Frankfurt - Mit dem Beginn der Saison 2016/17 am kommenden Wochenende starten die DFL Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in der Bundesliga gemeinsam die Testphase für den Video-Assistenten.

Durch diese frühestmögliche Beteiligung, dazu in der höchsten Spielklasse, will der deutsche Profifußball auch auf dieser Ebene des technischen Fortschritts eine Vorreiterrolle übernehmen. Pro Spieltag wird es zunächst bis zu vier Bundesliga-Begegnungen geben, in denen Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt werden. Nach den Vorgaben des für das Fußballregelwerk zuständigen International Football Association Board (IFAB) sind durch den Video-Assistenten grundsätzlich vier spielentscheidende Situation überprüfbar: Torerzielung, Elfmeter, Platzverweis und Spielerverwechslung bei Gelber und Roter Karte.

In der Bundesliga wird es zwei unterschiedliche Testphasen geben. In der kommenden Saison 2016/17 "offline" ohne Eingriff des Video-Assistenten in das Spielgeschehen – eine Phase, die rein zur Schulung von Video-Assistenten und Schiedsrichtern sowie zur Vorbereitung dient. In der Spielzeit 2017/18 sind – dann bei allen Bundesliga-Spielen – Live-Tests geplant, die unmittelbare Auswirkungen auf die Bewertung von Situationen haben können, wobei der Schiedsrichter weiterhin die letzte Entscheidung trifft.

"Offline" verlaufen die Tests 2016/17 im Hintergrund. Es findet keine Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent statt. Parallel gibt es in dieser Phase schon Live-Tests bei Trainings- und Freundschaftsspielen, damit auch hinsichtlich der nächsten Stufe vorab praktische Eindrücke gesammelt werden können. Als Video-Assistenten vorgesehen sind aktive, kürzlich ausgeschiedene oder frühere Bundesliga-Schiedsrichter, die noch in der Ausbildung von Topschiedsrichtern tätig sind. Sie werden das Spiel nicht in den Stadien in einem Van verfolgen, sondern von einem zentralen Standort in Köln agieren, wo ihnen sämtliche Bilder der TV-Produktion zur Verfügung stehen.

Während dieser "Offline"-Testphase wird es folgende begleitende Maßnahmen geben: regelmäßige Schulungen der Video-Assistenten; Ausbildung der bzw. Schulungsinhalte für Video-Assistenten als fester Bestandteil auch für die fachliche Arbeit mit den Bundesliga-Schiedsrichtern; Erhebung von Daten wie Dauer der Eingriffe, Anzahl der Eingriffsmöglichkeiten, Kamerapositionen oder für Video-Assistenten relevante Spielsituationen; eine Bewertung der Handlungsmöglichkeiten für Video-Assistenten im Rahmen der vier vorgegebenen Situationen; Weiterentwicklung der Technologien anhand von Tests; Reporting und Abstimmung mit IFAB und FIFA sowie Austausch mit anderen an den Tests teilnehmenden Ligen und Verbänden. Im nachfolgenden Schritt werden die Testergebnisse analysiert und ausgewertet. Eine Präsentation von Zwischenergebnissen ist nach dem Ende der Bundesliga-Hinrunde Anfang kommenden Jahres geplant.