Nach einem glanzvollen Auftakt des FC Chelsea erstickte Luiz Felipe Scolari die Euphorie im Keim.

"Wenn wir die Meisterschaft oder die Champions League gewinnen wollen, müssen wir uns weiter steigern. Dieses Niveau wird nicht ausreichen", sagte der neue Trainer der "Blues" nach dem triumphalen 4:0 (3:0)-Erfolg gegen FA-Cup-Sieger FC Portsmouth zum Auftakt der Premier-League-Saison. Dabei setzte sich der Vizemeister gleich an die Tabellenspitze.

Ballack in 1. Halbzeit raus

Von den "Top Four" der Liga hinterließ Chelsea, das ab der 38. Minute ohne den deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack (Mittelfußprellung) auskommen musste, den mit Abstand besten Eindruck. Während der FC Arsenal (1:0 gegen West Bromwich Albion) und der FC Liverpool (1:0 beim FC Sunderland) nur zu mühsamen Arbeitssiegen kamen, musste Meister und Champions-League-Sieger Manchester United beim 1:1 gegen Newcastle United gleich einen Rückschlag hinnehmen.

Statt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, will Scolari sein Team in den kommenden Wochen Schritt für Schritt weiterentwickeln. "Wir haben trotz des klaren Sieges gesehen, woran wir in Zukunft arbeiten müssen", meinte der frühere Nationaltrainer Brasiliens und Portugals. Seine eigene Rolle sieht "Big Phil" dabei eher untergeordnet: "Ich muss den Spielern nur die Freiheit geben, ihren eigenen Stil zu entfalten. Hier präsentiert sich Chelsea, nicht Scolari", so der 59-Jährige.

Kein Grund zur Beunruhigung

Derweil sah ManU-Coach Alex Ferguson nach den Punktverlusten gegen Newcastle keinen Grund zur Beunruhigung. "Wir haben noch 37 Spiele vor uns, deshalb ist dieses Ergebnis kein Desaster. Wir haben in der Vergangenheit schon gezeigt, dass wir das Feld auch von hinten aufrollen können", meinte der Teammanager selbstbewusst.

Optimistisch stimmen Ferguson vor allem die bevorstehende Rückkehr von Stürmer Carlos Tevez, der beim Saisonstart wegen eines Todesfalls in der Familie fehlte, sowie die allmähliche Genesung des zuletzt von einer Virus-Infektion außer Gefecht gesetzten Nationalstürmers Wayne Rooney. Zudem bemüht sich der Coach offenbar weiter um eine Verpflichtung des früheren Leverkusener Bundesligaprofis Dimitar Berbatow vom Ligarivalen Tottenham Hotspur.

"Will meinen Traum verwirklichen"

Während sich Ferguson bedeckt hielt, unterstrich der Bulgare noch einmal seinen Wunsch nach einem Wechsel: "Auch wenn ich derzeit in Tottenham spiele, kann mir keiner verdenken, dass ich weiter meinen Traum verwirklichen will", sagte Berbatow, dessen Berater Emil Dantschew in Kontakt mit ManU steht. "Die Transferperiode ist noch mehr als zwei Wochen lang, aber ich denke, dass diese Woche entscheidend sein wird."