Gelsenkirchen - Für den FC Schalke 04 neigt sich eine enttäuschende Spielzeit ihrem Ende zu, für Sead Kolasinac die bislang beste Saison seiner noch jungen Karriere. Der Linksverteidiger zeigte überragende Leistungen - mal um mal, offensiv und defensiv, als Fußballer und Mensch. "Seo", wie ihn die Anhänger der Knappen liebevoll nennen, ist auf seiner Position unter den Großen angekommen.

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Kolasinac verkörpert die auf Schalke traditionelle Malochermentalität wie kein Zweiter. "Ich muss Zweikämpfe führen und natürlich möglichst gewinnen, um in mein Spiel zu finden", sagte der 23-Jährige Anfang des Jahres im Gespräch mit bundesliga.de. 443 Duelle bestritt er in seinen 25 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison, 56,9 Prozent davon entschied er für sich. In sein Spiel findet der 23-malige Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas also zuverlässig.

Qualitätsvielerlei

Der Malocher bringt eine Menge mit, um die Außenbahn zu beackern. Körperliche Robustheit, einen flotten Antritt und eine gute Grundschnelligkeit, einen starken linken Fuß und ein Auge für den Mitspieler. Defensiv und offensiv hat Kolasinac eine beeindruckende Entwicklung genommen. Seiner starken Zweikampfbilanz stehen drei Tore und fünf Vorlagen in der Bundesliga sowie vier Assists in den weiteren Wettbewerben gegenüber.

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Zahlen sagen über den gebürtigen Karlsruher bereits eine Menge aus. Die Werte, die er verkörpert, aber verraten noch mehr über ihn. Im März laborierte Kolasinac an einem Nasenbeinbruch: Am Tag vor dem Spiel der Knappen in Mainz bat er seinen Trainer Markus Weinzierl kurz vor Mitternacht per SMS, dennoch auflaufen zu dürfen; in der 50. Minute besorgte "Seo" dann mit einem wuchtigen Schuss den königsblauen Siegtreffer. Spielerisch und charakterlich bringt Kolasinac viel mit, am S04-Saisonhorizont war er der Silberstreifen.

Felix Tschon