Hamburg - Ausgerechnet der abstiegsbedrohte Hamburger SV hat den Siegeszug von Borussia Dortmund gestoppt. Die Mannschaft von Trainer Joe Zinnbauer trotzte ihrem Lieblingsgegner ein torloses Remis ab und fuhr einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt ein.

Für Dortmund, das zuvor vier von fünf Duellen mit dem HSV verloren hatte, war es der erste Dämpfer nach vier Bundesliga-Siegen in Serie. Das Team von Trainer Jürgen Klopp verpasste damit nicht nur seinen 700. Bundesliga-Sieg, sondern auch den erstmaligen Sprung in die obere Tabellenhälfte seit dem fünften Spieltag.

Reus von Anfang an dabei

"Ich glaube, Hamburg hat genug Punkte von uns bekommen in den letzten Jahren. Wir haben da einiges vor", hatte Klopp vor dem Spiel angekündigt. Und zumindest personell konnte der BVB-Coach aus dem Vollen schöpfen: Neben Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang, der im Pokalspiel bei Dynamo Dresden (2:0) mit Rückenproblemen passen musste, stand auch Nationalspieler Marco Reus nach seinem erlittenen "Pferdekuss" in der Startelf.

Von der zuletzt hoch gelobten Offensiv-Power der Borussia war vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena im Hamburger Volkspark allerdings zunächst kaum etwas zu sehen. Die Gäste hatten von Beginn an zwar deutlich mehr Ballbesitz, doch im letzten Drittel fehlte ihnen die Durchschlagskraft. Die einzige nennenswerte Torchance im ersten Abschnitt vergab Aubameyang. Nach feinem Zuspiel von Oliver Kirch scheiterte der Gabuner freistehend an HSV-Keeper Jaroslav Drobny (28.).

HSV aggressiv im Zweikampf

Die Gastgeber legten ihr Hauptaugenmerk derweil ganz auf die Defensive. Angeführt von Rückkehrer Valon Behrami (Knie-Operation) gingen die Hamburger aggressiv in die Zweikämpfe und lauerten auf Konter - eine Taktik, die in der ersten Hälfte beinahe belohnt worden wäre. So vergab der agile Mohamed Gouaida gleich zweimal die mögliche HSV-Führung. Erst zielte er nach flacher Hereingabe von Nicolai Müller aus kurzer Distanz knapp drüber (19.), wenig später entschärfte BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller Gouaidas Schuss vom linken Strafraumeck.

Im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild: Dortmund machte das Spiel, doch gegen die weiterhin bissigen Gastgeber mangelte es im letzten Drittel an zündenden Ideen. Die beiden Schüsse von Kevin Kampl (56.) und Reus (57.) sowie der Kopfball von Aubameyang (62.) stellten Drobny im HSV-Tor vor keinerlei Probleme. Auf der Gegenseite zwang Weidenfeller einzig ein Freistoß von Zoltan Stieber zum Eingreifen (64.).

SID

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Spieler des Spiels:

Heiko Westermann

In der starken HSV-Defensive ragte Heiko Westermann heraus, der nach der Verletzung von Djourou von der linken Seite in die Innenverteidigung rückte und den Laden bis zur 90. Minuten dicht hielt. Er gewann 71 Prozent seiner Duelle, war damit zweikampfstärkster Akteur seiner Mannschaft und sorgte dafür, dass sich Reus, Aubameyang und Co. nicht entfalten konnten.

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