Hamburg - "Was genau in der ersten Halbzeit war, weiß ich auch nicht.", haderte Bremens Coach Viktor Skripnik nach dem Nordderby. Sein Kollege Bruno Labbadia freute sich: "Für uns war das ein unglaublicher Schritt, den wir gemacht haben." Die Stimmen zum Spiel Hamburger SV - SV Werder Bremen.

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Wir waren in einer doofen Situation. Man hat in der ersten Halbzeit gesehen, was wir können. In der zweiten Hälfte haben wir dann aber wieder unser anderes Gesicht gezeigt. Für uns war das ein unglaublicher Schritt, den wir gemacht haben. Bremen hat uns das Leben aber sehr schwer gemacht."

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "In der zweiten Halbzeit habe ich nur eine grün-weiße Mannschaft gesehen. Was genau in der ersten Halbzeit war, weiß ich auch nicht. So ist Fußball. Wir hatten Chancen für zwei, drei Spiele, machen aber die Tore nicht."

"Der Grundstein für den Sieg war wirklich die erste Halbzeit"

Pierre-Michel Lasogga (Hamburger SV): "Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt und ich habe zwei super Pässe in den Strafraum bekommen, so wie ich sie mag. Jeder durchlebt mal schwierige Phasen, vor allem als Stürmer braucht man auch das Quäntchen Glück. Aber ich wusste immer, dass ich es kann und auch wieder Tore schießen werde. Nun bin ich mit den zwei Treffern zurück. Der Grundstein für den Sieg war wirklich die erste Halbzeit."

Nicolai Müller (Hamburger SV): "Ich habe heute alles auf eine Karte gesetzt und dann ging verletzungsbedingt nach 45 Minuten leider nichts mehr. Was es genau ist, weiß ich nicht. Das muss der Doc in den nächsten Tagen klären. Aber dem Ergebnis zufolge hat sich der Einsatz gelohnt."

Lewis Holtby (Hamburger SV): "Es ist immer schön, ein Derby zu gewinnen. Zudem war es ein 6-Punkte-Spiel. Zwei Derby-Siege - das tut den Fans und dem ganzen Verein richtig gut. Die zweiten 45 Minuten wurden zwar verdammt lang, aber wir haben das nötige Glück durch eine starke erste Hälfte heute erzwungen."

"Das war eine schwache Leistung"

Clemens Fritz (Werder Bremen): "Ich bin sauer und enttäuscht. Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir die erste halbe Stunde überhaupt nicht im Spiel waren. Da haben wir den Hamburgern viel zu einfache Chancen ermöglicht, waren nicht konsequent in den Zweikämpfen und haben schlecht umgeschaltet. Danach waren wir gut drin, haben eine gute zweite Halbzeit gezeigt."

Felix Wiedwald (Werder Bremen): "Wir haben das Derby in der ersten Halbzeit nicht angenommen und dadurch verloren. Vielleicht haben wir uns zu viel vorgenommen. Das war eine schwache Leistung. Nach der Halbzeit haben wir die Beine in die Hand genommen. Da hat Hamburg gezittert. Schade, dass wir uns nicht mit einem Tor belohnt haben."

Fin Bartels (Werder Bremen): "Der erste Durchgang war nicht das, was wir zuletzt gezeigt haben. Angesichts der zweiten Halbzeit dürfen wir hier auf keinen Fall als Verlierer vom Platz gehen. Die Hamburger standen mächtig unter Druck, hätten bei einem Ausgleich vielleicht sogar noch mehr geschwommen. So stehen wir mit leeren Händen da."