Elf Zähler hat die Mannschaft aus den letzten sechs Partien mitgenommen - genauso viele, wie zuvor in der kompletten Hinrunde. Großen Anteil am Erfolg hat Österreichs Nationalspieler Christian Fuchs.

In der Vorwoche traf er gegen Cottbus selbst per Freistoß, diesmal legte er ebenfalls per Freistoß für Christoph Dabrowski auf. Im Gespräch mit bundesliga.de lässt ein zufriedener Fuchs die Partie Revue passieren und blickt schon voraus auf das Spiel gegen den FC Bayern.

bundesliga.de: Herrscht pure Freude über den Punktgewinn, oder ärgern Sie sich ein bisschen, dass man nicht drei Zähler mitgenommen hat? Es gab vor dem Leverkusener Ausgleich gute Chancen für den VfL, auf 2:0 zu erhöhen.

Christian Fuchs: Das stimmt, aber vergebenen Chancen soll man nicht nachtrauern. Mit dem Punkt bin ich sehr zufrieden; wir können gut damit leben. Wir haben nach dem Platzverweis doch lange in Unterzahl spielen müssen und Leverkusen hat mächtig gedrückt.

bundesliga.de: Also am Ende sogar ein glücklicher Punktgewinn?

Christian Fuchs: Weil wir uns gegen den Druck von Bayer genauso stark gewehrt haben, ist der Punkt verdient und unterm Strich völlig okay. Natürlich gehört immer auch ein bisschen Glück dazu. Aber die ganze Mannschaft hat hervorragend gekämpft und ist dafür belohnt worden. Außerdem hat Daniel Fernandes eine tolle Partie gemacht und auch ein paar unhaltbare Schüsse noch entschärft.

bundesliga.de: Wie haben Sie die Elfmeter-Situation für Bayer gesehen?

Christian Fuchs: Es war ein Handspiel. Mergim Mavraj ist zwar vorher geschubst worden, aber das ist im Strafraum gang und gäbe. Leider hat er dann den Ball an die Hand bekommen, auch wenn es sicher keine Absicht war. Aber der Schiedsrichter hat nun einmal auf Strafstoß und Verwarnung entschieden, damit muss man leben.

bundesliga.de: Damit fällt nach Yahia und Maltritz bereits der dritte Innenverteidiger aus.

Christian Fuchs: Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass wir eigentlich unsere besten Partien machen, wenn die Not am größten ist. Und einen Manndecker haben wir ja noch. Jetzt bekommt Patrick Fabian seine Chance und kann zeigen, was er kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass er wie Marc Pfertzel oder Mergim Mavraj auch seinen Mann stehen wird. Ich traue es ihm auf alle Fälle zu!

bundesliga.de: Der VfL sammelt fleißig Punkte in der Rückrunde. Müssen die Gegner langsam Angst bekommen?

Christian Fuchs: Na ja, der Meistertitel ist wahrscheinlich nicht mehr drin... Nein, im Ernst: Wir wollen den Klassenerhalt packen und sind in der Rückrunde wirklich auf einem sehr guten Weg. Es ist beruhigend, dass wir uns inzwischen selbst für unsere Leistung auch mit Punkten belohnen. Wir dürfen aber jetzt nicht nachlassen.

bundesliga.de: Spürt man, dass der Respekt der Gegner wieder gewachsen ist?

Christian Fuchs: Wir sind jetzt vier Spiele in Folge ungeschlagen. So erarbeitet man sich wieder den nötigen Respekt. Und der VfL wird von den Gegnern auch wieder mehr auf Augenhöhe wahrgenommen.

bundesliga.de: Sie selbst erarbeiten sich auch immer mehr Respekt als Torschütze und Vorbereiter.

Christian Fuchs: Wichtig ist, dass wir die Tore überhaupt schießen. Wir haben in den letzten Partien bewiesen, dass diese Last nicht nur auf einem Spieler ruht. Für mich persönlich läuft s zurzeit tatsächlich gut. Ich hätte nichts dagegen, wenn es am Samstag so weiter geht.

bundesliga.de: Samstag kommt der FC Bayern München ins rewirpowerSTADION nach Bochum. Ein besonderes Spiel für Sie?

Christian Fuchs: Bayern ist natürlich immer eine echte Hausnummer in der Liga, auch wenn sie zurzeit wechselhaft spielen. Erst die Pokalniederlage in Leverkusen, jetzt das klare 5:1 gegen Hannover. Ich freu  mich auf jeden Fall auf das Spiel. Und ich bin mir sicher, dass am Samstag jeder von uns bis in die Haarspitzen motiviert ist.

bundesliga.de: Und Sie haben für Bayern-Keeper Michael Rensing wieder einen ganz besonderen Freistoß dabei?

Christian Fuchs:(lacht) Mal abwarten! Wenn er direkt rein geht, ist es gut. Und wenn nicht, dann hält der Dabrowski halt seinen Kopf hin und macht ihn rein!

Das Gespräch führte Dietmar Nolte