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So entsteht der Bundesliga-Spielplan

Frankfurt am Main - Vor einigen Jahren wurde der Spielplan noch manuell nach dem sogenannten englischen Schlüssel erstellt. Jedem Club wurde eine Zahl zwischen 1 und 18 zugeordnet und in ein vorgegebenes Schema eingepasst. Daraus ergaben sich dann automatisch die Begegnungen. Individuelle Anpassungen außerhalb des Schemas waren nicht möglich. Um das starre System des englischen Schlüssels aufzubrechen, ließ die DFL eine eigene Software entwickeln, mit deren Hilfe die Erstellung individueller Spielpläne unterstützt wird.

Viele Vorgaben

In die Vorbereitung der Spielpläne für die Bundesliga und die 2. Bundesliga fließen Vorgaben von Kommunen, Sicherheitsorganen, der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), von internationalen Fußballverbänden (FIFA/UEFA), von Fans, Clubs und Stadionbetreibern ein. Neben naheliegenden Einschränkungen wie der Tatsache, dass benachbarte Clubs versetzt zu ihren Heimspielen antreten sollten, müssen u. a. auch Feiertage, parallele Großveranstaltungen oder Spieltermine internationaler Wettbewerbe berücksichtigt werden.

Planungen beginnen im Frühjahr

Ohne technische Unterstützung ließen sich die zahlreichen Vorgaben kaum verarbeiten. Die Software nutzt die Methode der ganzzahligen linearen Optimierung – ein Teilgebiet der angewandten Mathematik, das zur Planung auch im Logistik- und Telekommunikationsbereich eingesetzt wird. Mit Hilfe dieser Methode lassen sich komplexe Probleme lösen, die von verschiedenen Faktoren abhängen. Nach Abfrage aller relevanten Daten werden diese in Variablen übersetzt und in die Software eingespeist.

>>> Alle Infos zur Spielplan-Veröffentlichung 2019/20

Doch ein Selbstläufer ist die Spielplanerstellung deshalb noch lange nicht. Immer wieder sind von den Verantwortlichen verschiedene Konstellationen und Interessen gegeneinander abzuwägen oder in Einklang zu bringen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Der Faktor Mensch bleibt also auch im Zeitalter der Technologie und Digitalisierung unverzichtbar.

Bereits im Frühjahr starten die Planungen für die kommende Saison. Doch erst, wenn die Auf- und Absteiger feststehen, kann die heiße Phase beginnen. Hunderte von Optionen werden geprüft und verworfen, bis am Ende die Verständigung auf einen Spielplan erfolgt. Bevor die eigentlichen Begegnungen zugeteilt werden, wird zunächst für jeden Club ein Muster an Heim- und Auswärtsspielen bestimmt.

Genaue Ansetzungen erst im Laufe der Saison

Mit der Bekanntgabe des Spielplans ist die Arbeit aber noch lange nicht getan. Der Spielplan liefert nur die Rahmendaten zu den einzelnen Spieltagen, also welche Clubs an welchem Spieltag aufeinandertreffen. Die genauen Spieltage und Anstoßzeiten müssen im Laufe der Saison individuell festgelegt werden. Auch hier wird versucht, möglichst vielen Erfordernissen und Bedürfnissen gerecht zu werden.

Die internationalen Wettbewerbe sind der Hauptgrund dafür, dass die termingenauen Ansetzungen erst im Laufe der Saison festgelegt werden. Um den international agierenden Teams notwendige Regenerationspausen ermöglichen zu können, erfolgt die Terminierung eines Bundesliga-Spieltags erst, wenn feststeht, welcher Club an welchem Termin international spielt. Außerdem ist die DFL im steten Austausch mit den Sicherheitsorganen, um für Ansetzungen sorgen zu können, die einen für alle Beteiligten reibungslosen Ablauf garantieren. Darüber hinaus sind Vorgaben und Interessen von Kommunen, ZIS, FIFA und UEFA, Clubs, Stadionbetreibern und Fans relevant. Grundsätzlich gilt: Vor und nach internationalen Spielen muss eine mindestens zweitägige Spielpause gewährleistet sein.

Download: Infografik zur Entstehung des Spielplans