Aus sechs mach' drei: Auch die aufgrund der Einführung des Relegationsspiels leicht entschärfte Abstiegsformel sorgt zwei Runden vor dem Saisonfinale für große Anspannung bei den gefährdeten Bundesligisten. Spannend wird auch das Ringen um die Europapokal-Plätze (alle neun Partien des 33. Spieltags ab 15 Uhr im Live-Ticker und ab 15:15 Uhr im Liga-Radio).

Im Kampf um Platz 5 hat derzeit der Hamburger SV die besten Karten. Nach dem Aus in DFB- und UEFA-Pokal haben sich die Norddeutschen am vergangenen Spieltag mit dem 3:1 über Bochum in der Bundesliga zurückgemeldet, mit einem Sieg gegen Köln soll der nächste Schritt für die Teilnahme am internationalen Geschäft getätigt werden.

"Gegen Bochum haben wir gezeigt, dass noch mit uns zu rechnen ist. Wir müssen die Punkte aus den letzten beiden Spielen holen, dann sind wir auch in Europa dabei", fordert HSV-Trainer Martin Jol, der auf Alex Silva (Muskelfaserriss) verzichten muss.

Letztes Heimspiel für Olic

Für Ivica Olic wird die Partie gegen die "Geißböcke" eine ganz besondere: Der Kroate bestreitet seine letzte Partie im HSV-Dress vor heimischen Publikum. "Ich werde noch einmal alles geben und hoffe, dass ich mit weiteren Toren einen Teil zum Erfolg des Vereins beitragen kann. Es würde mich sehr glücklich machen, wenn der HSV auch in der nächsten Saison international dabei ist", sagte Olic, der ab der kommenden Spielzeit beim FC Bayern unter Vertrag steht.

Der FC machte am Mittwoch - ohne eigenes Zutun - den Klassenerhalt perfekt und kann nun gelassen in die beiden letzten Saisonspiele gehen. Dabei müssen die Domstädter neben den gesperrten Youssef Mohamad und Pierre Womé auch auf Milivoje Novakovic verzichten. Beim FC-Kapitän wurde im Rahmen zweier Untersuchungen ein Loch im Leistenkanal festgestellt, damit ist die Saison für den Slowenen beendet. Außerdem steht der verletzte Faryd Mondragon weiterhin nicht zur Verfügung.


Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld

Mit drei Punkten Rückstand auf den Hamburger SV geht Dortmund ins Finish. Die Borussen stehen aktuell auf dem undankbaren 6. Rang. Wollen sie den Sprung nach Europa packen, müssen die verbleibenden Partien gewonnen werden. Das Restprogramm des BVB könnte leichter sein. Die Klopp-Elf spielt noch gegen die Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach. Zwei Triumphe sind möglich, aber um mit dem HSV die Plätze zu tauschen, muss dieser noch mindestens einmal verlieren.

Da es der Revierclub nicht selbst in der Hand hat, bleiben die Dortmunder bescheiden. "Unser erstes Ziel ist es, am Samstag 58 Punkte auf dem Konto zu haben", skizzierte BVB-Coach Jürgen Klopp die Situation. "Ein zweiter Schritt wäre es dann, am kommenden Wochenende auf 61 zu kommen. Und dann schauen wir, was es dafür gibt. Alles wollen, ist eben nicht gleichbedeutend mit alles bekommen." Ähnlich sieht es sein Kapitän. "Es bringt nichts, auf die anderen zu schauen", sagt Sebastian Kehl: "Wir können noch sechs Punkte holen. Wenn 61 Punkte am Ende nicht reichen sollten, ist das nicht zu ändern."

Bielefeld muss Innenverteidigung umstellen

Borussia Dortmund hat in dieser Saison noch kein Heimspiel verloren. Diese Serie wollen die Arminen natürlich brechen, schließlich soll der siebte Abstieg in der Clubgeschichte verhindert werden. Trainer Michael Frontzeck versucht, seine seit acht Spielen sieglosen Spieler wachzurütteln: "Wir dürfen jetzt nicht in Depressionen verfallen. Dortmund wird für uns eine große Aufgabe."

Die Bielefelder müssen auf die etatmäßigen Innenverteidiger Andre Mijatovic (Gelb-Rot-Sperre) und Markus Bollmann (Innenband-Dehnung im Knie) sowie auf Thorben Marx (Muskelfaserriss) verzichten. Angeschlagen sind Markus Schuler und Oliver Kirch. Die Dortmunder können höchstwahrscheinlich in erneut in unveränderter Formation beginnen.


VfL Bochum - Eintracht Frankfurt

Nach der fünften Pleite in Folge geht beim VfL Bochum die pure Angst um. Der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz ist auf einen Punkt geschmolzen. Mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt würde sich der VfL nicht nur ordentlich Luft verschaffen, sondern möglicherweise auch die Hessen zurück in den Abstiegsstrudel ziehen.

"Wir können mit einem Spiel die gesamte Saison retten", erklärte Bochums Trainer Marcel Koller, der auch betonte: "Wir können es immer noch aus eigener Kraft schaffen." Der VfL-Coach hat den angeschlagenen Philipp Bönig und Marcel Maltritz zuletzt eine Verschnaufpause gegeben, wird sie wohl aber gegen Frankfurt wieder einsetzen. Fraglich ist der Einsatz von Paul Freier (Muskelverhärtung), fehlen werden Torjäger Stanislav Sestak, Shinji Ono und Christian Fuchs.

Frankfurt fehlt noch ein Zähler

Die Frankfurter bekamen zuletzt von Werder Bremen ordentlich das Fell über die Ohren gezogen. Nach der 0:5-Heimklatsche reisten sie bereits einen Tag früher als geplant nach Duisburg, um sich laut Trainer Friedhelm Funkel "in aller Ruhe aufs Spiel beim VfL Bochum vorbereiten zu können".

Im direkten Duell mit dem Mit-Abstiegskandidaten will die Eintracht den einen noch fehlenden Zähler für den Klassenerhalt einfahren. Für dieses Unterfangen stehen die beiden Verteidiger Patrick Ochs (Rotsperre) und Habib Bellaid (fünfte Gelbe Karte) nicht zur Verfügung.


Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach

Mit den beiden Last-Minute-Siegen gegen Schalke 04 und Energie Cottbus (je 1:0) haben sich die Gladbacher aus der Abstiegsregion gehievt. Ausruhen können sich sie sich aber nicht. Nur drei Punkte hinter dem Tabellen-14. liegen Arminia Bielefeld und Energie Cottbus.

Doch die Erfolge lassen die Brust vor Selbstbewusstsein vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen anschwellen. "Wir haben gezeigt, dass wir bis zur letzten Minute geistig und körperlich fit sind", sagte Mittelfeldspieler Michael Bradley. Innenverteidiger Dante schickte eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Diese Borussia steigt niemals ab!"

Bayers letzte Chance für einen Erfolg in Düsseldorf

Trainer Hans Meyer ist ebenfalls zuversichtlich, forderte aber von seinem Personal, dass es "verhindern soll, dass wir am letzten Spieltag unbedingt gegen Dortmund gewinnen müssen". Wie zuletzt in Cottbus treten die "Fohlen" ohne Routinier Tomas Galasek an, den Rückenbeschwerden plagen.

Bayer Leverkusen ist seit sechs Monaten ohne Heimerfolg in der Bundesliga und hat in der Ausweichstätte LTU arena in Düsseldorf noch überhaupt nicht gewonnen. Gegen Gladbach will sich die Werkself im allerletzten Heimspiel der Saison nun mit einem Sieg verabschieden. "Wir haben mit dem DFB-Pokal-Finale ein großes Ziel vor Augen, aber wir haben auch das Ziel, ein Spiel in Düsseldorf zu gewinnen", sagte Trainer Bruno Labbadia, der den gelbgesperrten Arturo Vidal ersetzen muss.


Werder Bremen - Karlsruher SC

Den Gegenbeweis, dass Werder aufgrund der Position im Tabellenmittelfeld die Liga schon abgehakt habe, traten die Bremer am vergangenen Spieltag in Frankfurt an: Mit 5:0 überrollten die "Grün-Weißen" die Eintracht. Zuhause feierte der DFB- und UEFA-Pokalfinalist außerdem zuletzt vier Siege in Serie und ist vor eigenem Publikum seit sechs Spielen ungeschlagen.

Gegen den KSC hofft Trainer Thomas Schaaf wieder auf den Einsatz seines Regisseurs Diego, der seinen Muskelfaserriss auskuriert hat und am Freitag wieder ins Mannschaftstraining einstieg. "Wir haben sehr intensiv mit ihm gearbeitet, aber es liegt auch daran, dass er offenbar sehr gutes 'Heilfleisch' besitzt. Diese Erfahrungen haben wir schon bei früheren Verletzungen im muskulären Bereich bei ihm gemacht", sagte Schaaf. Verzichten muss der Coach aber auf die verletzten Per Mertesacker, Naldo, Claudio Pizarro, Petri Pasanen, Daniel Jensen und Aaron Hunt

Beim Tabellenschlusslicht KSC, der nach der 2:3-Heimpleite gegen Hannover nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt hat, fehlt Dino Drpic nach seiner fünften Gelben Karte. Für den Kroaten wird Sebastian Langkamp als zweiter Innenverteidiger neben Kapitän Maik Franz auflaufen. Ebenfalls nicht dabei sein werden Giovanni Federico nach seiner schmerzhaften Schambeinkopfprellung und der erkrankte Antonio da Silva. "Die Art und Weise, wie wir das Spiel bestreiten, hängt vor allem davon ab, wie die Mannschaft die letzten beiden Spiele verarbeitet hat", sagte Becker: "Entscheidend wird jedoch nicht sein, ob bei Bremen der ein oder andere Spieler fehlt. Wir müssen dagegen halten und das Beste aus uns herausholen."

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