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Sheraldo Becker vom 1. FC Union Berlin: Der Roadrunner von Köpenick

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Sheraldo Becker ist bislang der überragende Offensivakteur der aktuellen Saison. Der Angreifer des 1. FC Union Berlin führt sowohl die Torjäger- als auch die Scorerrangliste der Bundesliga an. Aber was macht den 27-Jährigen in dieser Saison so stark? bundesliga.de hat das Spiel des surinamischen Nationalspielers unter die Lupe genommen.

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"Wenn ein Stürmer einen Lauf hat, kann er auch beim Schuss wegrutschen, sein Standbein anschießen und von dort springt der Ball noch irgendwie ins Tor" - so oder so ähnlich sagt es der Volksmund. Meistens ist so eine Aussage ja ein wenig übertrieben, aber bei Sheraldo Becker trifft dies derzeit zumindest im übertragendem Sinne zu. 17 Mal kam er in dieser Saison zum Abschluss und hätte nach dem xGoals-Modell mit seinen Versuchen etwa zwei Tore (xG-Wert von 1,7) erzielen müssen. In der Realität zappelte der Ball aber sechs Mal im gegnerischen Netz. Mit einer Abschluss-Effizienz von +4,3 führt er mit weitem Abstand die Bundesliga an. Damit ist er fast auf einem Niveau mit den Besten der Vorsaison. Patrik Schick und Serge Gnabry übertrafen 2021/22 ihre zu erwartenden Tore jeweils um 5,1. Nach 34 Spieltagen wohlgemerkt. Kann Becker seinen heißen Fuß im Strafraum auch nur annähernd konservieren, wird er die Werte der Konkurrenz aus dem Vorjahr pulverisieren.

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Seine Ruhe und Präzision im Abschluss ist in dieser Spielzeit augenfällig. Dass er sie so häufig zeigen kann, hat der Rechtsfuß einer taktischen Umstellung von Urs Fischer zu verdanken. Während er in der Vergangenheit zumeist auf dem Flügel zum Einsatz kam, lief er in dieser Spielzeit immer als eine von zwei Spitzen von Union Berlin auf. Trotz der Positionsänderung kann er weiter seine Stärken bei Flanken einbringen: Seine 24 Hereingaben aus dem Spiel sind die meisten bei Union. Mit einer dieser Flügelläufe bereitete er das erste Saisontor der "Eisernen" im Derby gegen Hertha BSC vor. Sturmpartner Jordan war der Nutznießer. Beim Sieg gegen Wolfsburg lieferte er erneut per Hereingabe für seinen Sturmpartner. Insgesamt kommt Becker, der in Amsterdam geboren wurde, aber für Surinam, dem Land, aus dem seine Eltern stammen, spielt, auf drei Torvorlagen. Damit ist er an 64 Prozent der Unioner direkt beteiligt gewesen - der höchste Wert der Liga!

Pfeilschnell und unaufhaltsam

Neben dem exzellenten Abschluss und präzisen Flanken ist die Schnelligkeit seine ganz große Waffe. 36,0 km/h beträgt Beckers Höchstgeschwindigkeit in dieser Saison. Das ist gemeinsam mit Bayern-Roadrunner Alphonso Davies der Topwert der Bundesliga. In der Vorsaison lag sein Spitzenwert sogar bei 36,4 km/h. Das ist der viertschnellste Wert, der je in der Bundesliga gemessen wurde. Und Becker setzt seine Stärke unermüdlich ein. Im Schnitt 36 Sprints pro 90 Minuten zieht der Torjäger an. Das ist der Bestwert bei Union Berlin und wird ligaweit unter allen Akteuren, die mindestens ein Drittel der bisherigen Einsatzminuten absolviert haben, nur von Jesper Lindström (41,4), Julian Brandt (36,7) und Iago (36,6) übertroffen. Auch bei totalen Anzahl der Sprints liegt Becker in der Bundesliga mit 209 auf Rang vier.

Schnelligkeit, Abschlussstärke und unermüdlicher Einsatz - dank dieser drei Komponenten ist Becker derzeit nicht zu stoppen und spielt derzeit die beste Saison seiner Karriere. Mit neun Scorerpunkten hat er jetzt schon mehr Torbeteiligungen auf dem Konto als in seinen ersten beiden Jahren in Berlin. Zum Wert der vorherigen Spielzeit, als er vor allem in der Rückrunde nach dem Abgang von Max Kruse schon aufblühte und zwei Tore und fünf Assists lieferte, fehlt ihm nur noch eine Torbeteiligung. Und eins scheint klar: Lange wird es nicht dauern, bis der Roadrunner von Köpenick wieder zuschlägt.