Andrej Kramaric ist in der Rückrunde brandgefährlich: 38 seiner 55 Tore für Hoffenheim erzielt der Kroate nach der Winterpause - © imago images / Nordphoto
Andrej Kramaric ist in der Rückrunde brandgefährlich: 38 seiner 55 Tore für Hoffenheim erzielt der Kroate nach der Winterpause - © imago images / Nordphoto
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Tipico Blog: Die Rückrunden-Rekorde

Am 17. Januar kehrt die Bundesliga nach etwas weniger als vier Wochen aus der Winterpause zurück. In der Rückrunde streben die Teams nach den nächsten Erfolgen oder hoffen auf eine Aufholjagd. Das wäre wahrlich nicht ungewöhnlich für das zweite Halbjahr einer Bundesliga-Saison, wie die Rekorde der Rückrunde zeigen. Der Tipico-Blog der Woche.

Der Westschlager zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gibt am Freitag den Startschuss für die Rückrunde der Bundesliga-Saison 2019/20, die auch diesmal wieder packende Partien und brisante Begegnungen bieten wird. Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft verspricht genauso spannend zu werden wie das Rennen um die Plätze in den internationalen Wettbewerben und das Ringen um den Klassenerhalt in der unteren Tabellenhälfte. Dass die Bundesliga-Stars im zweiten Halbjahr der Saison zur Höchstform auflaufen, beweisen schon die folgenden Rückrunden-Rekorde.

Gerade auf den FC Bayern München wird im Titelrennen zu achten sein – trotz vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig. Denn der Rekordmeister ist ein Experte in Sachen Rückrunde: So halten die Münchener nicht nur den Startrekord, sondern auch die Bestmarke über die gesamte zweite Halbserie. 2012/13 gewann der FCB unter Jupp Heynckes die ersten 14 Spiele im neuen Jahr und kamen zum Ende ihrer Triplesaison insgesamt auf 16 Siege und lediglich ein Remis – niemand war bisher besser. Auch in Sachen eigene Treffer und Gegentore setzten die Bayern Maßstäbe: 2015/16 kassierten die Münchener nur neun Treffer – defensiv die beste Rückrunde der Bundesliga-Historie. Zwei Spielzeiten später stellte der Rekordmeister die beste Rückrundenoffensive der Bundesliga-Geschichte, der FCB traf in 17 Partien starke 55 Mal.

Kaum verwunderlich also, dass auch der historisch beste Torschütze in einer Bundesliga-Rückrunde das Trikot des FC Bayern München trug. Satte 23 Treffer bejubelte Gerd Müller in der zweiten Halbserie der Saison 1971/72. Dem „Bomber der Nation“ kam nur ein Duo nahe: Dieter Müller erzielte in der Rückrunde 1976/77 21 Tore für den 1. FC Köln, in der Saison 2008/09 schoss Edin Dzeko den VfL Wolfsburg mit ebenfalls 21 Rückrundentreffern zur überraschenden Meisterschaft nach zwischenzeitlich elf Punkten Rückstand. Doch auch unter den aktuellen Bundesliga-Profis gibt es einen treffsicheren Stürmer, auf den es sich im anstehenden Halbjahr zu setzen lohnt: Andrej Kramaric ist ein Meister der Rückrunde, erzielte 38 seiner 55 Bundesliga-Tore für die TSG 1899 Hoffenheim nach der Winterpause.

Der statistisch stärkste Torwart kommt derweil überraschend nicht vom FC Bayern: Obwohl Manuel Neuer in der Rekordsaison 2015/16 nur neun Mal hinter sich greifen musste und starke 81 Prozent aller Bälle, die auf sein Tor kamen, abwehren konnte, gehört die beste Quote einem anderen Schlussmann. Gintaras Stauce hält den Bestwert aller Keeper in Rückrunden seit Beginn der Datenerhebung – der Litauer zwischen den Pfosten des MSV Duisburg parierte in der zweiten Halbserie der Saison 1998/99 überragende 88 Prozent aller Schüsse.  Die meisten Spiele ohne Gegentor in einer Rückrunde schaffte derweil Oliver Reck, der 1992/93 mit Werder Bremen in 11 der 17 Partien die „Null“ hielt und am Saisonende trotz zwischenzeitlich zehn Punkten Rückstand auf die Konkurrenz Meister wurde.

Gerade im Meisterrennen spielt die Rückrunde eine enorm wichtige Rolle – diverse Aufholjagden in den vergangenen Jahren sprechen darüber Bände. In der vergangenen Saison beispielsweise lag Borussia Dortmund schon neun Punkte vor dem FC Bayern München, den Titel sicherte sich am Ende einer extrem spannenden Rückrunde allerdings der Rekordmeister. Nur in drei Spielzeiten wurden zuvor in der Geschichte der Bundesliga noch größere Rückstände aufgeholt: Neben den beiden bereits erwähnten Überraschungsmeistern Bremen und Wolfsburg holte der FC Bayern in der Rückrunde der Saison 1993/94 sogar elf Punkte Rückstand auf. Eine spektakuläre Aufholjagd lieferte auch Borussia Dortmund 2011/12 beim letzten Titelgewinn der Schwarzgelben ab: Nach zwischenzeitlich größerem Rückstand auf die Bayern war der BVB rechtzeitig zur Rückrunde in Topform und sicherte sich durch ein bärenstarkes Halbjahr die Deutsche Meisterschaft.

Doch auch im Tabellenkeller sollten Teams nicht zu früh abgeschrieben werden: Zum Start in die Rückrunde 1999/2000 hätte wohl niemand Wetten auf einen Klassenerhalt von Eintracht Frankfurt abgeschlossen, waren die Hessen doch zehn Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Dank einer Halbserie mit satten 30 Punkten beendeten die "Adler" die Spielzeit jedoch auf Platz 13, retteten sich am abschließenden 34. Spieltag endgültig durch einen 2:1-Sieg gegen Absteiger Ulm. Einen ähnlichen Lauf krönte Borussia Mönchengladbach 2010/11: Angetrieben durch einen 5:1-Derbysieg gegen den 1. FC Köln schafften die bereits als sichere Absteiger geltenden "Fohlen" den Sprung in die Relegation, wo das Team von Trainer Lucien Favre den Klassenerhalt unter Dach und Fach brachte. Da dürfte selbst für den SC Paderborn, die derzeit etwas abgeschlagen auf dem 18. Platz der Bundesliga stehen, die Chancen auf einen Verbleib in der Bundesliga nicht so schlecht sein.