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In Berlin feiern die VfL-Profis den sechsten Bundesliga-Sieg in Serie - © IMAGO/Juergen Engler/IMAGO/Nordphoto
In Berlin feiern die VfL-Profis den sechsten Bundesliga-Sieg in Serie - © IMAGO/Juergen Engler/IMAGO/Nordphoto
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Sechs Siege in Folge: Die Wahnsinnsserie des VfL Wolfsburg

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Fußball ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Kaum ein Club bestätigt diese Binsenweisheit derzeit so beeindruckend wie der VfL Wolfsburg. Das Kovac-Team stand nach sieben Spieltagen auf Platz 17 und steckte tief im Tabellenkeller. Zehn Spieltage später haben die Wölfe sogar die Champions League in Reichweite.

Das internationale Geschäft hatten die Wölfe vor der Saison mit ihrem neuen Trainer Niko Kovac als Ziel ausgerufen, aber zunächst konnte das Team diesem Anspruch überhaupt nicht gerecht werden. Kovac ließ sich aber nicht beirren und vermittelte seiner Mannschaft Stück für Stück den Fußball, den er spielen lassen will. Am 8. Spieltag gelang in der Nachspielzeit ein 3:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart der Befreiungsschlag - und seitdem sind die Wölfe einfach nicht mehr zu bezwingen.

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Höchster Auswärtssieg der Club-Geschichte

24 Zähler holte der VfL in den letzten zehn Bundesliga-Partien - geteilter Bestwert mit dem FC Bayern München und RB Leipzig. Sowohl offensiv als auch defensiv zeigen sich die Niedersachsen seitdem extrem verbessert. Gelangen den Wölfen an den ersten sieben Spieltagen insgesamt nur fünf Treffer, sind es seitdem 30 in zehn Partien - ein Wert, den nur der FC Bayern noch um zwei Tore übertrifft. In der Abwehr sind Arnold, van de Ven und Co. in diesem Zeitraum das Maß aller Dinge. Nur acht Gegentreffer seit dem 8. Spieltag sind ebenso Ligabestwert wie die fünf Partien ohne Gegentor.

Wer gedacht hatte, die Winterpause käme für Wolfsburg nach vier Siegen am Stück zum falschen Zeitpunkt, sah sich getäuscht. Das Kovac-Team hat den Schwung aus 2022 einfach ins Jahr 2023 mitgenommen und sogar noch eine Schippe draufgelegt. Dem 6:0 gegen Freiburg ließen die Wölfe einen 5:0-Erfolg bei Hertha BSC folgen. Erst einmal zuvor hatte der VfL in der Bundesliga Auswärts ebenso hoch gewonnen, im Mai 2009 gab es am 33. Spieltag ebenfalls ein 5:0 bei Hannover 96. Es war ein Meilenstein vor der sensationellen Meisterschaft 2009.

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Auch 2009 kamen die Wölfe aus der Tiefe der Tabelle und fingen am Ende den FC Bayern und den VfB Stuttgart noch ab. Marcel Schäfer war damals als Spieler dabei, blockt Vergleiche mit dem Meisterjahr resolut ab. Der Sportdirektor des VfL bemühte sich in der Mixed Zone des Olympiastadions um Sachlichkeit: "Wir haben jetzt erstmal die Hinrunde abgeschlossen. Man muss immer ehrlich sein, wir wissen, wo wir herkommen", so der 38-Jährige. 29 Punkte hat sein Team nun aber schon auf dem Konto - das ist nach dem äußerst schleppenden Start eine Wahnsinnsbilanz. Und es sind auch drei Zähler mehr, als 2008/09 zu Buche standen, als der VfL die Hinrunde als Neunter beendet hatte.

Funktionierendes System als Grundlage

Grundlage für den Erfolg ist ein klares System, in dem alle Spieler ihre Stärken perfekt einbringen können. Ein leuchtendes Beispiel ist Rechtsverteidiger Ridle Baku, der in den vergangenen Spielzeiten immer wieder in kleinere und größere Leistungslöcher fiel, aber nun konstant seine Leistung auf der rechten Seite abspult. Auch seine Torgefahr hat der 24-Jährige wiederentdeckt: in fünf der letzten sechs Partien gelang ihm jeweils ein Treffer.

Patrick Wimmer und Jonas Wind spielten über weite Strecken der Hinrunde aufgrund von Verletzungen keine tragenden Rollen, trumpfen nach der Winterpause aber groß auf. Sie stehen sinnbildlich für den offensiven Aufschwung der Wolfsburger, die mit elf Treffern den besten Angriff im Jahr 2023 stellen. Das Kovac-Team ist mittlerweile auch so gefestigt, dass Ausfälle scheinbar mühelos kompensiert werden können. In Berlin fehlten Linksverteidiger Paulo Otavio gelbgesperrt und Felix Nmecha krankheitsbedingt. In der Abwehr sprang Maxence Lacroix in die Bresche, Innenverteidiger Micky van de Ven übernahm den Posten links in der Viererkette.

Im Mittelfeld durfte Mattias Svanberg zum ersten Mal seit dem 10. Spieltag wieder von Beginn an ran und lieferte fleißig Argumente, dass dies in Zukunft wieder häufiger der Fall ist. Der Schwede spielte bei der Hertha überragend, markierte das 1:0 selbst, holte den Handelfmeter zum 2:0 mit seinem direkten Freistoß heraus und legte dann noch das 3:0 sowie 4:0 auf. Besser kann ein Arbeitstag nicht laufen!

Sollte Felix Nmecha für das Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen am Samstag wieder rechtzeitig fit werden, hat Niko Kovac ein Luxusproblem. Die Partie an der Weser wird ein wichtiger Fingerzeig, wie weit der VfL schon ist. "Gute Mannschaften freuen sich heute Abend, die freuen sich morgen und spätestens Donnerstag und Freitag geht der Blick auf die nächste Aufgabe", so Marcel Schäfer. Und nach den letzten zehn Spieltagen spricht sehr viel dafür, dass der VfL Wolfsburg 2022/23 eine sehr gute Mannschaft ist.