Leverkusen - Bayern München droht im Titelkampf der Bundesliga weit ins Hintertreffen zu geraten. Der Rekordmeister vergab bei Bayer Leverkusen am 24. Spieltag eine Reihe Großchancen, verlor aber durch Treffer von Stefan Kießling (79.) und Karim Bellarabi (90.) letztlich mit 0:2 (0:0).

Am Abend könnte Titelverteidiger und Tabellenführer Borussia Dortmund den Vorsprung auf die Bayern bereits auf sieben Punkte vergrößern. Leverkusen hat seine letzten drei Spiele gewonnen und liegt auf Kurs Europa League.

Dass für die Bayern dieser Tage viel auf dem Spiel steht, hatte sich bereits sich in der ersten Hälfte offenbart, als sich die Nationalspieler Thomas Müller und Jerome Boateng im eigenen Strafraum lautstark angifteten.

FCB startet sehr druckvoll

In der ausverkauften BayArena erwischten die Gäste zwar einen Blitzstart, konnten allerdings aus ihrer klaren Überlegenheit in der ersten Hälfte kein Kapital schlagen. Die größte Chance des Herbstmeisters machte Bayer-Abwehrspieler Manuel Friedrich (40.) zunichte, als er nach einem Schuss von Mario Gomez auf der Linie für den bereits geschlagenen Torwart Bernd Leno klärte.

David Alaba und Toni Kroos (jeweils 2.), Arjen Robben (13. /58.) und Müller (36.) besaßen weitere gute Gelegenheiten der Gäste, die zunächst ohne den französischen Star Franck Ribery angetreten waren.

Der zehnfache Saisontorschütze hatte im Länderspiel am vergangenen Mittwoch in Bremen gegen Deutschland einen "Pferdekuss" erlitten und wurde erst in der 61. Minute für Gomez eingewechselt. Für Ribery spielte zunächst Robben auf der linken Seite, Müller setzte auf rechts viele Akzente. Nach Riberys Einwechslung spielte Müller für Gomez in vorderster Spitze, Robben rückte nach rechts.

Kießling staubt ab - Premiere für Bellarabi

Leverkusen hatte zunächst große Mühe, das Tempo der Bayern mitzugehen. Dann fand die "Werkself" allerdings zu ihrem Rhythmus und machte die Räume eng. Das Bayern-Offensivspiel geriet allerdings nur phasenweise ins Stottern. Bayer musste sich aufs Kontern verlegen.

Andre Schürrle, der aufgrund seines im Länderspiel erlittenen Nasenbeinbruchs mit einer Carbon-Maske spielte, besaß in der 31. und 40. Minute zunächst die besten Gelegenheiten der Rheinländer. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff musste Nationaltorwart Manuel Neuer spektakulär per Fußabwehr gegen Schürrle klären.

Den Schuss von Stefan Reinartz (63.) blockte Bayern-Kapitän Philipp Lahm noch in höchster Not ab, Neuer parierte außerdem glänzend gegen Stefan Kießling (65.). 14 Minuten später war der Stürmer allerdings zur Stelle und drückte den Ball aus kürzester Distanz über die Linie. Er schaltete im Bayern-Strafraum nach leichtem Durcheinander am schnellsten, die Vorarbeit leistete Eren Derdiyok per Fallrückzieher. Bellarabi machte kurz vor Schluss dann den Deckel drauf, in dem er einen mustergültigen Konter nach Zuspiel von Gonzalo Castro mit seinem erste Bundesliga-Tor perfekt abschloss.