München - Nachfolger für Draxler, Kruse und Co. gesucht: bundesliga.de stellt 18 Spieler vor, die sich in der kommenden Saison ins Rampenlicht spielen könnten.

Wer wird zum Star in der neuen Spielzeit, die am 9. August mit dem Traditionsduell zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach eröffnet wird (ab 20 Uhr im Live-Ticker)? Die Kandidaten im Kurzportrait.

FC Bayern: Thiago (22)

Pep Guardiola wollte ihn oder keinen, und der neue Trainer hat seinen Wunschspieler auch bekommen: Thiago Alcantara soll in Zukunft das FCB-Mittelfeld dirigieren. Wo ihn Guardiola einsetzt, ist aber noch unklar: Thiago spielte in den Testspielen als Sechser oder Achter. Im Supercup spielte er auf der Sechs, gegen ManCity davor. Der frisch gebackene U21-Europameister beschert seinem Coach aber so oder so noch mehr Optionen im ohnehin schon üppig besetzten Bayern-Mittelfeld. Im Pokal in Rehden wurde er wie andere Stammspieler (u.a. Ribery und Lahm) geschont.

Borussia Dortmund: Jonas Hofmann (21)

Bei Dortmund gibt es eigentlich gleich zwei Senkrechtstarter der Vorbereitung: Jonas Hofmann (v., © Imago), der jetzt auch fest zum Profikader gehört, ist sogar noch etwas weiter als Marvin Ducksch. Wechselgerüchten zu Hofmann erteilte BVB-Coach Jürgen Klopp eine frühe Absage. "Keine Chance! Den Jungen geben wir nicht ab!" Im Pokal glänzten beide,13 Jokerminuten reichten für zwei Assits von Hofmann. Auch Junioren-Kollege Ducksch (19), der sich Julian Schiebers Kaderplatz ergatterte, traf bei seinem Pflichtspieldebüt in Wilhelmshaven und bereitete das 1:0 von Kevin Großkreutz vor.

Bayer 04 Leverkusen: Giulio Donati (23)

Giulio Donati tritt bei Bayer Leverkusen ein schweres Erbe an. Der Italiener soll Publikumsliebling Daniel Carvajal, der von Real Madrid zurückgeholt wurde, auf der Rechtsverteidigerposition ersetzen. Dass Donati, der mit Italien das Finale der U21-Europameisterschaft erreichte, ein "komplett anderer Spielertyp" ist, dessen ist sich auch Sportdirektor Rudi Völler bewusst. Donati ist nicht der offensive Dampfmacher wie Carvajal, sondern eher ein Zweikämpfer. Einer, der auch mal richtig dazwischenhaut. Im Pokal gestattete die Abwehr um Donati Gegner Lippstadt nur vier Torschüsse. Kurioserweise war allerdings gleich der erste dieser Versuche drin.

FC Schalke 04: Leon Goretzka (18)

Heiß begehrt war er - doch der Ex-Bochumer Leon Goretzka hat sich dann doch für Schalke 04 entschieden. "Leon gehört zu den talentiertesten Spielern in ganz Deutschland und verfügt über ein riesengroßes Potenzial", sagt Manager Horst Heldt. Der erst 18-Jährige kann im Mittelfeld auf nahezu jeder Position spielen, am stärksten ist er aber zentral. 2012/13 war Goretzka beim VfL gesetzt, fehlte nur zwei Mal in der Startelf. Im Pokal deutete Goretzka schon sein Können im königsblauen Jersey an, traf als Joker zum 2:0.

Eintracht Frankfurt: Joselu (23)

Mit Jose Luis Sanmartin Mato - besser bekannt unter dem Namen Joselu (l.) - hat Eintracht Frankfurt einen extrem zweikampfstarken Angreifer unter Vertrag genommen. Der Spanier gewann in der Saison 2012/13 46 Prozent seiner Duelle. Für einen Offensivspieler ist das ein sehr guter Wert, den sein neuer Trainer Armin Veh auch zu schätzen weiß: "Er ist ein Arbeiter, der viel für die Mannschaft tut." Im Pokal-Erfolg gegen Illertissen gab der aus Hoffenheim ausgeliehene Joselu mit seinem 1:0 bereits den Knotenlöser.

SC Freiburg: Hendrick Zuck (22)

Er kam, sah und machte ordentlich Dampf: Hendrik Zuck war der Superjoker für Freiburg im Pokal in Neustrelitz. Der Europa-League-Starter mühte sich gegen den Regionalligisten und musste in die Verlängerung. Zuck machte per Doppelpack dann die zweite Runde für Freiburg klar, er gab in der kurzen Zeit gleich vier Torschüsse ab und damit mehr als jeder andere Freiburger. Beim SCF ist der ehemalige Lauterer, der sich von einer hartnäckigen Fersenverletzung erholt hat, ein heißer Kandidat auf den Startelfplatz auf Linksaußen, den im Pokal noch Neuzugang Francis Coquelin inne hatte.

Hamburger SV: Hakan Calhanoglu (19)

Vergangene Saison mutierte Hakan Calhanoglu zum Juninho der 3. Liga. Der Deutsch-Türke verwandelte für den Karlsruher SC unglaubliche sieben Freistöße direkt. Eine Quote, die an den früheren Freistoßspezialisten Juninho erinnert, der für Olympique Lyon einen ruhenden Ball nach dem anderen versenkte. Calhanoglu hatte in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil an der Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg des KSC. Mit 17 Toren war er Top-Torschütze seines Teams, weitere zwölf Treffer bereitete er vor. In seinem ersten Pflichtspiel für Hamburg bei Schott Jena im Pokal (4:0) wurde er in der 77. Minute eingewechselt.

Hannover 96: Leonardo Bittencourt (19)

Leonardo Bittencourt ist ein schneller und dribbelstarker Mittelfeldspieler, der bevorzugt über die linke Seite kommt. In der 2. Bundesliga lief der Juniorennationalspieler für Energie Cottbus allerdings auf jeder Position in der offensiven Dreierreihe auf. Bei den Lausitzern kam er sogar im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Bei Champions-League-Finalist Borussia Dortmund war die Konkurrenz zu groß - deshalb entschied sich Bittencourt für Hannover 96. "Die Perspektiven, die mir Trainer Mirko Slomka aufgezeigt hat, motivieren mich sehr", sagt der 19-Jährige der "Bild". "Ich will bei 96 den nächsten Schritt machen." Im Pokal (2:0 bei Victoria Hamburg) durfte er schon mal von Beginn an ran.

Borussia Mönchengladbach: Christoph Kramer (22)

In Bochum wurde er wie ein Held verabschiedet: "Ich war bei der Saisoneröffnung an der Castroper Straße und wie ich dort empfangen wurde, ist gar nicht in Worte zu fassen", sagt Zweitliga-Talent Christoph Kramer (l.) der "WAZ". Der Mittelfeld-Abräumer gilt als Gewinner der Vorbereitung, durfte auch im Pokal von Beginn an ran und überzeugte trotz der Pleite im Elfmeterschießen als nimmermüdes Laufwunder. So soll es bleiben: "Ich bin nicht gekommen, um nur auf der Bank zu sitzen", sagt er. Stammplatz-Ansprüche meldet er noch keine an. Noch hat er dafür Zeit, zwei Jahre läuft der Leihvertrag des Leverkuseners.


Spieler mit Starpotenzial - Teil II