Mainz - Dem 1. FSV Mainz ist gegen den VfL Wolfsburg ein Befreiungsschlag gelungen. Die Rheinhessen gewannen souverän mit 2:0 (1:0). Dem FSV spielte dabei in die Karten, dass Julian Draxler bereits in der 13. Minute nach grobem Foulspiel die Rote Karte sah. Pablo De Blasis (31.) und Yunus Malli (75.) trafen für den FSV, der seine drei vorausgegangenen Heimspiele verloren hatte. Der VfL, der zuvor drei Partien in Folge gewonnen hatte, bleibt bei nur drei Auswärtstoren in dieser Saison.

Die 26.331 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen in der Anfangsphase ein zerfahrenes Spiel mit vielen Fehlpässen und Fouls. Julian Draxler sah Rot, weil er Gegenspieler Gonzalo Jara in Kung-Fu-Manier am Kopf getroffen hatte - die Abwehraktion war wohl unabsichtlich, aber Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) blieb dennoch keine andere Wahl.

Benaglio patzt - De Blasis trifft

In Überzahl wurden die Gastgeber mutiger. Zwar war die Verunsicherung der vergangenen drei Partien, in denen der FSV nur einen Punkt geholt hatte, sichtbar, mit der ersten richtigen Chance belohnte Pablo De Blasis aber sein Team. Der Argentinier traf nach einer verunglückten Abwehr des VfL-Torwarts Diego Benaglio aus kurzer Distanz.

Auf der anderen Seite brachten die Wölfe kaum noch einen gelungenen Angriff zustande. Für Draxler rückte Maximilian Arnold auf die Spielmacherposition, er blieb aber zunächst genauso blass. Dabei hatte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking auf die Pleite in Eindhoven reagiert und rotiert: Gleich fünf Spieler tauschte der Trainer im Vergleich zur Champions League aus, unter anderem der Ex-Mainzer André Schürrle saß zunächst auf der Bank. Der Nationalspieler kam erst nach einer guten Stunde in die Partie.

Malli macht den Sack zu

FSV-Coach Martin Schmidt beließ es nach der 3:3-"Achterbahnfahrt" beim FC Augsburg am vergangenen Wochenende bei einem Wechsel, Rechtsverteidiger Daniel Brosinski rückte für den erkrankten Stefan Bell in die Startelf.

Mit der Führung im Rücken blieb Mainz auch gegen Ende der ersten Halbzeit das spielbestimmende Team - und kam bärenstark aus der Kabine. Torjäger Yoshinori Muto segelte in der 48. und der 66. Minute nur knapp am zweiten Mainzer Tor vorbei. Dafür traf Malli sehenswert nach einem Konter. Der VfL zeigte weiterhin nur sehr wenig von seinem Potenzial. Nach vorne ging beim Vize-Meister fast nichts mehr, Nicklas Bendtner, der als einzige Spitze agierte, bekam kaum einen Ball.

SID

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Spieler des Spiels: Yunus Malli

Der Mainzer Spielmacher brauchte ein wenig, um in die Partie zu kommen, drehte dann aber mächtig auf. Er lief von allen Spielern der Partie am meisten (11,7 Kilometer) und auch seine drei Torschüsse waren der Bestwert. Einen dieser Versuche versenkte nach einer tollen Einzelleistung zum 2:0. Es war bereits sein 7. Saisontreffer - neuer persönlicher Saisonrekord!