Augsburg - Bayer 04 Leverkusen steckt weiter in der Krise. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt kam beim FC Augsburg trotz einer beeindruckenden Aufholjagd nach einem Dreierpack von Ja-Cheol Koo nicht über ein 3:3 (0:2) hinaus. Hakan Calhanoglu (90.+3) verwandelte einen Handelfmeter zum Endstand.

Leverkusen stoppte nach drei Niederlagen zwar die Pleitenserie, verliert die Champions League aber aus den Augen. Augsburg verschenkte im zehnten Bundesliga-Duell mit Bayer den ersten Sieg und einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf.

Schmidt erlebte den packenden Kampf seines arg ersatzgeschwächten Teams nicht vor Ort mit. Der 48-Jährige verabschiedete sich vor dem Spiel von seinen Profis und machte sich per Privatjet auf nach Spanien, wo er Europa-League-Gegner FC Villarreal am Abend gegen Las Palmas beobachtete. So blieb Schmidt der erste Bundesliga-Dreierpack von Ja-Cheol Koo (5., 44., 57.) erspart. Karim Bellarabi (60.), ein Eigentor von FCA-Kapitän Paul Verhaegh (80.) und Hakan Calhangolu sicherten Bayer immerhin noch einen Punkt. Augsburgs Jeffrey Gouweleeuw sah wegen Handspiels (90.+2) die Rote Karte.

26.000 Zuschauer in der WWK Arena sahen eine intensive, umkämpfte Begegnung - mit zunächst glücklichen Augsburgern. Das 1:0 erzielte Koo nach einem Lattenschuss von Alexander Esswein, der unmittelbar vor Spielbeginn anstelle von Raul Bobadilla in die Startelf gerückt war. Stürmer Bobadilla hatte sich beim Aufwärmen verletzt.

Auch Leverkusen stellte kurz vor Anpfiff um: Schmidts Assistent Markus Krösche verschob das angestrebte Comeback von Jonathan Tah und setzte stattdessen auf Admir Mehmedi und eine nominell offensivere Aufstellung. Das machte sich bemerkbar: Leverkusen hatte mehr vom Spiel und drängte auf den Ausgleich. Mehmedi hatte Pech mit einem Pfostenschuss (21.), Nationalspieler Bellarabi scheiterte am gut reagierenden Torwart Marwin Hitz (35.).

Der FCA mit Rückkehrer Daniel Baier tat offensiv nurmehr das Nötigste, doch schon Alfred Finnbogason hätte erhöhen können (40.). Nach einem Pfostenschuss des Isländers, der dem unglücklichen Torhüter Bernd Leno den Ball abgeluchst hatte, staubte Koo abermals ab - 2:0.

In der zweiten Halbzeit verteidigte der FCA die Gästeangriffe deutliche besser - und konnte sich vorne weiter auf Koo verlassen. Der Südkoreaner, der gegen keinen anderen Gegner mehr als einmal getroffen hat, erzielte aus abseitsverdächtiger Position auch noch seinen insgesamt sechsten Treffer gegen Leverkusen.

SID

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Spieler des Spiels: Ja-Cheol Koo

Ja-Cheol Koo ist der erste Augsburger, der in einem Bundesliga-Spiel einen Dreierpack schnürte; unter den koreanischen Spielern der Bundesliga-Geschichte gelang das vor ihm bisher nur Heung-Min Son. Der 27-jährige Augsburger verwertete drei seiner vier Torschüsse, und hat nun sieben Saisontore auf dem Konto - das ist ein neuer persönlicher Saisonrekord in der Bundesliga und zugleich Bestwert beim FCA.