Berlin - Diesen Auftritt ließ sich der Rekordmann am Ende nicht nehmen. Mit dem golden funkelnden Pokal im Arm trat Bastian Schweinsteiger am späten Samstagabend vor die Journalisten und plauderte gelöst mit den Pressevertretern: "Ich bin erleichtert und stolz", gestand der Mittelfeldspieler nach dem Sieg im Pokalkrimi gegen den VfB Stuttgart. "Es hat sich alles rentiert in dieser Saison."

Für Schweinsteiger war es bereits der sechste Triumph im Endspiel von Berlin, der 28-Jährige zog damit mit Torwart-Titan Oliver Kahn gleich und darf sich Rekordpokalsieger nennen. Im Interview sprach Schweinsteiger über den Triple-Gewinn, die heiße Endphase gegen Stuttgart und den Abschied von Jupp Heynckes.

Frage: Herr Schweinsteiger, der Champions-League-Sieg vergangene Woche war bereits das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Wie schmeckt nun die Kirsche oben drauf?

Bastian Schweinsteiger: Die schmeckt gut. Es ist unglaublich, was für eine Saison wir gespielt haben. Dass wir belohnt worden sind für all das, wofür wir gearbeitet haben. Unglaublich, was in diesem Jahr los war bei uns, das sollten wir einfach nur genießen. Ich bin erleichtert und stolz.

Frage: Am Ende kamen Sie noch mal ganz schön ins Schwitzen.

Schweinsteiger: Wir haben uns selbst in die Bredouille gebracht, aber das ist absolut egal. Wir sind einfach nur froh, dass wir den Pokal geholt haben. Es war ein super Abschluss der Saison. Wir wollten unbedingt gewinnen, auch für Jupp Heynckes, der den Pokal als Trainer noch nie gewonnen hatte.

Frage: Reicht denn die Kondition aus, um noch eine Feier wegzustecken.

Schweinsteiger: Sicher! Wir haben vergangenen Samstag ein wenig gefeiert, konnten aber nicht so lange, weil wir noch ein Finale vor uns hatten - obwohl natürlich einige wollten.

Frage: Wie zuversichtlich sind Sie, dass am Sonntag alle um 12 Uhr im Flieger nach München sitzen werden?

Schweinsteiger: Dante ist nicht da, damit fällt ein Kandidat ja schon mal weg. Das ist schon anstrengend. Letztens in London, das war hart - und auch die Meisterschaftsfeier in München. Aber ich gehe davon aus, dass alle da sein werden. Wir freuen uns alle unglaublich darauf, mit den Fans zu feiern.

Frage: Welche Rolle haben die drei zweiten Plätze im Vorjahr für diese Saison gespielt?

Schweinsteiger: Wir haben auch im letzten Jahr guten Fußball gezeigt, leider aber eben auch ein bisschen etwas selbst aus der Hand gegeben. Das Gute ist, dass wir daraus gelernt haben. Wir haben einfach einige Dinge viel besser gemacht als in der vergangenen Saison.

Frage: Wie schwer fällt der Abschied von Jupp Heynckes?

Schweinsteiger: Jeder Spieler hat ein gutes Verhältnis zum Trainer aufgebaut, das ist nicht selbstverständlich. Der Abschied fällt schon ein bisschen schwer, denn er hat Unglaubliches geleistet, einen tollen Job gemacht. Er ist nicht mehr der Jüngste von allen, aber einer, der so viel gearbeitet hat - da ist man schon ein bisschen unglücklich.

Aus Berlin berichtet Andreas Messmer


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