Nach zwei Gastspielen in Frankfurt wurde der Supercup 1989 erstmals in Kaiserslautern ausgespielt. Auf dem Betzenberg kam es zum Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Die Bayern hatten in der abgelaufenen Saison letztlich souverän die Meisterschaft gewonnen.

Für Jupp Heynckes war es der erste Titel als Trainer überhaupt. Der geriet nur kurzzeitig in Gefahr, als der Verfolger 1. FC Köln unter "Lautsprecher" Christoph Daum eine Schwächeperiode der Münchener nutzte und den Bayern dicht auf den Pelz rückte. Doch drei Spieltage vor Schluss gewann der Rekordmeister beim FC nach drei Toren von Roland Wohlfarth mit 3:1. Der Weg zum Titel war frei und Daum verstummt.

McInally und Mihajlovic statt Wohlfarth

Auf Wohlfarth verzichtete Jupp Heynckes dann beim wichtigsten Test vor der neuen Spielzeit. Statt des Torjägers stürmten die Millionen-Neueinkäufe, der Schotte Alan McInally und der Jugoslawe Radmilo Mihajlovic. Beim Supercup stellten die beiden auch gleich mit jeweils einem Treffer ihre Torjägerqualitäten unter Beweis.

Zum Sieg reichte es dennoch nicht. Denn der frisch gebackene Pokalsieger aus Dortmund zeigte sich unbeeindruckt und gewann das torreichste Supercup-Spiel aller Zeiten mit 4:3. Nach einer turbulenten Saison inklusive Trainerwechsel (von Reinhard Saftig zu Horst Köppel) hatten die Westfalen zuvor das Pokalendspiel gegen Werder Bremen überraschend klar mit 4:1 für sich entschieden und damit den ersten Titel nach 23 Jahren an den Borsigplatz geholt.

"Kobra" beißt für den BVB zu

Trainer Köppel konnte auf eine eingespielte Mannschaft bauen, die ausgrechnet mit dem früheren Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann prominent verstärkt wurde. Auch die "Kobra", wie Wegmann genannt wurde, biss beim Supercup zu, dazu trafen Günter Breitzke per "Doppelpack" sowie Andy Möller. Jürgen Wegmann war somit auch der erste Spieler, der den Supercup zwei Mal gewinnen konnte, nachdem er bei der Premiere 1987 noch die Bayern zum Titel geschossen hatte.

Der BVB spielte eine Klassesaison 1989/90 und wurde Vierter. Die Bayern machten es noch besser und verteidigten ihren Titel. Während der Schotte McInally immerhin zehn Tore beisteuern konnte, erfüllte Mihajlovic die Erwartungen nie. Roland Wohlfarth erkämpfte sich wieder seinen Stammplatz - und wurde Bundesliga-Torschützenkönig.

Tobias Gonscherowski


Borussia Dortmund - FC Bayern München 4:3 (1:2)

Dortmund: de Beer (76. Meyer) - Kroth - Helmer, Schulz - Breitzke, Zorc, Möller, MacLeod (46. Kutowski), M. Rummenigge - Wegmann, Driller. Trainer: Köppel

Bayern: Aumann - Augenthaler - Grahammer, Kohler - Reuter, Flick (46. Dorfner), Thon, Kögl, Pflügler - McInally, Mihajlovic. Trainer: Heynckes

Tore: 0:1 McInally (21.), 1:1 Breitzke (40.), 1:2 Grahammer (42.), 2:2 Breitzke (56.), 3:2 Wegmann (64.), 3:3 Mihajlovic (66.), 4:3 Möller (88.)

Zuschauer: 16.000 in Kaiserslautern

Schiedsrichter: Dellwing (Osburg)