Freiburg - Borussia Dortmund ist dank einer tollen Moral auf dem besten Weg zur ersten Herbstmeisterschaft seit 15 Jahren. Der seit nunmehr zwölf Partien ungeschlagene Spitzenreiter setzte sich am 13. Spieltag der Bundesliga nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 2:1 (0:1) im Topspiel beim Überraschungsteam des SC Freiburg durch und stellte mit dem siebten Auswärtssieg in Folge einen neuen Liga-Rekord auf.

Der BVB war durch ein unglückliches Eigentor von Nationalspieler Mats Hummels (26.) in Rückstand geraten, bevor der eingewechselte Robert Lewandowski (75.) zum Ausgleich traf und der Freiburger Mensur Mujdza (78.), ebenfalls per Eigentor, den Sieg der Westfalen besiegelte.

Starker Beginn des SC

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw gingen die Gastgeber im ausverkauften Freiburger Stadion in den ersten Minuten überraschend forsch und offensiv zu Werke. Die erste Tormöglichkeit konnten sich allerdings die Dortmunder erarbeiten. Einen Fehler des Freiburger Innenverteidigers Ömer Toprak konnte BVB-Torjäger Lucas Barrios aber nicht nutzen (8.).

Im Anschluss entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Partie, die von beiden Seiten mit hohem Tempo geführt wurde. Dabei erwiesen sich die Dortmunder zwar als technisch besser, die äußerst engagiert auftretenden Breisgauer glichen diesen Nachteil aber durch eine hohe Laufbereitschaft aus. Da beide Mannschaften in der Defensive stabil standen, blieben Chancen in dieser Phase Mangelware.

Erst in der 23. Minute sorgten die Freiburger, die ohne Stammtorwart Simon Pouplin, Kapitän Heiko Butscher, Pavel Krmas, Johannes Flum, Jonathan Jäger und Tommy Bechmann (alle im Aufbautraining) auskommen mussten, wieder für ein wenig Gefahr. Mittelfeldspieler Cedrick Makiadi verpasste eine Hereingabe von SC-Torjäger Papiss Cisse nur knapp.

Pechvogel Hummels

Die Dortmunder, bei denen Kapitän Sebastian Kehl, Patrick Owomoyela sowie Florian Kringe fehlten, agierten Mitte der ersten Hälfte ungewohnt passiv und bekamen dafür prompt die Quittung. Nach einer Freistoß-Flanke herrschte Chaos in der Hintermannschaft. Zunächst verlor Torwart Roman Weidenfeller den Luftkampf mit Cisse, dann schoss Neven Subotic seinen Abwehrkollegen Hummels derart unglücklich an, dass der Ball im Tor landete.

Die Dortmunder reklamierten in dieser Szene allerdings ein Foul von Cisse an Weidenfeller. Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) sah dies allerdings anders.

Der Gegentreffer schockte die Dortmunder. Der starke Mittelfeldspieler Jan Rosenthal per Kopf (38.) und Cisse (42.) vergaben kurz vor der Pause die Chancen auf einen weiteren Freiburger Treffer. Bei der Chance des Senegalesen Cisse musste der Dortmunder Lukasz Piszczek für Weidenfeller retten.

BVB wie verwandelt

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste wie verwandelt aus der Kabine und erzeugten sofort Druck. Zunächst scheiterte der Japaner Shinji Kagawa an Freiburgs Torwart Oliver Baumann (48.). Wenige Sekunden später pfiff Fritz einen Treffer von Barrios zurück, weil der Nationalspieler Paraguays Baumann gefoult hatte.

Im Anschluss erarbeite sich die Borussia Chancen im Minutentakt. Kagawa (52.) und Nuri Sahin (53.) scheiterten aber am starken Baumann. Auch nach dieser Szene rollte ein gefährlicher Angriff nach dem nächsten auf das Tor der Gastgeber, sodass die Dortmunder Treffer eine logischen Folge waren.