Köln - Wenn ab Freitag wieder die Spiele der 1. Runde im DFB-Pokal ausgetragen werden, kommen sie wieder hoch. Die Erinnerungen und Anekdoten an die vielen Sensationen, die es in diesem Wettbewerb in den letzten 40 Jahren gegeben hat.

Alles begann mit einer 1:2-Niederlage des großen Hamburger SV im Sommer 1974 beim badischen Amateurverein VfB Eppingen. bundesliga.de hat die wichtigsten Daten zur Pokalbilanz von Bundesligisten gegen Vereine unterhalb der 2. Bundesliga zusammengestellt.

Bremen und der HSV stolperten am häufigsten

86 Mal ging ein Bundesligist seit 1974 gegen einen krassen Außenseiter baden. In den letzten 25 Jahren gab es nur eine Spielzeit (2008/09), in der sich die Bundesligisten schadlos hielten. Ansonsten erwischt es in schöner Regelmäßigkeit mindestens einen Verein. 2001/02 kamen gleich sieben Bundesligisten in der Provinz unter die Räder.

Dabei war nicht nur alles vertreten, was Rang und Namen hat, sondern es wurden beinahe auch alle Möglichkeiten zu kuriosen Auftritten genutzt. 2001 verlor der 1. FC Nürnberg beim Fünftligisten SSV Ulm mit 1:2, vor zwei Jahren wurde 1899 Hoffenheim vom Viertligisten Berliner AK mit 0:4 abgewatscht. Eintracht Frankfurt hält die zweifelhafte "Bestmarke", im Jahr 2000 mit 1:6 beim VfB Stuttgart II so hoch untergegangen zu sein, wie sonst kein anderer Bundesligist. Die erste Mannschaft der Schwaben ihrerseits verlor das längste Elfmeterschießen in der Geschichte des DFB-Pokals, 1995 mit 12:13 in Sandhausen.

Bayern München scheiterte 1990 mit fünf frisch gebackenen Weltmeistern beim 0:1 in Weinheim legendär, Champions-League-Sieger Borussia Dortmund leistete sich 1997 ein 1:2 bei Eintracht Trier. Und der damalige Titelverteidiger Werder Bremen verabschiedete sich 1994 in Runde 1 beim FC Bayern II.

Gute Bilanz der Werksclubs

Die Bremer sind zusammen mit dem Nordkonkurrenten Hamburger SV übrigens der Bundesligist, der am häufigsten auf die Nase fiel. Beide Nordlichter flogen schon sieben Mal gegen Underdogs aus dem Pokal, die Werderaner zuletzt sogar drei Mal hintereinander, zuletzt im Vorjahr mit 1:3 nach Verlängerung beim 1. FC Saarbrücken.

Nicht viel besser erging es Borussia Dortmund, das schon sechs Mal gegen Außenseiter den Kürzeren zog, zuletzt vor vier Jahren im Elfmeterschießen bei Kickers Offenbach. Je fünf Mal ereilte die rheinischen Rivalen aus Köln und Mönchengladbach dieses Schicksal, vier Mal erwischte es Hertha, Hannover und den SC Freiburg.

Viel besser machen es die Werksvereine. Bayer Leverkusen, seit 35 Jahren Dauergast in der Bundesliga, flog erst einmal gegen einen Amateurverein raus (2003 in Hoffenheim mit 2:3). Gleich gut präsentierte sich der VfL Wolfsburg, den es ebenfalls nur einmal erwischte, vor drei Jahren bei RB Leipzig ebenfalls mit 2:3.

Außenseiterchance liegt bei 15 Pozent

Eine Aussagekraft über die Chancen, den Pokal zu gewinnen, haben diese frühzeitigen Niederlagen jedoch nicht. Leverkusen holte den Cup erst einmal, die Wölfe noch gar nicht. Werder Bremen dagegen ist mit sechs Pokalgewinnen (zuletzt 2009) der zweiterfolgreichste Verein hinter Bayern München (17 Siege).

In den letzten zehn Jahren gewannen die Bundesligisten 84,6 Prozent aller Spiele gegen Vereine unterhalb der 2. Bundesliga. Die Chance auf eine Überraschung steht für die Underdogs bei rund 15 Prozent. Nimmt man die Bilanzen der Bundesligisten unter die Lupe, muss vor allem der Hamburger SV bei Energie Cottbus aufpassen. Auch dem SC Freiburg droht Gefahr beim Überraschungsspezialisten Eintracht Trier, der schon vier Bundesligisten in den letzten 17 Jahren zum Stolpern brachte.