Bremen - Die Erleichterung bei den Spielern des FC Bayern war deutlich in den Gesichtern zu erkennen. Mit einer Niederlage im Gepäck zum Halbfinal-Rückspiel der Champions League nach Madrid zu reisen, wäre keine optimale Startvorbereitung gewesen. Doch dank der Gala-Vorstellung des eingewechselten Franck Ribery, der mit einem tollen Solo den besorgte, kann der Tross der Münchner nun mit breiter Brust in die spanische Hauptstadt fliegen.

"Es immer besser, mit einem Sieg in das nächste Spiel zu gehen. Wir wissen was die Stunde geschlagen hat und freuen uns riesig auf Madrid", sagte Torwart Manuel Neuer nach dem Schlusspfiff im Weser-Stadion.

Petersen glücklos



Trainer Jupp Heynckes bestätigte die Aussagen des Nationaltorhüters. "Wir fahren sehr selbstbewusst und zuversichtlich nach Madrid, weil wir auswärts in der Lage sind, immer ein Tor zu erzielen. Ich bin optimistisch für Madrid und meine Spieler sind es auch", erklärte Heynckes.

Dabei hatte der 66-Jährige in Bremen zu Beginn nur den sogenannten "zweiten Anzug" aufgeboten. Die Stammspieler Ribery, Arjen Robben, Mario Gomez, Toni Kroos, David Alaba und Jerome Boateng nahmen auf der Bank Platz. Kapitän Philipp Lahm stand nicht einmal im Kader.

Die vermeintliche B-Elf hätte die Weichen dann eigentlich schon im ersten Durchgang auf Sieg stellen können. Nils Petersen vergab aber gleich drei große Möglichkeiten zur Führung.

Qualität eingewechselt



Dass die Bayern nach dem Rückstand immer mehr unter Druck gerieten, war für Neuer aber nicht so verwunderlich. "Die Rotation ist immer eine Umstellung. Die Automatismen, die zum Beispiel zwischen mir und den etatmäßigen Innenverteidigern greifen, können dann nicht so perfekt funktionieren", erklärte er.

In fast allen Statistiken waren deshalb die Bremer besser als die Münchner. Dank der individuellen Klasse eines Ribery durften sie aber dennoch den Platz als Sieger verlassen. "Wir haben da natürlich ein wenig Qualität eingewechselt. Und das hat man gesehen", meinte Neuer mit einem Lächeln.

Neuer glaubt an den Finaleinzug



Am Mittwoch in Madrid wird so eine Leistung aber wohl nicht reichen, um das Endspiel der Champions League am 19. Mai in der heimischen Allianz Arena zu erreichen. Aber dort wird Heynckes wohl wieder die gewohnte Kapelle aufspielen lassen.

Und Neuer weiß, worauf es dort ankommt: "Wir müssen an die Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen und die gleiche Leidenschaft und Einstellung an den Tag legen. Denn wir haben die große Chance, ins Finale einzuziehen."

Aus Bremen berichtet Michael Reis