Köln - Manchmal ging es um die Meisterschaft, häufig um die internationalen Startplätze, ab und zu auch gegen den Abstieg und immer um eine ganze Menge Prestige: Das rheinische Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln hat in der Bundesliga denkwürdige Duelle hervorgebracht. bundesliga.de präsentiert die Top 5.

Saison 1965/66, Köln - Gladbach 2:2

Einen Sieger findet das Rückspiel im ersten gemeinsamen Bundesliga-Jahr der rheinischen Rivalen zwar nicht, einen großen Helden bringt es trotzdem hervor: Anton "Toni" Regh. Weil es den Bundesligisten erst ab 1967 erlaubt ist Auswechselungen vorzunehmen, bleibt Regh, der sich im Laufe der Partie verletzt, auf dem Feld und humpelt unter Schmerzen im Angriff des FC. Als potenzielle Gefahr nehmen die Gladbacher den angeschlagenen Akteur offenbar nicht mehr wahr, was Regh in der 88. Minute den Treffer zum 2:2-Endstand ermöglicht.

Saison 1968/69, Köln - Gladbach 1:4

Wenn es um das Duell zwischen Köln und Mönchengladbach geht, dann ist immer wieder die Rede von Günter Netzers legendärem Tor im DFB-Pokalfinale 1973. Seine größte Sternstunde gegen den FC erlebte der Borussen-Freigeist aber am 18. Januar 1969. Mit zwei direkt verwandelten Freistößen und einem Elfmetertor hat Netzer entscheidenden Anteil am deutlichen 4:1-Sieg und entscheidet nebenbei das Duell der Spielmacher gegen Wolfgang Overath klar für sich. "Kurfürst Overath gegen Kaiser Netzer", titelt der "Kicker" anschließend.

Saison 1977/78, Gladbach - Köln 2:5

Nach großen Erfolgen mit Borussia Mönchengladbach kehrt Trainer Hennes Weisweiler 1976 zurück zum 1. FC Köln und führt den Club in im zweiten Jahr zur bislang letzten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Am Ende hat der FC fünf Tore mehr auf dem Konto als die punktgleiche Gladbacher Borussia. Den Grundstein für den Titel legen die Domstädter schon am 1. Oktober beim 5:2-Triumph auf dem Gladbacher Bökelberg, den der FC erstmals seit elf Spielen wieder stürmt. Dieter Prestin (2), Herbert Neumann, Harald Konopka und Dieter Müller sind für Köln beim Offensivspektakel erfolgreich.

Saison 2001/02, Gladbach - Köln 4:0

An Arie van Lent hat der 1. FC Köln keine gute Erinnerungen. Als Spieler von Borussia Mönchengladbach traf der Angreifer besonders gerne gegen den rheinischen Rivalen - vor allem am 5. Februar 2002. Nach einer völlig offenen ersten Hälfte kippte die Partie nach dem 1:0 durch Markus Münch in der 51. Minute komplett zugunsten der Borussia, für die van Lent binnen 14 Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielte. Das Kuriose an der Geschichte: Der Torjäger hatte an den ersten Spieltagen der Rückrunde nicht getroffen und erhielt just am Tag vor dem Derby von einem Fan ein Paket mit seinen alten, eigentlich völlig heruntergespielten Schuhen, die er bei einer Tombola versteigert hatte. Van Lent schlüpfte wieder in die alten Treter, der Rest ist Geschichte.

Saison 2010/11, Gladbach - Köln 5:1

Mitten im schier aussichtslosen Abstiegskampf wirft Borussen-Coach Lucien Favre kurz vor Ende der Saison Torhüter Marc-Andre ter Stegen beim heißen Derby ins kalte Wasser. Es wird ein traumhafte Premiere für den inzwischen zum FC Barcelona gewechselten Torhüter, der sich während der 90 Minuten in ein paar Szenen auszeichnen und nach einer ausgeglichenen Anfangsphase einen rauschenden 5:1-Erfolg seiner Vorderleute bejubeln kann. Für Gladbach, zu diesem Zeitpunkt Schlusslicht der Tabelle, beginnt damit ein Endspurt, der durch über die Relegation zur Rettung führt.

Stefan Schinken

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