Er ist einer der bekanntesten Fußballer Österreichs. Denn Walter Schachner war am "Wunder von Cordoba” beteiligt, jenem sensationellen 3:2-Sieg Österreichs gegen Deutschland bei der WM 1978 in Argentinien.

Nach einer langen und erfolgreichen internationalen Spielerkarriere stieg der heute 53-Jährige ins Trainergeschäft ein. Seine letzte Station beim FC Trenkwalder Admira Wacker endete vorzeitig im April dieses Jahres. Seine freie Zeit nutzt Schachner aktuell, um sich beim FC Schalke im Trainingslager in Irdning weiterzubilden.

bundesliga.de: Herr Schachner, Sie haben Felix Magath wie einen guten, alten Bekannten begrüßt.

Walter Schachner: Wir kennen uns ja auch schon sehr lange, auch wenn Felix damals 1978 in Cordoba noch nicht dabei war. Aber wir sind schon als Nationalspieler aufeinandergetroffen und später auch als Trainer. Ich war ja anderthalb Jahre bei 1860 München und 2006/07 haben wir in der Vorbereitung 3:0 gegen Felix und die Bayern gewonnen.

bundesliga.de: Ist Ihr Besuch hier in Irdning rein privater Natur?

Schachner: Nein, ich trainiere zurzeit keinen Verein und habe offiziell angefragt, ob ich bei Felix hospitieren kann. Ich bewundere, welche Erfolge er als Trainer schon erreicht hat.

bundesliga.de: Erfolgreich war auch die deutsche Nationalmannschaft bei der WM. Hat man das in Österreich so erwartet?

Schachner: Nein, so stark haben wir die Deutschen nicht eingeschätzt. Es war ja sogar noch mehr drin als Platz 3. Die jungen Spieler wie Özil oder Müller waren herausragend mit ihrer Unbekümmertheit. Aber diese Leistung hat ihre Ursache ja eigentlich im Verein. Wenn ein Louis van Gaal an Thomas Müller festhält, der vor kurzem noch gegen Burghausen gespielt hat, dann profitieren diese Talente davon ungemein.

bundesliga.de: Wird dieser Aufschwung des deutschen Fußballs auch in Österreich registriert?

Schachner: Ja sicher, die Bundesliga ist hoch interessant geworden und hat gewaltig aufgeholt. Nicht nur durch die Bayern. Die Bayern sind für mich auch wieder Titelfavorit, aber auch Schalke, Leverkusen, Hamburg, Dortmund oder Bremen haben sehr starke Kader.

bundesliga.de: Welche Spieler aus Österreich könnten für die Bundesliga interessant sein?

Schachner: Emanuel Pogatetz ist ja jetzt aus England nach Hannover gewechselt. Die Engländer haben gerne Spieler aus Österreich geholt, die körperlich robust sind. Kaiserslautern hat mit Jimmy Hoffer einen sehr interessanten Mann geholt. Er ist schnell, hat den Zug zum Tor und kontert hervorragend. Er war letztes Jahr in Neapel die ganze Zeit verletzt, aber er kann es. Österreich hat schon einige gute Legionäre, das Problem ist nur, dass die meisten keine Stammspieler sind.

Aus Irdning berichtet Stefan Kusche