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Emotionale Rückkehr für Baumgart mit Union nach Hamburg

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Seit seiner Entlassung beim HSV spielt Baumgart das erste Mal im Volkspark. Zum Ex-Club hat der Coach eine besondere Beziehung.

Ob Steffen Baumgart als Kind in HSV-Bettwäsche geschlafen hat, ist nicht bekannt. Ein Fan der Norddeutschen ist er aber schon und war das bereits in Kindheitstagen.

"Ich wollte nicht bei BayernDortmund oder irgendeinem anderen großen Club arbeiten, sondern mein Wunsch war der HSV", reflektiert der Union-Trainer in einem Interview mit den Hamburger Vereinsmedien seine Entscheidung, die damals in der 2. Bundesliga spielenden Rothosen zu übernehmen.

Verpasster Aufstieg mit dem HSV

Deswegen sei es für ihn vor zwei Jahren auch eine Herzensangelegenheit gewesen, seine alte Liebe zu trainieren. So erfolgreich wie bei seinen sonstigen Stationen war der inzwischen 54-Jährige im Volkspark aber nicht. 

In der Saison 2023/24 verpasste er mit dem Hamburger SV den Aufstieg noch denkbar knapp. Nach insgesamt neun Monaten an der Seitenlinie war dann im September 2024 Schluss. Für ihn übernahm sein damaliger Co-Trainer Merlin Polzin, der mit dem HSV den langersehnten Aufstieg erreichte.

Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Knapp zwei Monate nach seiner Entlassung heuerte Steffen Baumgart bei Union Berlin an. Weil er das Hinspiel wegen einer Rotsperre verpasste, ist das Spiel am Samstagnachmittag gleich ein doppeltes Wiedersehen. Bei der Rückkehr in den Volkspark trifft er auch das erste Mal auf seinen ehemaligen Co-Trainer Merlin Polzin an der Seitenlinie.

Beide Mannschaften gehen mit Rückenwind in die Partie und stehen im Mittelfeld der Tabelle. Was das für den HSV bedeutet, weiß auch Steffen Baumgart: "Es wird eine geile Stimmung, besonders mit den positiven Ergebnissen im Rücken, die der HSV zuletzt erzielt hat." Diese möchte der Ex-Coach zumindest für eine Woche trüben. "Natürlich möchte ich dieses Spiel auch gewinnen, aber nicht etwa aus persönlichen Gründen, sondern weil ich einfach Trainer der anderen Mannschaft bin."

Buchstäblich den Hut genommen: Baumgart wurde nach neun Monaten beim HSV freigestellt - DFL/Getty Images/Boris Streubel

Und trotzdem hat Steffen Baumgart etwas zu beweisen, bei seiner Rückkehr in das Volksparkstadion. Durch den verpassten Aufstieg vor zwei Jahren waren nicht nur der Verein und die Fans enttäuscht, auch er selber hätte sich von seiner Zeit beim HSV mehr gewünscht: "Dass es nicht so erfolgreich war, wie wir uns das alle vorgestellt haben, ist leider manchmal im Fußball so. Manche Dinge kann man nicht berechnen."

Böses Blut bleibt aber nicht: "Es war dennoch eine schöne, intensive und gute Zeit. Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern, der Stadt und ihren Leuten."

Ein gutes Ende nahm die Geschichte auch, weil er mit dem 1. FC Union Berlin eine neue, alte Liebe wiedergefunden hat. Schon als Spieler war der derzeitge Trainer für den Verein aus Köpenick aktiv. Deswegen ist er auch seit über 20 Jahren Mitglied im Verein. Mit einem Sieg am Samstag will er die Zeit weiterhin erfolgreich gestalten.