Die Bremer Garcia (li.) und Veljkovic bejubeln den Pokalsieg gegen Hoffenheim - © imago
Die Bremer Garcia (li.) und Veljkovic bejubeln den Pokalsieg gegen Hoffenheim - © imago
Bundesliga

Werder Bremen: Nach Sieg im DFB-Pokal mit Rückenwind gegen Augsburg

Bremen - Der SV Werder Bremen kann noch gewinnen! Am Mittwochabend rangen die Bremer in der 2. Runde des DFB-Pokals im Bundesliga-Duell die TSG Hoffenheim nieder. Durch den 1:0-Heimsieg holten sich die Grün-Weißen nach neun sieglosen Spielen in der Bundesliga neues Selbstvertrauen. Am Sonntag zuhause gegen den FC Augsburg will die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri dann auch endlich den ersten Dreier einfahren. Neben dem Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale freuten sich die Bremer vor allem auch über die Rückkehr ihres Top-Stürmers Max Kruse.

"Nicht schön", aber endlich erfolgreich

Die Erleichterung war förmlich mit den Händen zu greifen. Nach dem Abpfiff durch Schiedsrichter Tobias Stieler feierten die Bremer Fans als hätte ihre Mannschaft soeben die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Doch es war "nur" der Achtelfinal-Einzug im DFB-Pokal, den die Werder-Anhänger enthusiatisch beklatschen. Allen Beteiligten fiel ein großer Stein vom Herzen, dass sie nach fast fünf Monaten endlich wieder einen Heimsieg bejubeln konnten.

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Zuletzt hatte Werder vor eigenem Publikum am 31. Spieltag (29. April) mit 2:0 gegen Hertha BSC gewonnen. In der aktuellen Serie sind die Bremer weiterhin sieglos. Der hart erkämpfte Erfolg im Pokal kann den Bremern aber vielleicht den nötigen Rückenwind geben, den sie benötigen werden, um am Sonntag im eigenen Stadion den FC Augsburg besiegen zu können.

Der Algerier Ishak Belfodil traf nach einer Ecke zum 1:0-Endstand - © imago

Neuzugang Belfodil trifft zum Sieg

"Es war sicher nicht das schönste Spiel, aber wir haben gewonnen und das zählt. Wir haben nie aufgehört zu rennen und haben endlich mal das erste Tor erzielt. Das hat uns gut getan. Am Sonntag wollen wir daran anknüpfen und den Kämpfer-Spirit wieder an den Tag legen," freute sich der Schwede Ludwig Augustinsson nach der Partie. Klar einen Schönheitspreis gewannen die Bremer am Mittwochabend mit ihrer Leistung sicherlich nicht. Doch das war allen völlig egal.

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Die Bremer agierten gegen die TSG mit zwei Viererketten und nur zwei offensiven Spielern davor. Kapitän Zlatko Junuzovic sollte den einzigen Stürmer Ishak Belfodil ins Szene setzen, was zumindest in Halbzeit eins auch einmal erfolgreich gelang. In der 31. Minute trat der Österreicher eine Ecke, die Thomas Delaney per Kopf verlängerte und Belfodil in Abstauber-Manier über die Linie drückte. "Das war ein großartiges Gefühl, aber da das Tor früh im Spiel gefallen ist, bin ich nicht völlig ausgerastet. Ich wollte weiter konzentriert bleiben und der Mannschaft helfen. Als der Schiedsrichter dann abgepfiffen hat, war ich sehr erleichtert. Ich hoffe, dass der Knoten jetzt geplatzt ist."

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Auch Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede war nach dem intensiven Spiel gegen starke Hoffenheimer "happy", aber er konnte den Pokalsieg richtig einordnen: "Das ist heute sehr schön, ein positives Gefühl. Es ist wichtig, dass wir endlich einen Sieg einfahren konnten. Das tut gut. Aber wir werden uns nicht feiern lassen, sondern alles daran setzen, dass wir am Sonntag auch in der Liga den ersten Sieg einfahren."

Dem eigenen laufintensiven Spiel mussten die Bremer in der zweiten Halbzeit dann etwas Tribut zollen. Die TSG wurde immer besser und erspielte sich in der Schlussphase Chance um Chance. Die Werder-Abwehr wankte zwar, doch sie fiel nicht, was auch mal wieder am exzellent haltenden Keeper Jiri Pavlenka lag. Der Tscheche ist in bestechender Form und so ein echter Rückhalt für die Grün-Weißen.

Kruse wieder eine Alternative

Auf ihren Torwart werden sich die Bremer auch am Sonntag beim enorm wichtigen Spiel gegen den FC Augsburg verlassen können, genauso wie auf ihre fantastischen Fans. Das fand auch Rückkehrer Max Kruse: "Ich muss sagen, dass unsere Fans uns über die ganze Partie getragen haben. Schon in der ersten Halbzeit haben wir auf der Bank gesagt, dass die Unterstützung klasse ist und das hat sich dann fortgesetzt. Für mich persönlich war es wichtig, heute wieder 30 Minuten auf dem Platz gestanden zu haben und so Wettkampfpraxis zu sammeln."

Kruse spielte zwar schon acht Minuten beim 0:0 in Köln, dieses Mal immerhin eine halbe Stunde. Nach seinem Schlüsselbeinbruch am vierten Spieltag beim 1:2 gegen Schalke 04 stellt der Ex-Wolfsburger nun endlich wieder ein echte Alternative für Trainer Nouri da. Gegen Augsburg könnte Kruse zusammen mit Torschütze Ishak Belfodil stürmen, um dann endlich den ersten Sieg in der Bundesliga einzufahren.

Aus Bremen berichtet Alexander Barklage