Zusammenfassung

  • Der Stürmer der Eintracht trifft auch im neuen Jahr für die Eintracht.

  • Bisher kommt er auf elf Tore und vier Vorlagen für die Hessen.

  • Spektakuläre Tore sind dem Franzosen am liebsten.

Frankfurt - Die große Stärke von Sebastien Haller ist es, Tore zu erzielen. Aus allen Lagen und mit allen Körperteilen! Erst vergangene Woche wurde sein spektakulärer Seitfallzieher von der Strafraumlinie gegen den VfB Stuttgart beim großen bundesliga.de-Voting von den Fans zum "Goal of the Year 2017" gewählt. Dieser Treffer war auch schon zum Tor des Monats September gewählt worden. bundesliga.de weiß, warum Haller schon jetzt eine feste Säule bei Eintracht Frankfurt ist:

Am vergangenen Samstag erzielte der bullige Mittelstürmer beim 1:1 gegen den SC Freiburg zum Rückrundenauftakt schon sein elftes Tor im 20. Pflichtspiel für die Eintracht. Gedankenschnell nahm er seine Chance nach einer Kopfballvorlage Timothy Chandler wahr und grätschte mit einem langen Bein aus fünf Metern den Ball zur Führung über die Torlinie (28.). Haller trifft auch im neuen Jahr weiter für die Eintracht.

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Kovac: "Er kann eine große Karriere machen"

Zu seinen elf Toren, sieben davon in der Bundesliga, kommen noch vier Vorlagen. Der im Sommer für die Rekordablösesumme der Eintracht aus Utrecht verpflichtete Stürmer setzt sich also auch in der Bundesliga durch. Der 1,90 Meter große Sohn eines Franzosen und einer Mutter aus der Elfenbeinküste mit französischem und ivorischem Pass schaffte ohne Anlauf, sich dem hohen Tempo in Deutschlands erster Liga anzupassen. Zwar fehlt ihm mitunter noch die Handlungsschnelligkeit im Kombinationsspiel, aber Haller weiß, wo das Tor steht und besitzt im Abschluss jene Ruhe, die Torjäger auszeichnet. Ausgebildet wurde er in der Jugend des AJ Auxerre, in zwei Jahren bei FC Utrecht in den Niederlanden traf er in 84 Einsätzen 41 Mal, die Utrechter Fans wählten ihn 2015 zu ihrem Spieler des Jahres. Die Treffsicherheit aus der Eredivisie setzt er nun in Frankfurt fort. Der hünenhafte Zentrumsspieler fesselt mit seiner körperlichen Stärke Gegenspieler und reißt so auch immer wieder Räume auf für seine Offensivkollegen Ante Rebic und Mijat Gacinovic. Eintracht-Trainer Niko Kovac bezeichnet den ehemaligen französischen U 21-Nationalspieler als „lässigen Vogel“ und glaubt: „Wenn er gesund bleibt, kann er eine große Karriere machen.“ 

Haller traf zur Frankfurter Führung gegen den SC Freiburg
Haller traf zur Frankfurter Führung gegen den SC Freiburg © imago / Jan Huebner

"Ich liebe es, spektakuläre Tore zu erzielen"

Haller sagt: "Wenn man ein guter Stürmer sein will, dann muss man performen – und zwar in jedem Spiel. Es geht in erster Linie um Konzentration. Man kann es sich nicht leisten, Dinge liegen zu lassen." Gegen Freiburg vergaben die Frankfurter aber vor allem in der ersten Halbzeit einige Chancen, weshalb Trainer Kovac nach dem am Ende unbefriedigenden Remis "stinkig" war. Mit einem Sieg hätten die Hessen in die Europapokalränge vorstoßen können. Immerhin aber hatte Haller wieder getroffen und erneut unterstrichen, dass er längst zu einer Säule der Eintracht geworden ist. Vorbereitet auf die Bundesliga habe ihn sein damaliger Trainer in Utrecht, Erik ten Hag, der inzwischen der Ajax Amsterdam trainiert. Der „Frankfurter Rundschau“ sagte Haller vor dem Rückrundenstart, in der Bundesliga werde viel mehr gelaufen, als in der Eredivisie: „Und ein Unterschied sind natürlich die Fans, die Atmosphäre in den Stadien ist einmalig. So was gibt es nur in Deutschland.“ Haller („Ich liebe es, spektakuläre Tore zu erzielen“) ist auch ein sicherer Elfmeterschütze, immer wieder trainiert er das und hat auch schon für die Eintracht aus elf Metern aus getroffen. 

Video: Sebastien Haller erzielt das Goal of the Year

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Für Haller ist der Moment, wenn der von ihm abgefeuerte Ball im Netz zappelt, der größte, für diesen spielt er Fußball. Er sagt: „Für zehn Sekunden oder für eine Minute dreht sich die ganze Welt um dich, du bist der Star in der Manege. Es ist einfach ein völlig verrücktes Gefühl. Es macht süchtig.“ Die Fans der Eintracht hätten nichts dagegen, wenn Sebastien Haller von dieser Sucht weiter befallen bliebe.

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter