Freiburg - Schalke 04 hat am letzten Bundesliga-Spieltag den Einzug in die Champions-League-Qualifikation perfekt gemacht. Das Team von Trainer Jens Keller hielt den Verfolger SC Freiburg durch ein 2:1 (1:0) im "Endspiel" auf Distanz und behauptete den 4. Tabellenplatz.

Wirklich reif für die Elite Europas präsentierten sich die Gäste aber nicht. Der Führungstreffer durch Nationalspieler Julian Draxler (20.) war der erste Torschuss der "Königsblauen", der Siegtreffer ein Eigentor von Julian Schuster (58.). Jonathan Schmid hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (54.).

Streich: "Das ist ein Ausreißer"



Den Gelsenkirchenern, die in der laufenden Champions-League-Saison im Achtelfinale an Galatasaray gescheitert waren, winken nun beim Überstehen der Playoffs weitere Duelle in der "Königsklasse". Der Sport-Club hingegen muss sich mit dem "Trostpreis" Europa League zufrieden geben. Trainer Christian Streich hatte jedoch ohnehin bei "Sky" die überragende Saison seiner Mannschaft als "Ausreißer" bezeichnet. "Das wird sich nächstes Jahr wieder relativieren", sagte er.

"Wir haben Fehler gemacht zum 1:2. Und beim 0:1 lässt Mujdza den Draxler schießen. Heute hätten wir gewinnen können", sagte Streich nach dem Spiel. "Sicherlich war Freiburg heute spielerisch die bessere Mannschaft", gab Schalke-Coach Jens Keller nach Abpfiff zu, fügte aber an: "Wir haben umgesetzt, was wir machen wollten. Wir wollten tief stehen. So, wie wir hier heute gespielt haben, war es genau richtig."

Draxlers Tor aus dem Nichts



Vor 24.000 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, begannen die Gastgeber deutlich engagierter und erspielten sich die erste Gelegenheit der Partie. Immanuel Höhn zielte aber nach der Hereingabe von Mensur Mujdza über das Tor (6.). Dennoch blieb Freiburg, im Übrigen mit Beistand "von oben" durch Stadiongast Erzbischof Robert Zollitsch, die spielbestimmende Mannschaft. Nach zehn Minuten klärte Joel Matip in höchster Not vor dem einschussbereiten Neu-Nationalspieler Max Kruse.

Schalke, das exakt vor 55 Jahren zum siebten und bislang letzten Mal Meister geworden war, beschränkte sich in dieser Phase auf die eigene Hälfte und lauerte auf Konter, die sich gegen die gute Freiburger Abwehr aber kaum ergaben. Wie aus dem Nichts tauchte Draxler an der Freiburger Strafraumgrenze auf und vollendete mit einem Aufsetzer ins lange Eck. Auf der Gegenseite vergab Jan Rosenthal die große Chance zum Ausgleich (29.).

Freiburgs Schuster entscheidet das Spiel für Schalke



Der ehemalige Jugendtrainer Streich hatte einmal mehr mit seiner Aufstellung überrascht und dem 19-jährigen Sebastian Kerk zu seinem Bundesliga-Debüt verholfen - ein Bild, was sich in der kommenden Saison jedoch wiederholen wird. Vor dem Anpiff wurden an der Dreisam sechs Spieler verabschiedet, darunter vier von Streichs Stammpersonal.

Die Gäste, die nach der Führung besser in die Partie kamen und durch Klaas-Jan Huntelaar (34.) und Jones (38.) weitere gute Gelegenheiten hatten, spielten nach dem Wiederanpfiff durch Schiedsrichter Felix Brych zwar etwas abgeklärter, kamen mit den aggressiven Freiburgern aber nicht vollends zurecht. Schmid machte die Partie per Abstauber nach einem Freiburger Konter kurzzeitig wieder spannend, ehe Schuster einen Schuss von Jones ins eigene Tor lenkte.

Spieler des Spiels: Joel Matip

Joel Matip war der zweikampfstärkste Spieler auf dem Platz, gewann 79 Prozent seiner direkten Duelle. Der Schalker Innenverteidiger hatten einen großen Anteil daran, dass sich die Freiburger Stürmer Max Kruse und Jan Rosenthal nicht wie gewohnt in Szene setzen konnten.