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Leitete das Länderspiel zwischen Deutschland und Finnland: Matheus Delgado Candançan
Leitete das Länderspiel zwischen Deutschland und Finnland: Matheus Delgado Candançan - © IMAGO/Markus Ulmer
Leitete das Länderspiel zwischen Deutschland und Finnland: Matheus Delgado Candançan - © IMAGO/Markus Ulmer
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Testspiel als Generalprobe: Diese neuen Regeln gelten ab der WM

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Wie bereits zu Jahresbeginn bekannt wurde, gelten bei der anstehenden Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA einige neue Regeln. Im Testspiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag gegen Finnland wurden bereits ein paar davon sichtbar.

Wer den souveränen 4:0-Erfolg der DFB-Auswahl gegen Finnland aufmerksam verfolgte, dem dürfte hin und wieder ein wild gestikulierender Matheus Delgado Candançan aufgefallen sein. Der brasilianische Schiedsrichter leitete den vorletzten WM-Test der Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann – und setzte die neuen Regeln bereits konsequent um.

So forderte er nach einer knappen Viertelstunde eine schnellere Ausführung eines Einwurfs der Finnen und zeigte mit der Hand einen Fünf-Sekunden-Countdown an. Auch bei Auswechslungen forderte er die Spieler auf, den Platz zügig zu verlassen, um keine Strafe zu riskieren. Diese greift nämlich, wenn ein ausgewechselter Spieler mehr als zehn Sekunden benötigt, um das Feld zu verlassen. In diesem Fall muss der Eingewechselte mindestens eine Minute warten, bevor er den Platz betreten darf – bis dahin agiert die betroffene Mannschaft in Unterzahl.

Generalprobe geglückt

Beide Neuerungen wurden also bereits vor Turnierstart umgesetzt – und das mit Erfolg: Die klaren Ansagen und Warnungen des Schiedsrichters wurden ohne Beanstandung befolgt und beschleunigten das Spiel spürbar. Genau das – weniger Zeitspiel und mehr Spielfluss – ist der Zweck dieser Änderungen. Die Änderungen werden nach der WM auch in der Bundesliga umgesetzt.

Auch eine weitere Regel, die am Sonntag jedoch noch nicht zum Tragen kam, soll in diese Richtung wirken: Bittet ein Spieler auf dem Spielfeld um medizinische Behandlung, muss er dieses anschließend in der Regel für mindestens eine Minute verlassen. Das dürfte in vielen Situationen dazu führen, dass die Akteure zweimal überlegen, ob sie die Teamärzte hinzuziehen oder nicht.

Neue Maßnahme im "Kampf gegen Rassismus"

Doch damit nicht genug der Strafen für mögliche Vergehen: Wenn ein Spieler während einer Auseinandersetzung absichtlich seinen Mund mit der Hand verdeckt, um das Gesagte für Lippenleser unzugänglich zu machen, wird dies künftig mit einer Roten Karte geahndet. Laut FIFA-Präsident Gianni Infantino sei dies eine Maßnahme, "die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen."

Auch bei Sperren gibt es Neuerungen: Gelbe Karten werden nicht mehr nur nach dem Viertelfinale gestrichen, sondern bereits nach der Gruppenphase. Erhält ein Spieler also entweder in zwei der drei Gruppenspiele oder zweimal zwischen Sechzehntel- und Viertelfinale eine Verwarnung, ist er für das folgende Spiel gesperrt.

Mehr Befugnisse für den VAR

Für noch mehr Gerechtigkeit erhält zudem der Video-Schiedsrichter neue Befugnisse. So darf er einen durch eine zweite Gelbe Karte verursachten Platzverweis überprüfen und den Schiedsrichter im Falle einer Fehlentscheidung bitten, seine Entscheidung zu überdenken.

Begeht der Referee bei der ersten Gelben Karte eines Spielers einen Fehler – etwa wenn er sie dem falschen Spieler oder gar der falschen Mannschaft zuordnet –, darf der VAR ebenfalls eingreifen. Hinzu kommt die Überprüfung von Ecken, die zu einem Torerfolg führten. In einem solchen Fall kann der Video-Schiedsrichter ebenfalls um eine Korrektur bitten.

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