Sinsheim - Der VfB Stuttgart hat den nächsten Schritt aus der Krise gemacht. Nach sechs Niederlagen in sieben Spielen holten die stark ersatzgeschwächten Schwaben am 8. Spieltag der Bundesliga ein 2:2 (0:1) bei 1899 Hoffenheim. Timo Werner (90.) rettete den Punkt. Kevin Volland (33., Foulelfmeter und 77.) traf doppelt für die Hoffenheimer (acht Zähler).

Das 1:1 für den VfB hatte Jan Kliment (64.) erzielt. Wenige Stunden vor dem Anpfiff mussten die Stuttgarter eine Schocknachricht verkraften. Stürmer Daniel Ginczek wird voraussichtlich bis zum Jahresende fehlen. "Er hat eine Verletzung im Halswirbelbereich. Das bedeutet wahrscheinlich, dass er bis zum Ende der Hinrunde ausfallen wird", sagte Zorniger.

Bicakcic an den Pfosten

Vor 30.000 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena hatten die Gäste, die neben Ginczek auf Kapitän Christian Gentner und Filip Kostic verzichten mussten, schon in der 4. Minute großes Glück. Nach einer Ecke traf TSG-Innenverteidiger Ermin Bicakcic aus kurzer Distanz den Pfosten.

Die Hoffenheimer, bei denen sieben Profis schon beim VfB unter Vertrag standen, bestimmten auch in der Folge das Geschehen. Große Torchancen konnten sich die Kraichgauer zunächst aber nicht mehr erarbeiten. Nach knapp 20 Minuten kamen die Stuttgarter besser ins Spiel, Martin Harnik vergab in dieser Phase die erste gute Möglichkeit der Schwaben (27.).

Volland sicher vom Punkt

Sechs Minuten später lag der VfB in Rückstand. Nach einem Foul des Bosniers Toni Sunjic an TSG-Kapitän Pirmin Schwegler entschied Deniz Aytekin (Oberasbach) auf Strafstoß. Volland verwandelte sicher, es war das vierte Saisontor des Nationalstürmers. Kurz darauf hätte Eduardo Vargas die Führung fast ausgebaut. Den Heber des Chilenen lenkte VfB-Torwart Przemyslaw Tyton gerade noch an den Pfosten (39.).

Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel brannte es erneut im Stuttgarter Strafraum. Volland, Jonathan Schmid und Vargas konnten ihre Chancen innerhalb weniger Sekunden aber nicht nutzen. Auf der Gegenseite vergab Timo Werner kurz darauf die große Möglichkeit zum Ausgleich (52.). Fünf Minuten später machte es Daniel Didavi auch nicht besser.

Zornigers Mut wird belohnt

In 63. Minute setzte Zorniger alles auf eine Karte und brachte drei neue Spieler. Dieser Mut wurde umgehend belohnt. Der eingewechselte Tscheche Kliment traf bei seiner ersten Aktion nach einer Ecke per Kopf. Es war das erste Bundesligator des Neuzugangs. Danach wollte der VfB zu viel. Volland brachte die TSG nach einem Konter wieder in Führung. Den Schlusspunkt setzte dann der starke Werner, der bei seinem Kopfball nach Flanke von Martin Harnik sträflich frei war.

SID

Spieler des Spiels: Kevin Volland

Kevin Volland erzielte seinen zweiten Doppelpack in Folge; zuvor hatte er in 105 Bundesliga-Spielen nur einmal doppelt getroffen. Seine beiden Torschüsse waren drin (zwei weitere bereitete er vor), er bestritt die meisten Zweikämpfe auf dem Platz (33) und gewann für einen Offensiven sehr gute 55 Prozent davon.

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