München - Selten zuvor in der Bundesligageschichte hat sich der Abstiegskampf am Saisonende so zugespitzt wie in diesem Jahr. Auf dem Papier droht noch zehn Mannschaften der bittere Gang in die 2. Bundesliga - auch wenn Hoffenheim, Schalke 04, Kaiserslautern und Stuttgart so gut wie sicher überm Berg sind.

Ab Tabellenplatz 13, auf dem Werder Bremen steht, müssen sich die Clubs ernsthafte Gedanken um den Verbleib in der deutschen Eliteliga machen. Zusätzliche Brisanz: Am 33. Spieltag treffen vier Teams im direkten Abstiegsduell (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) aufeinander.

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Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln

Während für die Eintracht nur ein Sieg zählt, kann der FC den Klassenerhalt mit einem Punktgewinn bereits perfekt machen. Für Frankfurts Trainer Christoph Daum geht es nur noch um Rang 16: "Selbst den Relegationsplatz zu erreichen, ist jetzt ein Ziel geworden. Wenn wir gegen Köln nicht gewinnen, sieht es ganz, ganz böse aus. Dann kannst du nur hoffen und auf andere setzen." Um sich in Ruhe auf das Spiel vorzubereiten, zogen die Hessen am Mittwoch in ein dreitägiges Trainingslager in der Sportschule Bitburg in der Eifel zurück.

Am Samstag kommt es dann nicht nur zum Aufeinandertreffen zweier Teams im Abstiegskampf, sondern auch zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Kölner Trainer. Erst im Sommer 2009 hatte sich Daum vom FC verabschiedet und war zu Fenerbahce Instanbul gewechselt. Gegen seinen alten Club muss der Eintracht-Coach auf Sebastian Rode verzichten, der nach seiner Roten Karte gegen Mainz gesperrt ist. Zudem fallen nach wie vor Ricardo Clark (Wadenverletzung), Maik Franz (Mittelfußbruch), Chris (Bandscheiben-OP) und Georgios Tzavellas (Kreuzbandanriss) aus.

Die Kölner wollen an die gute Leistung vom Leverkusen-Sieg anknüpfen und den für den Klassenerhalt fehlenden Punkt holen. "Wir wissen, dass wir auswärts zuletzt sehr schlecht gespielt haben. Wir haben in dieser Woche aber viel gearbeitet und auch gesprochen, um so einen richtigen Weg zu finden", so Milivoje Novakovic.




VfL Wolfsburg - 1. FC Kaiserslautern

VfL-Trainer Felix Magath macht seinem zuletzt glücklosen Stürmer Patrick Helmes vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern Hoffnungen auf einen Einsatz in der Startelf. "Er hat seine Intensität im Training gesteigert. Es ist ein gutes Zeichen, wenn man als Trainer merkt, dass ein Spieler die Lage erkannt hat." Ex-Nationalspieler Helmes gehörte zuletzt bei Magaths Heimpremiere am 4. April gegen Eintracht Frankfurt zur Startelf.

Am Samstag stehen die Chancen des ehemaligen Leverkuseners auch deshalb gut, weil der Brasilianer Grafite wegen Gelbsperre fehlt. Mario Mandzukic überzeugte zwar zuletzt mit guten Leistungen, fehlte aber wegen einer Erkältung genauso wie Simon Kjaer und Peter Pekarik im Training. Das Trio ist nach Einschätzung des Trainers aber rechtzeitig vor dem Kellerduell fit.

Beim FCK macht Cheftrainer Marco Kurz deutlich, dass es für ihn nicht ganz nachvollziehbar ist, dass sein Team schon sicher gerettet ist. "Wir haben eine gute Ausgangsposition, treffen jedoch auf einen direkten Konkurrenten mit einem Topformat, der den FCK unbedingt schlagen will und auch muss. Um ganz sicher zu gehen, brauchen wir noch einen Punkt. Wir spielen aber wie immer auf Sieg", so der 41-Jährige. Die Personalsituation der "Roten Teufel" ist entspannt. Lediglich für Florian Dick, Ivo Ilicevic und Jan Simunek ist ein Einsatz in Niedersachsen kein Thema, auf alle anderen kann der Coach zurückgreifen.




Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg

Für die Borussia, die ein volles Haus erwartet, muss unbedingt ein Heimsieg her. "Die Chancen, den Abstieg zu vermeiden, sind klar vorhanden, aber meiner Meinung nach brauchen wir noch sechs Punkte, um den Relegationsplatz zu erreichen", lautet die Rechnung von VfL-Coach Lucien Favre vor den beiden letzten Saisonspielen am gegen Freiburg und beim HSV.

Personell kann der Schweizer nicht ganz aus dem Vollen schöpfen. Definitiv ausfallen werden Igor de Camargo (Innenbanddehnung), Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Jens Wissing (Trainingsrückstand). Ein Fragezeichen steht zudem hinter den Einsätzen von Marco Reus und Tobias Levels, die sich beide im Training leicht am Sprunggelenk verletzt haben. Dante hat dagegen seine Muskelverhärtung im Oberschenkel auskuriert. Weil ihn Roel Brouwers in den beiden letzten Spielen hervorragend vertreten hat, könnte es sein, dass der Brasilianer zunächst auf der Bank Platz nimmt.

Der SC Freiburg will nach dem Auswärtssieg in Hamburg seinen siebten Tabellenplatz möglichst bis zum Saisonende verteidigen. Wieder in Training eingestiegen ist Außenverteidiger Felix Bastians, Fragezeichen stehen noch hinter Heiko Butscher, Daniel Caligiuri, Oliver Baumann und Pavel Krmas, die erst am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainieren konnten. Cheftrainer Robin Dutt hat seine Mannschaft darauf eingestellt, dass es sicherlich "eine schwierigere Aufgabe als gegen Hamburg wird". Denn die Fans der Borussia, ist er sich sicher, werden bedingungslos hinter ihrem Team stehen. "Gerade in solchen Situationen braucht man ein Publikum, das das entsprechende Gespür für eine Situation wie die aktuelle hat und ich glaube, auf die Zuschauer in Mönchengladbach trifft das zu."



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