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Luca Waldschmidt: Das Gesicht des Traumstarts beim SC Freiburg

Köln - Der Sport-Club Freiburg könnte sich in dieser Saison zu einer echten Überraschungsmanschaft mausern. Die Breisgauer sind erstmals in ihrer Bundesliga-Geschichte mit zwei Siegen gestartet und lauern aktuell gemeinsam mit RB Leipzig hinter Borussia Dortmund auf Platz zwei. Allen voran geht Luca Waldschmidt, der nach starker U-21-EM mehr Verantwortung übernimmt und nun erstmals von Bundestrainer Joachim Löw in die A-Nationalelf berufen wurde.

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Dass der Sport-Club Freiburg immer für eine Überraschung gut ist, zeigte das Team von Christian Streich bereits 2017: Die Saison wurde als Aufsteiger auf dem siebten Tabellenplatz beendet, alle Erwartungen wurden damals übertroffen. Nach dem zweiten Erfolg am zweiten Spieltag in der laufenden Spielzeit versuchte Streich in gewohnter Manier die Gemüter zu beruhigen: "Wir sind in einer Situation, in der das Pendel zu uns ausschlägt", sagte der Cheftrainer, der aber weiß, "wo wir herkommen und was es noch alles abzuarbeiten gilt".

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Der Ball wird in Freiburg also bekanntlich flach gehalten. Dennoch müssen sich die Breisgauer keineswegs verstecken: Nicht nur die zwei Siege, sondern auch die sechs Tore sind nach zwei Spieltagen eine neue Bestmarke für den SC, der gegen Mainz und in Paderborn jeweils drei Treffer erzielte. Im Schnitt war bei den Freiburgern in der noch jungen Bundesliga-Saison jeder fünfte Torschuss ein Tor – eine Top-Quote. SC-Keeper Alexander Schwolow blickt derweil sehr euphorisch auf der Saisonstart: "Mit sechs Punkten gegen Konkurrenten aus dem Abstiegskampf zu starten, ist überragend für uns." Der 27-Jährige musste bisher nur ein Mal nach dem Blitz-Tor von Paderborn-Stürmer Streli Mamba hinter sich greifen.

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Waldschmidt geht voran

Seit diesem Sommer geht in Freiburg ein junger Spieler besonders voran: Luca Waldschmidt. Der erst 23-Jährige Stürmer blühte während der U-21-EM richtig auf, schoss Deutschland ins Finale und wurde mit sieben Toren Top-Torschütze des Turniers. Der Lauf des gebürtigen Siegeners setzte sich auch nach der Europameisterschaft fort: In den ersten drei Pflichtspielen dieser Saison erzielte er jeweils ein Tor (in den zwei Bundesliga-Partien per Elfmeter). Wettbewerbsübergreifend markierte der Angreifer in seinen letzten neun Spielen elf Tore (sieben für die U 21, vier für den SC).

Diese Leistungen sind auch Bundestrainer Joachim Löw nicht verborgen geblieben. Er nominierte Waldschmidt erstmals für die A-Nationalmannschaft, die in der Länderspielpause gegen die Niederlande (6. September) und in Nordirland (9. September) antritt.

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Seine Tore scheinen Waldschmidt Selbstvertrauen zu geben. Sowohl gegen Mainz, als auch gegen Paderborn übernahm der Linksfuß Verantwortung beim Elfmeter und verwandelte beide eiskalt. Der U-21-Nationalspieler gilt aber nicht nur als Torgarant. Die Spielweise des SC hat er bereits in der letzten verinnerlicht: 2018/19 gehörte Waldschmidt mit 12,3 km im Schnitt pro Spiel zu den laufstärksten Freiburgern - für einen Techniker ist das keine Selbstverständlichkeit.

Auch wenn der Offensiv-Allrounder gerne mit Zug auf das Tor geht, passt er seine Spielweise flexibel dem Gegner an. So auch gegen Paderborn, wo nach dem frühen Rückstand alles umgekrempelt werden musste: "In der zweiten Hälfte war viel Kampf, wir haben uns dagegen gestemmt und das Ergebnis verteidigt. Das muss auch mal sein", erklärte Waldschmidt nach dem Spiel.

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Harter Kampf: Freiburg dreht das Spiel gegen Paderborn und holt den zweiten Sieg im zweiten Spiel - Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Lieblingsgegner am 3. Spieltag

Bereits am Samstag empfängt der Sport-Club mit dem 1. FC Köln den nächsten Gegner auf Augenhöhe im Schwarzwald-Stadion. Mit einem Sieg gegen den Aufsteiger hätte man neun Punkte Vorsprung auf Köln (und vermutlich noch auf die eine oder andere Mannschaft) und das wäre so früh schon mal ein dickes Polster.

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In den letzten Jahren avancierten sich die Kölner zum Lieblingsgegner der Freiburger: Seit dem Amtsantritt von Christian Streich feierte der SC in sieben Bundesliga-Spielen gegen Köln sechs Siege und damit mehr als in den vorherigen 19 Duellen unter Volker Finke, Robin Dutt und Marcus Sorg (fünf). Zudem gab es 2015 einen Sieg im Pokal, sodass Streich sieben seiner acht Pflichtspiele gegen Köln gewann. Ein gutes Zeichen für Samstag? Verteidiger Robin Koch warnt vor den Kölnern: "Sie haben 85 Minuten sehr, sehr gut gegen Dortmund gespielt. Von daher denke ich, dass keiner dieses Spiel unterschätzt."

Wiederholt der SC Freiburg die Überraschung wie vor zwei Jahren? Wenn die Punktejagd so weitergeht könnte man dem Schwarzwald-Stadion eine denkwürdige Abschiedstournee bescheren.

Simon Schmortte