Mönchengladbach - Es wurde wieder nichts mit dem ersten Heimsieg der Saison. Auch der zehnte Versuch misslang. Borussia Mönchengladbach verharrt nach der 1:3-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen auf dem letzten Tabellenplatz und befindet sich angesichts der fleißig punktenden Konkurrenz aus Köln, St. Pauli und Stuttgart weiterhin in höchster Abstiegsgefahr.

Dabei sollte in diesem Jahr alles besser werden. Der Anfang war mit dem "Dreier" in Nürnberg gemacht. Die Abwehr schien sich stabilisiert zu haben - mit taktischer Disziplin, Glück und Können hielt die Borussia beim 1:0 den eigenen Kasten endlich wieder einmal sauber. Die Neuzugänge Martin Stranzl, Havard Nordtveit und Mike Hanke erhöhten zudem die Qualität der Mannschaft.

"Selbst unsere Punkte holen"

Doch gegen Bayer Leverkusen gab es einen bitteren Rückschlag. "Es war klar, dass wir nicht durch die Liga marschieren. Trotzdem sind wir sehr enttäuscht, dass wir das Spiel verloren haben", sagte Borussias sichtbar leidender Wirbelwind Marco Reus.

Denn die Niederlage gegen den rheinischen Rivalen war unnötig und tat weh. Sicherlich kann man gegen einen Champions-League-Kanidaten verlieren. Doch die Art und Weise erinnerte fatal an die Dauermisere der Hinrunde. So kommt die Borussia nicht vom Fleck. Ein Schritt vor, einer zurück. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt wieder sechs Punkte, die Spiele werden weniger.

"Das war kein Endspiel", bekräftigte Trainer Michael Frontzeck dennoch: "Wir haben noch 15 Spiele und sind gut beraten, uns nicht mit den anderen Teams zu beschäftigen, sondern selbst unsere Punkte zu holen." Den nächsten drei Spielen kommt trotzdem eine besondere, womöglich vorentscheidende Bedeutung zu.

Direkte Konkurrenten warten

Weniger der Aufgabe bei Eintracht Frankfurt am kommenden Sonntag, dafür umso mehr den darauf folgenden Vergleichen gegen den VfB Stuttgart und beim FC St. Pauli. Gegen die Tabellennachbarn und unmittelbare Konkurrenz darf sich die Borussia keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben, sollen die realistischen Hoffnungen auf den Klassenerhalt nicht schon frühzeitig begraben werden müssen.

"Wir spielen bald gegen die direkten Konkurrenten. Wenn wir die Spiele gewinnen, dann ist alles möglich", hofft Reus. Auch der Neu-Borusse Hanke ist noch optimistisch: "Wir haben uns gegen Leverkusen Chancen erarbeitet und auch nach dem 1:3 den Kopf nicht hängen lassen. Wir haben es immer weiter probiert. Wenn wir mit dieser kämpferischen Einstellung die nächsten Wochen angehen, werden wir auch zuhause unsere Punkte holen."

Katasstrophale Heimbilanz

Das wird auch dringend notwendig sein. Denn während die "Fohlenelf" mit zehn Auswärtspunkten konkurrenzfähig ist, liest sich die Heimbilanz katastrophal. In zehn Begegnungen gab es null Siege, drei Unentschieden und inzwischen sieben Niederlagen. Saisonübergreifend wartet die Borussia sogar seit zwölf Spielen und mittlerweile fast zehn Monaten auf einen Erfolg.

"Wir haben noch alle Chancen", ist Borussias Innenverteidiger Dante, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte, überzeugt: "Ich bin kein Spieler, der zu früh aufgibt. Wir werden bis zum Schluss um unsere Chance kämpfen."

Vor zwei Jahren meisterte die Elf vom Niederrhein eine vergleichbar schwierige Situation. Damals gehörte Dante zu den Erfolgsgaranten. Aussichtslos ist das Unterfangen also noch lange nicht. Aber es wird verdammt schwer.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski