München - Sechs Monate Pause für Ivica Olic vom FC Bayern München, Hamburgs Neuzugang Dennis Diekmeier wird in der Hinrunde kein Spiel mehr bestreiten - die schlechten Nachrichten aus dem medizinischen Bereich nehmen für die Clubs der Bundesliga in den letzten Tagen kein Ende.

bundesliga.de wirft einen Blick auf die prominentesten Ausfälle und die von einer Verletztenmisere besonders getroffenen Clubs.

Großes Lazarett beim FCB

Zu Saisonbeginn war das größte Problem des FC Bayern, dass fast alle seiner Stammspieler noch die WM in Südafrika in den Beinen hatten. Lediglich bei Arjen Robben stand schon vor der Saison fest, dass der Niederländer langfristig ausfallen wird.

Doch in den vergangenen Wochen hat sich das Lazarett beim Rekordmeister deutlich gefüllt. Mit Franck Ribery, Mark van Bommel, Miroslav Klose und Diego Contento fallen derzeit allein vier Spieler aus, die am 1. Spieltag in der Startelf des FCB gegen den VfL Wolfsburg standen. Hinzu kommen Olic, der sich einer Knie-Op unterziehen muss und wohl sechs Monate ausfallen wird, Breno und zwischenzeitlich auch Daniel van Buyten und Bastian Schweinsteiger. Zudem zog sich Holger Badstuber eine Schambeinentzündung zu und wird einige Spiele ausfallen.

Veh beklagt hohen Verletzungsstand

Nicht viel besser sieht es beim Hamburger SV aus. Schon seit Saisonbeginn muss Trainer Armin Veh verletzungsbedingt auf WM-Teilnehmer Dennis Aogo verzichten. Mladen Petric, Piotr Trochowski und Marcell Jansen werden immer mal wieder von kleinen Wehwehchen geplagt. Eljero Elia hat wie David Jarolim seit dem 7. Spieltag keine Partie mehr bestritten, zuletzt fehlten auch Ruud van Nistelrooy und Ze Roberto.

Dass sich Torwart Frank Rost im Spiel gegen die Bayern verletzte, fällt nur deshalb nicht ins Gewicht, weil mit Jaroslav Drobny ein erfahrener Ersatzmann nun zum Einsatz kommt. "Auch wenn es keiner hören mag, haben wir einen sehr hohen Verletzungsstand und das hat natürlich auch Auswirkung auf die Leistung", erklärte Trainer Veh, der zudem weiß: "Wir müssen einfach unsere Fehler abstellen." Keine leichte Aufgabe für den Coach mit einem arg dezimierten Team, das in dieser Saison eine Berg und Talfahrt hingelegt hat.

Von Platz 3 am 3. Spieltag ging es mit einem kleinen Zwischenhoch auf Rang 5 nun wieder runter auf den 8. Tabellenplatz, wo man auch schon am 6. Spieltag stand. Derzeit scheint es beim HSV nur eine Konstante zu geben - dass der Trainer nie aus dem Vollen schöpfen kann.

Prominente Ausfälle bei Bayer

Die prominentesten Ausfälle gibt es wohl bei Bayer Leverkusen. Michael Ballack, Stefan Kießling, Sami Hyypiä, Gonzalo Castro - zumindest Simon Rolfes steht wieder auf dem Platz. Und trotzdem steht Trainer Jupp Heynckes mit seiner Mannschaft auf einem guten 4. Tabellenplatz. "Das Team ist physisch in sehr guter Verfassung", lobte der Coach seine unverletzten Spieler.

Beim SV Werder Bremen und dem VfB Stuttgart wiegen in dieser Saion besonders die Ausfälle in der Defensive schwer. Bremen muss schon die gesamte Saison auf Innenverteidiger Naldo verzichten, zwischenzeitlich war auch Nationalspieler Per Mertesacker verletzt. Rechtsverteidiger Clemens Fritz ist der neueste Zugang im Werder-Lazarett.

Bei den Schwaben hat kein Verteidiger alle zehn bisherigen Saisonspiele absolvieren können. Ob Georg Niedermeier, Matthieu Delpierre, Cristian Molinaro, Khalid Boulahrouz, Philipp Degen oder Serdar Tasci, sie alle laborieren an Verletzungen und können größtenteils gar nicht auflaufen.

Es gibt ein paar Ausnahmen

Aber nicht nur diese fünf Clubs haben Ausfälle zu beklagen, ohne verletzte Spieler kommt kein Team durch die Saison. Der FC Schalke muss zum Beispiel mal wieder auf Jermaine Jones verzichten, beim SC Freiburg fehlen unter anderem Neuzugang Jan Rosenthal und Kapitän Heiko Butscher und Nationalspieler Arne Friedrich hat für den VfL Wolfsburg noch kein Spiel absolviert.

Von Glück können da die Teams sprechen, die zum einen nur wenige angeschlagene Spieler zu vermelden haben oder die Position adäquat ersetzen können. Bei Borussia Dortmund wiegt der Ausfall von Sebastian Kehl nur noch halb so schlimm, weil Sven Bender seitdem eine sehr gute Saison spielt.

Beim 1. FSV Mainz 05 fällt es gar nicht auf, wenn mal ein Spieler nicht im Kader steht, denn Trainer Thomas Tuchel rotiert in seiner Startelf fast jede Woche. Und Hoffenheim hat ein Dutzend Spieler im Kader, die in dieser Saison schon in mindestens acht Spielen zum Einsatz kamen. Sicherlich ein weiterer Grund dafür, warum diese drei Teams von der Tabellenspitze grüßen können.

Jessica Pulter