Stuttgart - Gut gespielt und dennoch verloren: Auch für Gerald Asamoah nahm das Spiel seines FC St. Pauli in Stuttgart einen unglücklichen Verlauf. Nach der 0:2-Niederlage beim VfB stellte sich Gerald Asamoah den Fragen von bundesliga.de.

Der 32-jährige Stürmer spricht im Interview über die Unterschiede zwischen den Fans am Millerntor und den Anhängern auf Schalke, über die Aussichten auf den Klassenerhalt und die Bedeutung Holger Stanislawskis für den Kiez-Club.

bundesliga.de: Herr Asamoah, beschreiben Sie doch mal, was den FC St. Pauli ausmacht!

Gerald Asamoah: Das ist recht schnell erklärt. Hier denkt niemand nur an sich - wir halten zusammen, jeder für jeden, so könnte man unser Motto in etwa beschreiben.

bundesliga.de: Zu diesem Gefühl gehören auch die treuen Anhänger. Sie als ehemaliger Angestellter des FC Schalke 04 haben den Vergleich: Was unterscheidet die Fans des FC St. Pauli von den Fans der Schalker?

Asamoah: Beide sind sehr leidenschaftlich, nur dass die St. Pauli-Fans noch ein wenig verrückter sind. Auf Schalke ist die Erwartungshaltung der Fans natürlich noch ein wenig höher, die St. Pauli-Anhänger verzeihen uns auch einmal eine Niederlage wie hier in Stuttgart.

bundesliga.de: Wie sind Sie von Ihren jetzigen Mitspielern aufgenommen worden?

Asamoah: Wirklich sehr gut. Es war schnell klar, dass bei uns nur die Mannschaft und nicht der Einzelne zählt. Da konnte ich mich sehr schnell integrieren.

bundesliga.de: Die St. Pauli-Spieler halten also eng zusammen. Auch in der Freizeit? Zieht man da auch mal über die Reeperbahn?

Asamoah: Das haben wir wirklich schonmal gemacht. Aber natürlich nicht besonders wild. Ansonsten treffen wir uns eher mal zum gemeinsamen Essen oder auf einen Kaffee.

bundesliga.de: Zum Sportlichen. Wie sehen Sie die Perspektiven des FC St. Pauli?

Asamoah: Sehr gut. Wenn wir so spielen wie in jetzt in Stuttgart und dazu noch cleverer werden, dann ist vieles möglich. Auf jeden Fall auch der Klassenerhalt.

bundesliga.de: Keine Angst vor einem psychologischen Knacks nach Niederlagen?

Asamoah: Nein. Wir wissen, dass wir gegen Mannschaft gewinnen aber auch verlieren können. Deswegen gibt auch Jeder in jedem Spiel sein Bestes. Das schützt vor Übermut.

bundesliga.de: Welchen Anteil hat Ihr Trainer Holger Stanislawski am Erfolg?

Asamoah: "Stani" ist St. Pauli und der Grund, dass ich nach Hamburg gekommen bin. Er ist auf der einen Seite der Kumpel-Typ, kann aber auch sehr fordernd sein, wenn sich einer hängen lässt.

bundesliga.de: Zu guter Letzt: Wie lauten Ihre persönlichen Ziele?

Asamoah: Ich möchte einfach meinen Beitrag leisten, dass der FC St. Pauli nicht absteigt.

Das Gespräch führte Jens Fischer