Leverkusen - Durch ein gerechtes 2:2 (2:2) sind Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund ihren Saisonzielen jeweils ein kleines Stück näher gekommen. Die Werkself verteidigte am drittletzten Spieltag ihren knappen Vorsprung von einem Punkt gegenüber Verfolger VfL Wolfsburg im Rennen um Platz 4, der in die Qualifikation zur Champions League führt.

Der BVB vergrößerte im Zweikampf um die Vize- und Ruhrpott-Meisterschaft den Abstand zum Erzrivalen Schalke 04 zunächst mal auf sieben Punkte, wobei die Königsblauen am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach wieder Boden gut machen können.

Torreiche erste Hälfte

In einer turbulenten ersten Halbzeit erlebten die Zuschauer in der ausverkauften BayArena die zweimalige Führung der Werkself durch Lars Bender (7.) und Gonzalo Castro (35.), die jeweils von Oliver Kirch (29.) und Marco Reus (39., Handelfmeter) ausgeglichen wurden.

Einen Tag, nachdem Leverkusen in Roger Schmidt seinen neuen Trainer für die kommenden beiden Spielzeiten vorgestellt hatte, war es für Bayers Übergangs-Lösung Sascha Lewandowski nach zuvor zwei Siegen als Nachfolger von Sami Hyypiä das erste Remis. Bayer selbst wartet seit dem 19. Mai 2007 (2:1.) auf einen Heimsieg gegen den BVB.

Bender nutzt den Abpraller

Reus hatte in der 4. Minute die erste Gelegenheit für die Gäste, die der wieder einmal sehr starke Bernd Leno im Bayer-Tor zunichtemachte. 60 Sekunden später fischte auf der anderen Seite Nationaltorwart Roman Weidenfeller den Ball nach einem Schuss von Bayer-Torjäger Stefan Kießling aus dem Winkel.

Kurz darauf war der BVB-Keeper aber machtlos, als Kießling im Anschluss an eine Ecke per Kopf nur den Querbalken traf und Bender aus kurzer Distanz ebenfalls per Kopf zum 1:0 erfolgreich war. Der BVB ließ sich durch den Rückstand aber nicht aus dem Tritt bringen und drängte angetrieben vom herausragenden Reus auf den Ausgleich.

BVB kommt zwei Mal zurück

Nach einem guten Freistoß von Reus gelang dann auch Kirch per Kopfball-Verlängerung sein erstes Saisontor zum verdienten Ausgleich. Eine tolle Kombination über Heung Min Son und Julian Brand führte dann kurz darauf zur erneuten Leverkusener Führung durch Castro, der Weidenfeller bei seinem Kopfball gegen die Laufrichtung keine Chance ließ.

Dortmunds Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Nach einem Handspiel von Roberto Hilbert im Strafraum verwandelte Reus den fälligen Strafstoß eiskalt. Reus hätte sein Team dann drei Minuten später erstmals in Führung bringen müssen, aber alleine vor Leno scheiterte er an dem Bayer-Schlussmann, der glänzend reagierte und per Fußabwehr Schlimmeres verhinderte.

Kießling: Verdacht auf Muskelfaserriss

Nach dem Seitenwechsel nahmen beide Teams gleich wieder Fahrt auf, an echten Torchancen mangelte es aber im Gegensatz zur ersten Hälfte. Brandt hatte in der 72. Minute noch die beste Gelegenheit für die Hausherren. Mit seinem Lupfer scheiterte er aber an Weidenfeller, der mit einem Reflex parierte. Kurz vor Schluss musste Stefan Kießling verletzt ausgewechselt werden. Der Torjäger erlitt wahrscheinlich einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel, dies erklärte Bayer-Interims-Coach Sascha Lewandowski bei "Sky".

Spieler des Spiels: Marco Reus

Marco Reus war sehr ballsicher (Fehlpassquote nur 15 Prozent) und gab die meisten Torschüsse ab (sechs).

Er war an neun der 14 Dortmunder Torschüsse beteiligt. Per Freistoß bereitete er den Treffer von Oliver Kirch vor, dann traf er selbst eiskalt per Elfmeter.