Mainz - Eintracht Frankfurt kriecht weiter Richtung Europa. Mit dem 0:0 im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 machte der Aufsteiger dem "Schneckenrennen" in der Fußball-Bundesliga um die internationalen Plätze alle Ehre und muss sich im Saisonfinale deutlich steigern, um den Traum von der Champions-League-Qualifikation doch noch wahr werden zu lassen.

Vor den Augen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach traten beide Mannschaften vor 34.000 Fans in der ausverkauften Arena zwar engagiert auf - ließen im Abschluss aber die notwendige Konsequenz vermissen. Der FSV verpasste dadurch die Chance, noch einmal in den Kampf um die Europa League einzugreifen und muss sich nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg wohl mit einem Platz im grauen Mittelfeld der Bundesliga anfreunden.

"Wir können zufrieden sein mit dem Punkt. Mainz war der erwartet schwere Gegner in einem intensiven Spiel. Wir sind immer noch dick im Geschäft", sagte der Frankfurter Sebastian Rode bei "Sky". Zufrieden zeigte sich auch der Mainzer Andreas Ivanschitz: "Ein Stück weit Verunsicherung ist noch in der Mannschaft drinnen. Wir haben aber alles abgerufen und können mit dem Punkt leben."

Stendera wieder in der Startelf



Vehs Team lief wie schon am vergangenen Wochenende gegen Schalke 04 (1:0) ersatzgeschwächt auf. Neben Carlos Zambrano (Gelbsperre) fehlte weiterhin Kapitän Pirmin Schwegler (Leistenprobleme). Immerhin wurde Mittelfeldspieler Alexander Meier rechtzeitig fit, der Torjäger machte aber seinen Platz im offensiven Mittelfeld für U19-Nationalspieler Marc Stendera frei und spielte im Sturm.

Der erst 17 Jahre alte Stendera rechtfertigte Vehs Vertrauen bei seinem zweiten Startelfeinsatz und überlistete nach fünf Minuten mit seinem Eckstoß fast FSV-Torwart Christian Wetklo - der Keeper konnte den aufs Tor gezogenen Ball gerade noch über die Latte lenken. Ansonsten steht die FSV-Defensive um Geburtstagskind Nikolce Noveski sicher.

Kaum Durschlagskraft



Mainz-Trainer Thomas Tuchel musste vor der Partie noch eine Hiobsbotschaft verkraften: Torjäger Adam Szalai (13 Treffer) wird aufgrund einer Fraktur im Querfortsatz eines Lendenwirbels in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Gegen Frankfurt fehlten zudem Jan Kirchhoff und Eric Maxim Choupo-Moting. Gleich fünf neue Spiele sollten im Vergleich zum 0:2 in Dortmund die Negativserie beenden. Tuchel hatte angekündigt, "in den letzten vier Spielen mehr auf das Ergebnis als auf unsere Spielweise zu schauen".

Den Rheinhessen fehlte dennoch die Durchschlagskraft: Es dauerte bis zur 23. Minute, ehe die Gastgeber erstmals gefährlich vor das Tor von Routinier Oka Nikolov kamen. Nicolai Müller vergab aber leichtfertig die bis dahin größte Gelegenheit des Spiels.

Rode, Meier und Russ vergeben



In der Folge boten beide Mannschaften ein Fehlpass-Festival, Torraumszenen blieben lange Mangelware. Erst als sich die trotzdem feiernden Zuschauer schon zur Halbzeitpause erhoben, zeigte Frankfurt noch einmal seine Klasse. Zunächst zwang Alexander Meier Torwart Wetklo per Kopf zu einer Glanzparade (43.), nach der anschließenden Ecke vergab Abwehrspieler Marco Russ (44.).

FSV-Manager Christian Heidel analysierte bei "Sky" in der Pause "ein ausgeglichenes Spiel", in dem beide Mannschaften "noch eine Schippe drauflegen" könnten - zumindest seine Mannschaft schien die mahnenden Worte erhört zu haben. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff schoss Andreas Invanschitz den Ball ins Tor, Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) entschied aber zurecht auf Abseits. Sechs Minuten später scheiterte wieder Ivanschitz am stark reagierenden Nikolov.

Nach 63 Minuten wurde es Veh zu bunt. Der Trainer brachte Olivier Occean und Srdjan Lakic für das Sturmzentrum. Spürbare Auswirkungen hatte der Doppelwechsel aber zunächst nicht. Sebastian Rode vergab die größte Eintracht-Chance des zweiten Durchgangs, als er in der 82. Minute nach einem Konter in Christian Wetklo seinen Meister fand.

Spieler des Spiels: Nikolce Noveski

Nikolce Noveski war an seinem 34. Geburtstag sehr aktiv am Spielaufbau der Mainzer beteiligt, hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler (98). Der FSV-Kapitän war außerdem auch der zweikampfstärkste Spieler der Partie (82 Prozent gewonnen), hielt seine Defensive gut zusammen.