vier Spielen für Köln an sieben Toren beteiligt: Anthony Modeste schlug beim FC glänzend ein, überzeugte schon in der Vorbereitung und traf im ersten Pflichtspiel beim 4:0 im Pokal in Meppen gleich drei Mal. Auch gegen Stuttgart war er der entscheidende Mann, holte den Elfmeter zum 1:0 geschickt heraus, verwandelte glücklich selbst (sein erster Elfmeter in der Bundesliga) und bereitete nach einem tollen Antritt das späte 3:1 vor. Gegen Wolfsburg und den HSV legte er nach: Er bereitete gegen die Wölfe per Kopf Zollers Treffer vor und verwandelte einen weiteren Elfmeter gegen den HSV. Damit war Modeste an sieben der zehn Kölner Pflichtspieltore dieser Saison beteiligt.

Blitzstarter: Vier seiner sieben Saisontore 2014/15 erzielte Modeste in der Anfangsviertelstunde. Kein Ligaspieler markierte mehr frühe Treffer. Eins dieser frühen Tore war der 48.000. Treffer der Bundesliga-Historie (am 8. Spieltag in Hamburg). In Pokalrunde 1 dieser Saison traf er in Meppen gleich nach 45 Sekunden. Es war das schnellste Tor der Kölner Pokalgeschichte!

Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen)

Mehmedi schoss Bayer in die Champions League: Admir Mehmedi kam aus Freiburg und unterschrieb einen Vertrag bis 2019. Seine ersten Auftritte im Bayer-Trikot waren erfolgreich: Im Pokal in Lotte holte er einen Elfmeter heraus, am 1. Bundesliga-Spieltag gab er die Torvorlage zum 2:1-Siegtreffer gegen Hoffenheim und im Champions-League-Rückspiel gegen Lazio schoss er Bayer in die Gruppenphase der Königsklasse (sein erstes Pflichtspieltor für Bayer).

Spielstarker Angreifer: Vor allem wenn er Platz hat, ist der schnelle und technisch versierte Offensivmann sehr effektiv. Mehmedi ist ein sehr variabel einsetzbarer Offensivspieler mit viel Spielverständnis. Er ist technisch gut ausgebildet, bewegt sich gut, kann in der Offensive jede Position spielen. Zum Teil kommt er etwas zurückhängend zum Einsatz, ein echter Stoßstürmer ist er nicht.

Stefan Reinartz (Eintracht Frankfurt)

Guter Saisonstart: Stefan Reinartz überzeugte defensiv wie offensiv: Er gewann am 3. Spieltag gegen Stuttgart ganz starke 72 Prozent seiner Zweikämpfe und gab eine Torvorlage, zudem köpfte er am 1. Spieltag Frankfurts erstes Saisontor. Damit gelang ihm nun die Hälfte seiner Bundesliga-Tore per Kopf (sechs von zwölf). Reinartz nahm seine neue Führungsrolle sofort an, war viel unterwegs und bei der Eintracht in dieser Saison am häufigsten am Ball (64 Mal pro Spiel).

Reinartz wollte wichtiger werden: Stefan Reinartz hat seine ersten 148 Bundesligaspiele alle für Leverkusen bestritten und suchte nach einer neuen Herausforderung. Bei Bayer war er keine Stammkraft mehr, letzte Saison stand er nur neun Mal in der Startelf. Jetzt ging er tabellarisch einen Schritt zurück, um sich in Richtung unangefochtener Führungsspieler zu entwickeln (Veh nannte ihn schon seinen Quarterback).