München - Gegen Schlusslicht Braunschweig ließ es der FC Bayern vergleichsweise gemütlich angehen, doch auch im Schongang bleibt der Triple-Sieger weiter auf Rekordkurs. Borussia Dortmund dagegen benötigte einen Kraftakt. Bayer Leverkusen zeigte sich von der Klatsche gegen Manchester in der Champions League gut erholt und siegte ebenso souverän wie Schalke 04, das nach dem 0:0 in Bukarest ebenfalls wieder auf Kurs ist - die Highlights des 14. Spieltags.

Mit dem 2:0-Pflichtsieg gegen den Aufsteiger hat der weiter unbezwingbare FC Bayern seine eigene historische Bestmarke aus dem Jahr 2005 von 28 Siegen in einem Kalenderjahr egalisiert. Seit 39 Runden ist das Team von Trainer Pep Guardiola nun ungeschlagen und weist mit 38 Punkten nach 14 Spieltagen die beste Bilanz der Bundesliga-Geschichte auf.

Ballkontakt-Saisonrekord für Thiago



Gegen Braunschweig konnte es sich der FC Bayern dabei erlauben, nach einer dominanten ersten Halbzeit (11:0 Schüsse, 80 Prozent Ballbesitz) mehrere Gänge zurückzuschalten und mit 114,5 Kilometern die schwächste Laufleistung aller Teams abzuliefern. Trotzdem kamen die Hausherren am Ende auf 1.029 Ballkontakte und 874 Pässe - beides Saisonrekord.

Die im Laufe der Partie mutiger agierenden Löwen, die sich am Ende einen Treffer verdient hätten, liefen zwar zwei Kilometer mehr (Top-Wert Kevin Kratz 12,8 km), gaben aber Thiago Alcantara (149 Ballkontakte - Saisonrekord) und Co. häufig nur Begleitschutz.

Guardiola zieht mit Feldkamp gleich



"Ich bin zufrieden. Es war ein schwieriges Spiel, weil wir aus Dortmund und Moskau gekommen sind. Dies heute war ein ganz anderes Spiel. Wir haben es mit Zirkulation versucht und später Mandzukic reingebracht. Robben ist sehr wichtig für uns und macht viele Tore. Man hat gesehen, dass Braunschweig auch Chancen hatte. Die Bundesliga ist eine sehr schwere Liga", sagte Guardiola, der mit 14 Spielen ohne Niederlage den Startrekord von Karlheinz Feldkamp (1978/79 mit Kaiserslautern) eingestellt hat (Trainerstimmen).

"Es war ein hartes Spiel in Moskau, auch mit der gesamten Reise. Wenn man dann wieder hierherkommt und auf diesem guten Rasen spielt, macht das einfach Spaß, wir haben es aber teilweise nicht gut gemacht", sagte Matchwinner Arjen Robben nach dem neunten Pflichtspielsieg der Bayern in Serie.

Kießling: Torgarantie gegen Ex-Club



Verfolger Bayer Leverkusen gab sich ebenfalls keine Blöße und zeigte sich von der historischen 0:5-Schlappe gegen Manchester United gut erholt. "Wir haben uns den Frust von der Seele geballert, nachdem wir in den letzen Tagen ordentlich auf die Schnauze bekommen haben. Heute haben wir wieder Leidenschaft gezeigt", sagte Torschütze Stefan Kießling, der den letzten vier Spielen gegen seinen Ex-Verein nunmehr sechs Tore erzielt hat.

Beim 3:0 gegen war Doppeltorschütze Heung Min Son der Mann des Spiels. Der Koreaner gab die meisten Torschüsse ab (sechs) und erzielte damit in den letzten zwei Heimspielen fünf Treffer. Mit 68 Prozent gewonnener Duelle war er zudem Bayers bester Zweikämpfer. Nie zuvor hatte Leverkusen nach 14 Spieltagen elf Siege auf dem Konto.

Nürnberg ist erst das dritte Team in der Bundesliga-Geschichte, das nach 14 Spieltagen noch sieglos ist. Auch die unheimliche "Alu-Serie" nahm in Leverkusen ihre Fortsetzung. Bereits zum zwölften Mal in dieser Saison trafen die Franken Latte oder Pfosten .

Dortmund in Mainz: laufstark vs. laufstärker



Nach zwei Niederlagen in Folge hat der von Verletzungssorgen geplagte BVB wieder gewonnen. An alter Wirkungsstätte von Trainer Jürgen Klopp kam es in Mainz zum Duell zwei der laufstärksten Teams der Liga - Dortmund 118,5 km (Platz zwei), Mainz 118,3 (Rang fünf). Mit 124 Kilometern (BVB) und 122,7 km (Mainz) übertrafen beide Mannschaften ihre Durchschnittswerte deutlich. Der BVB lieferte trotz des Champions-League-Spiels unter der Woche gegen Neapel einen echten Kraftakt, obwohl er offensichtlich "auf dem Zahnfleisch" läuft. "Wir mussten alles wechseln. Manni hatte muskuläre Probleme. Bei Marco war es die Wade, bei Kuba die Hüfte", klagte Jürgen Klopp über weitere Blessuren seiner Akteure.

Mit dem 3:1-Sieg im Rücken geht die Klopp-Elf dennoch wohl gut gerüstet ins Spiel um Platz zwei am kommenden Samstag gegen Leverkusen.

Salihovic glänzt, Schalke siegt für Aogo



Im irren Elfer- und Torfestival von Sinsheim avancierte Sejad Salihovic beim 4:4 zwischen Hoffenheim und Bremen zum Hauptdarsteller. Der Bosnier hatte mit Abstand die meisten Ballkontakte (97) und war an der Hälfte der Torschüsse seines Teams beteiligt (neun von 18). Zwei Tore erzielte er per Elfmeter selbst, das 3:2 bereitete er vor (Splitter).

Schalke 04 zeigte sich nach dem uninspirierten Champions-League-Auftritt von Bukarest (0:0) beim 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart mit 256 Sprints (Rang zwei) sehr lauffreudig und schien auch den Kreuzbandriss-Schock um Linksverteidiger Dennis Aogo ausblenden zu können. "Wir wollten für ihn den Sieg holen. Das hat man gemerkt. Er hat viele super Spiele für gemacht. Der Sieg gehört auch ein Stück weit ihm", sagte Torhüter Ralf Fährmann, der mit Aogo im Training unglücklich zusammengeprallt war. Schalke hat als Fünfter nun wieder Kontakt zum Champions-League-Qualifikationsplatz (Tabelle).

Markus Hoffmann