Ingolstadt - Der FC Augsburg hat seinen ersten Rückrundensieg verpasst. Die Schwaben ließen im bayerischen Derby bei Aufsteiger FC Ingolstadt 04 eine Führung ungenutzt und verloren letztlich verdient mit 1:2 (1:0).

Moritz Hartmann sorgte per Foulelfmeter (85.) für den Erfolg der Schanzer, die schon das Hinspiel in Augsburg gewonnen hatten. Die Mannschaft von FCA-Trainer Markus Weinzierl kassierte damit nach sieben Meisterschaftsspielen wieder eine Niederlage und zugleich einen Rückschlag. Ingolstadt verbesserte sich dagegen mit nun 26 Punkten in die obere Tabellenhälfte und hat nunmehr ein äußerst komfortables Polster auf die Abstiegszone.

Stafylidis gelingt Traumtor

Dank eines Traumtores von Konstantinos Stafylidis lagen die Augsburger schon in der 14. Minute vorne. Der Direktschuss des Griechen aus gut 20 Metern schlug unhaltbar im rechten Winkel ein. Stafylidis' erstes Bundesliga-Tor war zugleich der erste FCA-Treffer in der Rückrunde. FCI-Kapitän Marvin Matip (59.) glich später per Kopf aus und sorgte für das erste Augsburger Gegentor in der Fremde seit Oktober 2015 (1:5 bei Borussia Dortmund). 

Insgesamt aber war die Begegnung im mit 15.356 Zuschauern ausverkauften Sportpark so hart umkämpft wie es erwartet worden war. Immer wieder kochten auch die Emotionen hoch, Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) hatte doch seine Mühe mit den phasenweise sehr erhitzten Gemütern. 

Ingolstadt kommt über Standards

Ingolstadts große Schwäche war bis zum Ausgleich wieder einmal die Offensive. Zu selten setzte sich die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl bis dahin wirkungsvoll in Szene. Einer der wenigen echten Aufreger im Strafraum der Gäste war ein Schuss von Matip (38.), den Torschütze Stafylidis auf der Linie stoppte.

Der FCA steckte zunächst den Ausfall von Mittelfeldlenker Daniel Baier, der wegen eines Harrisses im Sprunggelenk wochenlang fehlt, recht passabel weg. Im Offensivspiel waren konstruktive Aktionen aber eher selten, und dass der Europa-League-Teilnehmer in der Defensive erst einmal keine größeren Problem bekam, lag vor allem an den aufmerksamen Innenverteidigern Ragnar Klavan und Jeong-Ho Hong. Bisweilen agierte der FCA viel zu passiv. 

Vorteile durch viel Einsatz

Von einem "perfekten" Spiel, wie es sich Hasenhüttl gewünscht hatte, waren auch die Schanzer gerade vor der Pause ein Stück entfernt. Doch mit ihrem enormen Einsatzwillen verschafften sie sich nach dem Wechsel zunehmend Vorteile. Neuzugang Dario Lezcano (68.) wäre beinahe auch sein erstes Tor für Ingolstadt gelungen, und Hartmann (73.) hatte bereits vor seinem Siegtreffer vom Punkt noch eine gute Gelegenheit.

SID

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Spieler des Spiels: Marvin Matip

Marvin Matip erzielte nicht nur sein zweites Saisontor, sondern räumte auch in der Defensive resolut ab: Der Ingolstädter Kapitän gewann 14 seiner 17 Zweikämpfe (82 Prozent) und beging kein einziges Foul. Matip war für zwei der drei Ingolstädter Kopfballtore in dieser Saison verantwortlich, schon sein erstes Saisontor in Köln hatte er per Kopf erzielt.