Villareal - Borussia Mönchengladbach bleibt in der Europa League ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre rettete nach einer starken zweiten Halbzeit, aber zweimaligem Rückstand ein 2:2 (0:1) beim FC Villarreal.

Raffael (55.) und Granit Xhaka (67.) mit einem fulminanten Freistoß trafen für die Borussia, der am letzten Spieltag der Gruppenphase am 11. Dezember gegen den drittplatzierten FC Zürich ein Unentschieden zum Weiterkommen reicht. Für die Spanier, die durch Luciano Vietto (26.) und Denis Tscheryschew (63.) zweimal in Führung gegangen waren, endete eine Serie von elf Heimsiegen in Serie in der Europa League.

"Können zufrieden sein"

"Die erste Hälfte haben wir uns sehr schwer getan", sagte Verteidiger Roul Brouwers. "Nach der Pause haben wir es dann aber richtig gut gemacht und eine tolle Moral gezeigt, weil wir zweimal nach Rückstand zurückgekommen sind. Am Ende haben wir es gut heruntergespielt. Wir können zufrieden sein."

Nach zwei Niederlagen in Folge in der Bundesliga wirkten die Fohlen in der ersten Halbzeit vor allem in der Defensive verunsichert, leisteten sich zahlreiche Fehlpässe und ließen einen konstruktiven Spielaufbau über weite Teile der ersten 45 Minuten vermissen. Erst nach der Pause wirkten die Gäste konzentrierter und zielstrebiger, erspielten sich Torchancen und kamen letztlich verdient zu den beiden Treffern.

Drei Ausfälle, vier Wechsel

Die Borussia musste in Südspanien auf Weltmeister Christoph Kramer, Innenverteidiger Martin Stranzl und Defensivspieler Fabian Johnson verzichten. Kramer (Rückenbeschwerden), Stranzl (Überdehnung im vorderen Oberschenkelmuskel) und Johnson (muskuläre Probleme) hatten zuletzt auch in der Bundesliga gefehlt.

Favre warf zudem die Rotationsmaschine an. Innenverteidiger Roel Brouwers stand einen Tag vor seinem 33. Geburtstag ebenso in der Startformation wie Thorgan Hazard, Ibrahima Traoré und Branimir Hrgota.

Vietto spaziert durch

Villarreals Kapitän Bruno Soriano hatte die erste klare Möglichkeit der Partie, doch seinen Kopfball-Aufsetzer nach einem Eckball klärte Raffael auf der Linie (16.). Zwei Zeigerumdrehugen später zirkelte der spanische Mittelfeldspieler einen Freistoß nur knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

Besser machte es Vietto nach knapp einer halben Stunde. Ungehindert spazierte er durch den Gladbacher Strafraum und schob überlegt gegen Sommer ein.

Raffael aus 30 Metern

Gladbach kam mit deutlich mehr Engagement aus der Kabine und suchte nach 1:11-Torschüssen in Halbzeit eins auch konsequent den Abschluss. Zunächst scheiterte Hrgota zweimal an Villarreals Schlussmann Sergio Asenjo (50.), dann verzog Raffael nur knapp (53.).

Mit ein bisschen Schützenhilfe von Asenjo war Raffael schließlich aus der Distanz erfolgreich. Der Schlussmann lenkte sich den Flatterball aus rund 25 Metern selbst in die Maschen.

Xhaka mit dem Hammer

Aber auch die Borussia zeigte sich großzügig. Außenverteidiger Julian Korb legte Tscheryschew den Ball unfreiwillig auf, der Russe vollendete überlegt zum 2:1. Dann schlug auf der Gegenseite Xhaka zu, der einen Freistoß aus 30 Metern mit gefühlten 200 Stundenkilometern unter die Latte und dann isn Tor hämmerte. Der eingewechselte Patrick Herrmann (82.) hatte die Entscheidung auf dem Fuß, traf aber den Pfosten.

SID

Gladbacher Stimmen zum Spiel:

Granit Xhaka: Wir haben heute zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten erlebt. Im ersten Durchgang hatten wir vielleicht zu viel Respekt und sind nicht gut ins Spiel gekommen. Villarreal hat uns aber auch sehr gut unter Druck gesetzt und seine enorme Qualität in der Offensive unter Beweis gestellt. In der zweiten Hälfte haben wir es dann viel besser gemacht und einfach Fußball gespielt. Wir sind mehr Risiko gegangen und haben die Bälle sehr gut von hinten herausgespielt. Für diese Leistungssteigerung konnten wir uns dann glücklicherweise mit einem Punkt belohnen. Wir haben wieder einmal Moral gezeigt und sind nach den Rückständen zurückgekommen. Jetzt wollen wir mit unseren Fans im Rücken zu Hause gegen Zürich das Weiterkommen in der Europa League perfekt machen.

Yann Sommer: Villarreal hat ein ordentliches Tempo vorgelegt. Sie haben den Ball sehr gut laufen lassen und mit wenigen Kontakten schnell kombiniert. Das ging zum Teil zu schnell für uns. Wir haben dann aber eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt. Da hat man die Gladbacher Mannschaft wieder gesehen, die man aus der Bundesliga kennt: dominant aufgetreten, viele Torchancen kreiert und schöne Tore erzielt. Es war wichtig, dass wir diesen Punkt mitgenommen haben aus Villarreal. Damit geht es gegen Zürich ums Weiterkommen. Das wird auch kein einfaches Spiel.

Raffael: Ich bin froh, dass wir einen Punkt geholt haben. Das war sehr wichtig für die Mannschaft. Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr gut gespielt und uns das Unentschieden verdient. Es war wichtig, dass wir nach der Pause durch mein Tor schnell zurück ins Spiel gefunden haben. Jetzt erwartet uns ein wichtiges Spiel gegen den FC Zürich, das wir unbedingt gewinnen wollen. Wir spielen zu Hause und deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir das schaffen und eine Runde weiter kommen. Zunächst gilt unsere volle Konzentration aber einzig und allein der Partie in Wolfsburg am Sonntag.

Max Eberl (Sportdirektor Borussia): Ich bin froh, dass wir einen Punkt geholt und gerade in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht haben. Gerade nach den beiden Niederlagen zuletzt war das wichtig. Wir haben bei einer europäischen Spitzenmannschaft gespielt, die in der Europa League zu Hause die letzten elf Spiele gewonnen hat. Das hat man in der ersten Halbzeit gemerkt. Wir haben aber auch unseren Teil dazu beigetragen, weil wir etwas zu ängstlich agiert haben. Umso bemerkenswerter war es, wie wir in der zweiten Halbzeit und auch nach dem erneuten Rückstand zurückgekommen sind. Dafür ein großes Kompliment an die Mannschaft.

Lucien Favre (Trainer Borussia): Zu Beginn der Partie haben wir eigentlich ganz gut gespielt, aber dann wurde Villarreal immer stärker. Sie haben in der ersten Hälfte hervorragend gespielt – mit viel Tempo, wenig Kontakten und vielen Pässen in die Schnittstellen zwischen unsere Abwehrspielern, so dass es für uns sehr häufig gefährlich wurde. Es war wichtig, dass wir in dieser Phase nur ein Gegentor kassiert haben. Nach dem Seitenwechsel haben wir dann viel besser gespielt und es Villarreal sehr schwer gemacht. Wir sind ruhig geblieben und haben das Tempo forciert. Zudem haben wir uns viel mehr zugetraut, so dass das Unentschieden aus meiner Sicht in Ordnung geht. Uns erwartet nun ein sehr wichtiges Spiel gegen Zürich, das wir unbedingt gewinnen wollen.

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