Köln - Der SC Freiburg hat den ersten Bundesliga-Sieg seit über einem halben Jahr gefeiert und darf im Abstiegskampf auf die Wende hoffen. Die Breisgauer setzten sich beim Aufsteiger 1. FC Köln mit 1:0 (0:0) durch und verbuchten den ersten Erfolg nach zwölf Ligaspielen. Vladimir Darida beendete per Handelfmeter (50.) die längste Negativserie unter Trainer Christian Streich.

Mit acht Punkten liegt Freiburg auf dem Relegationsrang 16. Die Kölner, neun Tage vor Beginn der jecken Zeit im eigens entworfenen Karnevalstrikot aufgelaufen, verpassten dagegen den dritten Bundesligasieg in Folge und sind mit zwölf Punkten Elfter.

Fades Spiel

Vor 49.500 Zuschauern waren die Gastgeber erstmals in dieser Saison als Favorit ins Spiel gegangen und mussten damit auch in die ungeliebte Rolle der spielgestaltenden Mannschaft schlüpfen. Die Freiburger standen tiefer in der eigenen Hälfte, und der FC hatte zunächst Probleme, Torchancen zu erspielen. Da Freiburg bei den eigenen Versuchen jedoch auch keine Mittel gegen die bis dahin drittbeste Defensive der Liga fand, entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein fades Spiel ohne echte Höhepunkte.

Vier Tage vor dem Auftritt in Köln hatte Freiburg im DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten 1860 München durch einen 5:2-Sieg neuen Mut geschöpft. "Da haben wir wieder miteinander Fußball gespielt", sagte Streich, "das war Freiburg." In Köln blieb zunächst zwar vieles Stückwerk, die gefährlicheren Szenen bis zur Pause gehörten dennoch dem SC. Zweimal verfehlten Distanzschüsse von Darida jedoch ihr Ziel (16./34.).

Handelfmeter entscheidet Spiel

Die Kölner Fans mussten bis zur 42. Minute auf eine echte Möglichkeit ihrer Mannschaft warten: Yuya Osako spitzelte den Ball knapp am Tor vorbei. Der japanische Nationalspieler spielte erstmals seit einem Monat von Beginn an, nachdem der bislang gesetzte Marcel Risse sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte.

Nach der Pause drohte ein ähnliches Bild, doch ein unvorsichtiger Einsatz von Mergim Mavraj machte das erste Tor des Spiels möglich: Kölns Verteidiger grätschte mit ausgefahrenen Armen in eine Flanke von Admir Mehmedi, Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) entschied zu Recht auf Handelfmeter. Darida verwandelte sicher gegen Timo Horn, der noch am Dienstag im Pokal beim MSV Duisburg (4:1 i.E.) zwei Elfmeter gehalten hatte.

Unentschlossene Kölner

In der Folge stand der SC weiter sicher. Die Kölner agierten in Strafraumnähe dagegen unentschlossen, die nächsten Chancen gehörten erneut den Gästen: Darida (67.) prüfte Horn mit einem weiteren gefährlichen Schuss aus der Distanz, wenig später parierte der Keeper einen Versuch des Ex-Kölners Sebastian Freis (72.).

sid

Liveticker mit Aufstellungen und Statistiken

Spieler des Spiels:

Vladimir Darida

In einer katastrophalen ersten Hälfte war Vladimir Darida mit seinen Torschüssen der einzige Lichtblick auf dem Platz. Der Tscheche gab nicht nur die meisten Torschüsse (fünf) aller Spieler ab, sondern legte auch die größte Laufstrecke zurück (13,7 Kilometer). Beim Handelfmeter übernahm er schließlich Verantwortung und versenkte den Ball unhaltbar im rechten Eck zum ersten Freiburger Saisonsieg.

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