Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 bleibt weiter auf dem Erfolgskurs und gewinnt auch gegen Eintracht Frankfurt. Was sagen die Protagonisten? Die Stimmen zum Spiel.

André Breitenreiter (Trainer Schalke 04): "Wir haben mit Mann und Maus gekämpft und sind mehr gelaufen, obwohl wir zuletzt die Mehrfachbelastung hatten. Wir waren nach 20 Minuten klar dominant und hatten einige Chancen, um in Führung zu gehen. Man braucht aber auch mal eine Standardsituation, die wir viel trainieren."

Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir haben ganz gut angefangen, aber nach der Verletzung von Haris Seferovic war Schalke am Drücker. In der zweiten Halbzeit waren wir dann die bessere Mannschaft, hatten die besseren Chancen und hätten in Führung gehen müssen. Aber du kannst nicht jede Standardsituation verteidigen. Am Ende wäre der Ausgleich verdient gewesen. Wir hätten etwas holen müssen, aber so ist Fußball."

"Tolles Zusammenspiel mit unseren Fans"

Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Man hat gesehen, dass Frankfurt gut eingestellt war. Sie haben mit einer Raute agiert, die sehr schwierig zu bespielen ist. Wir haben mit einer kompakten Teamleistung dagegen gehalten. Jeder ist für jeden gerannt. Wir hatten ein tolles Zusammenspiel mit unseren Fans. Nach dem Treffer zum 2:0 war es in der Kurve hinter mir so laut, dass mir schon fast die Ohren wehtaten. Gefühlt haben wir mit unseren Anhängern einen Mann mehr auf dem Platz. Das flößt dem Gegner auch einen gewissen Respekt ein. Ich persönlich bin froh, dass ich mit meiner Leistung wieder zum Erfolg beigetragen habe. In der Szene gegen Alex Meier habe ich mich vor ihm aufgebaut und den Ball mit dem Gesicht gehalten. Der Schmerz darüber ist jetzt schon vergessen. Jetzt können wir tief Luft holen und ein wenig regenerieren, ehe es am Samstagabend wieder um wichtige Punkte geht.

Johannes Geis (FC Schalke 04): "Heute hat Joel Matip beispielsweise auf der Linie oder Ralf Fährmann mal wieder mit dem Gesicht geklärt. Das gehört dazu. Das ist wichtig, um ein Spiel zu gewinnen. Leroy Sane hat im Eins-gegen-Eins eine unglaubliche Klasse und sich beim 2:0 überragend durchgesetzt. Das sieht man nicht oft in der Bundesliga. Wenn er sich sowas zutraut, dann darf er das auch machen. Er weiß natürlich, dass er sich einiges hätte anhören müssen, wenn der Ball nicht reingegangen wäre (lacht). In diesem Fall hat er es weltklasse gemacht. Wir haben im Moment das nötige Glück und sammeln fleißig Punkte. Jetzt sind wir Dritter und haben einen gelungenen Saisonstart hingelegt. Aber wir können uns davon noch nichts kaufen, die Saison ist noch sehr jung. Dennoch ist es natürlich gut, immer zu stehen."

Joel Matip (FC Schalke 04): "Es war ein sehr beherztes Spiel, in dem beide Mannschaften alles gegeben haben. Wir hatten das glückliche Ende auf unserer Seite. Kurz vor meinem Treffer hatte ich schon eine Chance. Da habe ich aber nicht genug Druck hinter den Ball bekommen. Bei der zweiten Möglichkeit konnte ich ihn besser platzieren. Deswegen ist er auch ins Tor gegangen. Mit jedem Treffer steigt natürlich auch das Selbstvertrauen. Man bekommt automatisch ein besseres Timing für die Flanken. Dann geht auch der eine oder andere Ball rein. Die Ecke war aber auch perfekt geschossen von Johannes Geis. Bei Leroy Sanes Tor habe ich ehrlich gesagt erst kurz den Kopf geschüttelt. Das war schon frech, aber natürlich auch überragend gemacht."

"Eins kam zum anderen"

Marco Russ (Eintracht Frankfurt): "Wir haben in der zweiten Halbzeit das System umgestellt und so mehr Räume gehabt. Wir kamen auch zu Chancen, aber manchmal war Fährmann dazwischen, mal rutschte Alex weg – so kam eins zum anderen. Bei dem Gegentor von Matip rutsche ich kurz weg, so verliert man hier mit 2:0. Wir sind aber nicht untergegangen und kamen zu guten Torgelegenheiten. Mit ein bisschen mehr Cleverness oder Kaltschnäuzigkeit nehmen wir vielleicht einen Punkt mit.“