Hamburg - Der Hamburger SV startet mit dem Heimspiel gegen den Mitkonkurrenten 1. FC Köln das Unternehmen Klassenerhalt. Bei einem Sieg würden die Hanseaten am Aufsteiger vorbeiziehen.

Vor der richtungsweisenden Partie spricht HSV-Kreativspieler Zoltan Stieber im Interview mit bundesliga.de über die aktuelle Form des Dinos, seine Ambitionen und den kommenden Gegner.

bundesliga.de: Zoltan Stieber, nach sechs Wochen Pause startet die Bundesliga am Wochenende in die Rückrunde. Wie sehr freuen Sie sich auf die zweite Halbserie?

Zoltan Stieber: Ich freue mich riesig, dass es wieder losgeht. Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und die Mannschaft ist heiß darauf, wieder Bundesligaspiele zu bestreiten. Es ist schön, dass wir direkt zu Beginn ein Heimspiel vor unseren Fans haben.

"Im letzten Drittel richtige Entscheidungen treffen"

bundesliga.de: Der Hamburger SV hat nur eines seiner vier Testspiele in der Winterpause gewonnen. Wie viel sagt das über die aktuelle Form der Mannschaft aus?

Stieber: Wir haben unser erstes Testspiel in Dubai gegen Eintracht Frankfurt mit 3:2 gewonnen. Aber davon mal abgesehen, sind die Ergebnisse in der Vorbereitung zweitrangig. Wichtig ist, dass wir an Inhalten arbeiten konnten, und das haben wir erfolgreich getan.

bundesliga.de: Was muss noch verbessert werden?

Stieber: Wir haben in der Hinrunde bekanntlich nur neun Tore geschossen. Da werden wir uns in der Rückrunde deutlich steigern müssen. Dafür müssen wir uns in der Offensive noch besser bewegen und im letzten Drittel die richtigen Entscheidungen treffen.

bundesliga.de: Sie haben in der Hinrunde bei zehn Einsätzen vier Mal in der Startelf gestanden, das letzte Mal am 6. Spieltag. Haben sich Ihre Erwartungen, die Sie mit dem Wechsel von Fürth nach Hamburg verbunden haben, bislang erfüllt?

Stieber: Mir war klar, dass es eine große Herausforderung und auch Umstellung sein wird. Bei einem Wechsel zu einem großen Verein wie den HSV ist es normal, dass man nicht in jedem Spiel von Beginn an spielt. Trotzdem bin ich immer positiv geblieben und habe an mir gearbeitet. Der HSV ist genau der Verein, zu dem ich wollte, und ich bin froh, dass ich hier bin.

"Werden uns von Spiel zu Spiel Ziele setzen"

bundesliga.de: Was haben Sie sich persönlich für die Rückrunde vorgenommen?

Stieber: Ich will der Mannschaft in der Rückrunde so gut wie möglich helfen. Dazu gehört es natürlich auch, meine Offensivstärken einzusetzen. Ich will dabei helfen, Tore zu schießen.

bundesliga.de: In den letzten Tagen gab es viele positive Nachrichten rund um den HSV und dessen finanzielle Situation. Wie gut hat dies nach den vielen Negativschlagzeilen der Hinrunde getan? Wie wichtig ist ein ruhiges Umfeld für die Mannschaft und den sportlichen Erfolg?

Stieber: Ein ruhiges Umfeld färbt natürlich auch ein wenig auf die Mannschaft ab, aber in erster Linie sind wir selber dafür zuständig, eine gute Leistung auf den Platz zu bringen, unabhängig davon, was neben dem Platz passiert. Uns freuen die Nachrichten der letzten Tage sehr. Für uns Spieler zählt aber nur das Sportliche.

bundesliga.de: Ab Platz zehn befinden sich die Vereine im Abstiegskampf. Der HSV überwinterte auf Position 14. Wie lautet die Zielsetzung für die Rückrunde?

Stieber: Unser Ziel ist es, nicht abzusteigen. Wir werden uns von Spiel zu Spiel Ziele setzen, um dieses zu erreichen, und wollen am Samstag gegen Köln einen guten Start in die Rückrunde hinlegen.

bundesliga.de: Sie sprechen den Auftaktgegner an. Am Samstag trifft der HSV auf den 1. FC Köln. Es ist das Spiel der beiden Mannschaften, die bisher die wenigsten Tore geschossen haben. Folgerichtig endete das Hinspiel auch 0:0. Droht eine Wiederholung? Wie stark schätzen Sie den Gegner ein?

Stieber: Beide Mannschaften stehen in der Defensive sehr gut und geordnet. Ich denke, es wird wieder ein taktisch geprägtes Spiel werden, in dem Kleinigkeiten entscheiden können. Köln hat in der Hinrunde gezeigt, wie stabil und auswärtsstark sie sind. Sie sind nicht zufällig das zweitbeste Auswärtsteam geworden. Dieses Spiel wird gleich zu Beginn eine richtig harte Aufgabe.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski